Was lange währt, wird endlich gut - der IE8 ist da!

Wenn Webdesigner an frühere Zeiten denken, dann fällt Ihnen in erster Linie ein historisches Großereignis ein - der Browserkrieg. In der einen Ecke des Rings stand Netscape, der einstige Schwergewichtsweltmeister, ihm gegenüber der Herausforderer aus Redmond, Microsoft mit seinem Internet Explorer. Der Platz des Webdesigners war in der Mitte des Rings angesiedelt, und fast über ein Jahrzehnt hinweg war es seine Aufgabe den Schlägen der beiden geschickt auszuweichen.

Viele Jahre sind seitdem vergangen und die Spuren des Krieges fangen allmählich an zu verblassen. Man hat sich auf Waffenstillstand geeinigt, sucht den Konsens - neue Richtlinien wurden erarbeitet. Und was für die weltlichen Kriege der Friedensvertrag, ist für den Browser von heute das standardisierte Regelwerk des World Wide Web Consortiums.

Aus Netscape wurde zwischenzeitlich das Mozilla-Projekt, dessen jüngster Spross der Firefox den Markt mit neuem Leben erfüllte - und der Internet Explorer? Tja, der blieb der Internet Explorer, der Meinung vieler Webdesigner zufolge viel zu lange. Stramme sechs Jahre hielt sich der Gewinner des einstigen Browserkrieges in der Version 6 unangefochten an der Spitze, ehe sich Microsoft dazu bemüßigt fühlte einen Nachfolger auf den Markt zu bringen.

Der Internet Explorer 7 erschien im Oktober 2006, und schickte sich an die Versäumnisse der letzten Jahre wieder wett zu machen. Aber konnte ihm das auch gelingen? Firefox gab es mittlerweile schon in der Version 2: dieser Browser war schneller, moderner und hatte obendrein die Aura des Underdogs, was den IE bis dato satte 30% der weltweiten Marktanteile kostete (http://www.atinternet-institute.com). Die Baustellen waren viele wie Tabbed Browsing, das altbewährte Security-Thema oder die komfortablen Möglichkeiten den Browser über sogenannte Add-Ons zu erweitern, welche die Konkurrenz bereits erfunden hatte; der IE7 steuerte folglich wenig an Innovation bei. Er war lediglich der Staffelläufer, der das Stöckchen mit viel Rückstand an seinen Nachfolger zu übergeben hatte.

Der Nachfolger- der Internet Explorer 8 - steht nur drei Jahre später am Start und schickt sich an den Rückstand aufzuholen. Das scheint ihm auch sehr gut zu gelingen, wenn man den enthusiastischen Stimmen der Fachpresse glauben schenken darf. Die aktuellen Webstandards werden eingehalten, letzte Microsoft-proprietäre Codeleichen werden über einen rückwärtskompatiblen Modus geschickt abgefangen und mit dem Prädikat veraltet gebrandmarkt. Sogar Innovationen finden sich in der neuen Version. Mit Webslices und Private Browsing (der Porno-Mode) zeigt der Redmonder erstmal seit sechs Jahren wieder wo es lang geht. Seiner neu gewonnen Fähigkeiten, den Kunden zu zuhören und auf den Markt einzugehen: Microsoft scheint bewusst für die nächste Generation des Webs gerüstet.

Und was sagen die Webdesigner? Nie wieder unterschiedliche Codes für unterschiedliche Browser schreiben! Nie wieder Abfangseiten á la Diese Seite funktioniert nur im Internet Explorer/Netscape produzieren. Man darf getrost enthusiastisch in die Zukunft blicken, doch zuerst gilt es den verbleibenden 17% der User, die hartnäckig bei ihren IE6 bleiben endgültig die Verbindung zu kappen. Microsoft - wo ist nun der berühmte Killswitch, wenn wir ihn brauchen?!

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