Wegen Gazprom: Bekommt Austria Problem mit UEFA?

Mit dem russischen Unternehmen Gazprom hat die Wiener Austria einen neuen Sponsor präsentiert. Der könnte die Veilchen nun in Bedrängnis bringen.

Lange wurde bereits darüber spekuliert, am Freitag ist es nun offiziell gemacht worden. Das russische Erdgas-Förderunternehmen Gazprom steigt bei der Wiener Austria als Sponsor ein, wird den Nachwuchsbereich unterstützen.

Für die Veilchen eine Art Jackpot. Es winkt ein Millionen-Deal, der vorerst für fünf Jahre fixiert wurde. Davon profitieren sollen die Young Violets in der 2. Liga, bis hin zu den Nachwuchs-Mannschaften. Auf den Dressen wird das Logo von Gazprom Export, einem Tochterunternehmen abgebildet sein.

Einstieg in die AG?

Doch beschränkt sich diese Kooperation tatsächlich nur auf den Nachwuchs? Bereits jetzt gibt es wilde Spekulationen über einen Einstieg des russischen Unternehmens in die Kampfmannschaft. Schließlich sind die Veilchen durchaus gewillt, AG-Anteile von unter 25 Prozent zu veräußern.

Erwirbt diese das russische Unternehmen, könnte die Austria ein Problem mit der UEFA bekommen. Schließlich ist der Erdgas-Riese bereits bei Zenit St. Petersburg, Schalke 04 und Roter Stern Belgrad aktiv. Die Regularien der UEFA verbieten es Personen oder Unternehmen, Einfluss auf mehrere Vereine zu haben. Deshalb musste sich Red Bull als Eigentümer von RB Salzburg zurückziehen.

Das Engagement der Russen bringt die Austria jedenfalls in eine Zwickmühle. Gazprom steht seit Jahren im Visier von Umweltschützern. Die Austria hat ihr neues Schmuckkästchen als Paradebeispiel der Umweltfreundlichkeit gebaut. Ein Widerspruch.

Nachwuchsarbeit als Zugpferd

Weiters ist eine Mitsprache bei der Sportdirektoren-Suche denkbar. Dem Technischen Direktor Ralf Muhr soll ein starker Mann zur Seite gestellt werden. Gerüchten zufolge musste Ex-Sportchef Franz Wohlfahrt gehen, weil ein Sponsor eine Veränderung wünschte.

All das war bei der Präsentation freilich kein Thema. Alexander Medvedev, der stellvertretende Vorstand des Unternehmens, erklärte, dass Gazprom so ein neues Modell starten wolle. Austria-Präsident Wolfgang Katzian erklärte, die hervorragende Nachwuchsarbeit der Veilchen habe sich eben herumgesprochen. Zu sehen am Beispiel von David Alaba. Weitere Talente sollen in den nächsten Jahren so gefördert werden.

(Heute Sport)

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