Wegen Touristen-Flut gibts Gutscheine für Locals

Täglich kommen 25.000 Touristen nach Luzern. Um den Einheimischen Danke für ihre Geduld mit diesen zu sagen, wurde jetzt ein Gutscheinheft an alle Haushalte verteilt.
Wie viele Touristen erträgt eine Stadt? Darüber wird in Luzern immer wieder heftig diskutiert – jeden Tag besuchen rund 25.000 Touristen die Schweizer Stadt mit 80.000 Einwohnern.

"Wir wissen, dass die zahlreichen Gäste in unserer Stadt nicht nur viele Arbeitsplätze schaffen und erhalten, sondern manchmal auch die Einheimischen stören können. Wir stellen aber fest, dass der Tourismus in der breiten Bevölkerung nach wie vor auf sehr viel Goodwill stößt. Das ist für unsere Stadt wichtig und sollte so bleiben", sagte Hotelier Mike Hauser kürzlich vor den Medien, als er eine Aktion der "IG weltoffenes Luzern" präsentierte. "Diese will der Bevölkerung der Stadt für die breite Unterstützung, die der Tourismus genießt, auf eine spezielle Art Danke sagen."

200.000 Gratis-Tickets für Fußballspiele



Konkret lässt die IG diese Woche nun zusammen mit dem Magazin Stadtsicht an alle 49.000 Haushalte in der Stadt Luzern ein Gutscheinbuch verteilen. Darin finden die Luzerner etwa Bons für Süßigkeiten, je vier Freikarten pro Haushalt für Spiele des FC Luzern, Vergünstigungen für Produkte, Ausflüge, Stadtführungen oder Diskussionsveranstaltungen im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL). Laut der IG ist die Aktion voll privat finanziert; wie hoch das Budget dafür ist, wurde laut "20 Minuten" nicht kommuniziert.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die ersten Rückmeldungen aus der Bevölkerung waren positiv, wie IG-Co-Präsident André Bachmann sagte. "Wir erhielten sogar Anfragen für das Gutscheinheft von Personen außerhalb der Stadt Luzern." Er hoffe nun, dass sich die Bevölkerung aufgrund der Aktion aktiv an der Diskussion rund um die Tourismus-Thematik beteiligt.

Ein Danke, kein Sorry



Befürchtungen, dass die Gutscheine von Teilen der Bevölkerung nicht als "Danke", sondern als "Sorry" verstanden wird, hat die IG nicht. "Dies ist dokumentiert nicht die Idee des Gutscheinheftes. Wir glauben zudem nicht, dass man mit ein paar Gutscheinen die Leute kaufen kann", sagt Bachmann dazu. Es gehe darum, der Bevölkerung zu danken und ihr etwas zurück zu geben.

Vorbild für Salzburg



Die Initiative der Schweizer Stadt könnte sich Salzburg zum Vorbild nehmen. In der Mozartstadt soll angesichts des Massentourismus angespannte Stimmung herrschen, "Heute.at" berichtete. Fremdenführer nehmen jedenfalls wahr, dass sich Einheimische gegenüber den Besuchern zunehmend aggressiv verhalten würden. Mit einem "Dankeschön" an die Bevölkerung ließe sich die Laune von so manchem verärgerten Bewohner womöglich verbessern.

(mme/ek/20 Minuten)

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