Wenn analog digital trifft

Wer blickt hinter den Büchern in der Hauptbücherei hervor? Es ist das Gesicht hinter dem Twitteraccount der Wiener Büchereien.
Wer blickt hinter den Büchern in der Hauptbücherei hervor? Es ist das Gesicht hinter dem Twitteraccount der Wiener Büchereien.
Selbstironie, Schadenfreude und eigene Fehler verwerten. Diese Tipps gibt das Twitter-Team der Büchereien Wien. Wir zeigen wer dahinter steckt.
Monika Reitprecht (45) ist seit neun Jahren Teil des Twitter-Teams. Gemeinsam mit einer Kollegin bestückt sie seit 2010 den Twitter-Account der Bücherei-Wien (@buechereiwien). Erfolg lässt sich auf dem Mikrobloggingdienst in Zahlen messen. Der Bücherei-Account auf Twitter hat bereits 31 Tausend Tweets von sich gegeben und darf sich glücklich schätzen, rund 11,8 Tausend Follower zu zählen.



Zu faul für etwas langes: 140 - 280 Zeichen sind optimal

Die Historikerin hat Geschichte und Politik studiert und war in der Öffentlichkeitsarbeit der Bücherei tätig. Sie baute sozusagen einen Teil der Online-Kommunikation der Büchereien-Wien mit auf - wie eben auch die Präsenz auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Ihre Aufgabe ist es, analoges Lesen und digitales Lesen zu verbinden. Gar keine leichte Aufgabe. Ihre Kompetenz liegt im Online-Medium: "Ich schreibe gerne, aber ich bin zu faul, etwas langes zu schreiben, wie einen Roman. 140 oder 280 Zeichen sind für mich optimal."

Twitter ist eine Herausforderung

In Twitter sieht sie eine Herausforderung: "Man muss schauen, dass man möglichst pointiert schreibt. Ich glaube, das Medium liegt manchen und manchen einfach nicht." Auf die Frage, woher sie ihre Inspiration nimmt, sagt sie: "Der Kontakt zu den Menschen - zur Kundschaft als auch zur Kollegenschaft. Manche Kollegen berichten über twitterbare Erlebnisse." Ihr größter Twittererfolg war für sie der erst unlängst veröffentlichte Tweet über "Shades of Grey".

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Erfolge und Polemiken: Tweets über Paulo Coelho, Shades of Grey und Kaffee-Becher

Einer der polemischsten Tweets von Monika Reitprecht war über Paulo Coelho: "Wie ich damals getwittert hatte, dass wir jetzt neue Lesezeichen haben für Paulo Coelho Bücher - und ein Foto eines 'Speibsackerl' getwittert hatte, da gab es schon einige sehr böse Kommentare".



Ein weiterer Erfolg war der Kaffee auf dem Automaten: "Da hat jemand auf unserem Kopierer einen Kaffee-Becher ausgeleert und mein Tweet dazu war: Unser Automatenkaffee - oft kopiert- nie erreicht. Das war das mit den meisten Likes, das waren über 3.000 Likes".



Selbstironie, Schadenfreude und eigene Fehler

Das Twittertalent der Wiener Büchereien rät dem Twitternachwuchs: "möglichst pointiert zu schreiben, keine Angst vor Selbstironie zu haben, eigene Fehler verarbeiten und auch eingestehen - niemals in Form einer Presseaussendung schreiben." Monika selbst hätte nie gedacht, dass sie jemals im Öffentlichkeitsbereich arbeiten wird. Sie hätte jedoch auch nie gedacht, dass es jemals so etwas wie Twitter geben könnte.

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