Winter brachte viel zu wenig Kälte und Schnee

Immer wärmer, immer weniger Schnee: Das ist die Bilanz nach dem diesjährigen Winter. Zahlreiche Temperaturrekorde fielen.
Am 29. Februar endet der zweitwärmste Winter der Messgeschichte in Österreich. Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (UWZ) lagen die Temperaturen besonders an der Alpennordseite teils um mehr als 3 Grad über dem langjährigen Mittel, nur im Winter 2006/07 war es noch etwas milder.

Bei der Niederschlagsbilanz zeigen sich leicht überdurchschnittlich Werte im Bereich der Nordalpen sowie teils auch im Norden, während es von Osttirol bis ins Burgenland weniger Niederschlag als üblich gab. Schnee war im Flachland absolute Mangelware, in Bregenz, Graz und St. Pölten gab es erstmals in der Messgeschichte sogar keinen Tag mit einer geschlossene Schneedecke.

Besonders markant fallen die Temperaturabweichung im Winter 2019/20 entlang der Nordalpen sowie im Norden des Landes aus. "Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich sowie am Alpenostrand war der Winter vielerorts 3 bis 4 Grad wärmer als im klimatologischen Mittel", analysiert Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. Vergleichsweise gering waren die Abweichungen dagegen in inneralpinen Tallagen wie etwa im Pinzgau, wo sich im Zuge von Inversionswetterlagen kalte Luft ansammeln konnte. In Summe reiht sich der Winter mit einer Abweichung von +3,2 Grad an zweiter Stelle nach dem Rekordwinter 2006/07 ein."

Milder Dezember

Mit einer österreichweiten Abweichung von 2,8 Grad war der erste Monat des Winters bereits deutlich zu warm. Besonders nach der Monatsmitte sorgte eine ausgeprägte Föhnlage für zahlreiche Temperaturrekorde, so wurde etwa am 17. Dezember im Land Salzburg erstmals eine Temperatur über 20 Grad in einem Dezember gemessen. Neue Monatsrekorde gab es unter anderem aber auch in Linz, Graz und St. Pölten. In der Nacht auf den 18. Dezember wurde zudem auch die wärmste Dezembernacht der Messgeschichte Österreichs mit fast 15 Grad in Pottschach-Ternitz verzeichnet.

Hochdruckdominierter Jänner

Der Jänner war durch beständige Hochdrucklagen geprägt, was anhaltende Inversionswetterlagen zur Folge hatte. Dies hat auf den Bergen zu sehr großen Temperaturabweichungen zwischen +3 und +4 Grad geführt. So wurde am 12. Jänner an der höchsten Wetterstation Österreichs, am Brunnenkogel, ein neuer Temperaturrekord mit +3 Grad aufgestellt. Die Abweichungen in den Niederungen waren hingegen geringer, im Pinzgau waren die Temperaturen teils sogar durchschnittlich.

Aufgrund der vielen Hochs war der Monat außergewöhnlich trocken: "Besonders im Süden wurden verbreitet weniger als 10% des Monatssolls erreicht", resümiert Spatzierer. Örtlich wie etwa in Lienz gab es im gesamten Monat überhaupt keinen messbaren Niederschlag. Dafür war der Monat vor allem in Unterkärnten außergewöhnlich sonnig, hier wurden teils langjährige Rekorde gebrochen: "In Klagenfurt wurde der Sonnenrekord aus dem Jänner 1918 überboten", erinnert sich der Experte. Die Messreihe reicht hier bis 1884 zurück.

Stürmischer und extrem warmer Februar

Der Februar geht als 9. Monat in Folge mit einer Abweichung von rund +4 Grad als einer der wärmsten überhaupt in die Messgeschichte ein. In den Alpen wurden teils auch neue Monatsrekorde aufgestellt, wie etwa am Hohen Sonnblick mit +3,9 Grad. Verantwortlich dafür war eine sehr stark ausgeprägte Westlage, welche kontinuierlich milde Atlantikluft ins Land geführt hat. Dazu gab es mit "Petra", "Sabine", "Yulia" und "Bianca" nahezu im Wochentakt Sturmlagen. Selbst im Flachland kam es dabei mitunter zu Orkanböen, wie etwa im Mühlviertel am 10. Februar oder im Wiener Becken in der Nacht auf den 24. Februar.

Kaum Eistage, kaum Schnee

Im Flachland war der Winter 2019/20 vielerorts der schneeärmste der Messgeschichte, so gab es etwa in St. Pölten, Graz und Bregenz an keinem einzigen Tag eine geschlossene Schneedecke. Neue Negativrekorde wurde aber auch in Wien und Linz aufgestellt. Dazu gab es etwa in Innsbruck und Salzburg keinen einzigen Eistag mit einem Höchstwert unter 0 Grad. Einen neuen Negativrekord gab es in Linz mit nur 2 Eistagen. In einem durchschnittlichen Winter sind es 20.

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