Streit in der Donaustädter SPÖ um Bezirksvorsitz

Im März wählt die Donaustädter SPÖ einen neuen Bezirksvorsitzenden. Gute Chancen hat Ex-Staatssekretärin Muna Duzdar. Doch es regt sich Widerstand.

Bei den Genossen in der Donaustadt gärt es: Im März steht die Wahl zum Vorsitzenden der Bezirks-SPÖ an. Seit 2005 steht Nationalratsabgeordnete Ruth Becher (64) an der Spitze, doch das dürfte bald vorbei sein.

Wie "Heute" aus SPÖ-Kreisen erfahren hat, sind vor allem die Jungen in der Bezirkspartei mit dem Führungsstil von "denen da oben" unzufrieden. Gemeint sind damit neben Becher etwa auch Bezirkschef Ernst Nevrivy. Ihnen wird mangelnde Demokratie vorgeworfen, sie würden die Ideen anderer einfach abtun.

Ex-Staatssekretärin stellt sich zur Wahl

Hoffnung schöpften die Unzufriedenen, als die frühere Staatssekretärin, Nationalratsabgeordnete und Bundesrätin Muna Duzdar (42) ihre Kandidatur ankündigte. Dem Vernehmen nach hat sie gute Chancen, Becher tatsächlich an der Spitze der Bezirks-SPÖ abzulösen. Das ließ bei "denen da oben" offenbar die Alarmglocken klingeln.

Gegenkandidat soll Duzdar an Bezirksspitze verhindern

Aus Insiderkreisen heißt es, Becher werde nun nicht mehr zur Wahl antreten. Dennoch sollen Teile der Bezirkspartei versucht haben, Duzdars Antreten mit juristischen Winkelzügen zu verhindern. Als Juristin kennt Duzdar die Statuten aber genau und fiel nicht darauf hinein. Das ließ bei den Gegnern der Ex-Staatssekretärin Plan B in Kraft treten: Sie gingen auf die Suche nach einem Gegenkandidaten.

SP-Klubchef soll Graben überbrücken

Laut einer Quelle fiel die Wahl dabei offenbar auf Josef Taucher. Der gebürtige Grazer hat seine politische Heimat in der Donaustadt, sitzt seit 2014 im Wiener Gemeinderat und ist zudem seit September 2018 Klubvorsitzender der Wiener SPÖ. Er gilt als kompetent und beliebt, daher trauen ihm viele zu, wieder Frieden nach Transdanubien bringen. Freilich geht es den Duzdar-Gegnern nicht nur um das Überbrücken des zunehmend aufklaffenden Grabens zwischen "alt" und "jung", sondern auch ihre Nachfolge an der Spitze der Bezirks-SPÖ zu verhindern.

Am Sonntag Nachmittag bestätigte eine Sprecherin gegenüber "Heute" das Antreten Tauchers. Diese erfolge aber aus eigenem Willen. Dass der Grund ein Verhindern Duzdars sei, wird dezidiert ausgeschlossen.

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