Willst du ein ganzes Dorf für dich allein?

In Zeiten von Social Distancing ein verlockendes Angebot: In Connecticut könntest du der einzige Bewohner eines ganzen Dorfes werden.
Auf 25 Hektaren Fläche breitet sich die Ortschaft Johnsonville an einem Flussufer in Connecticut aus. Einst eine aufstrebende Kleinstadt, ist sie heute unbewohnt – abgesehen von einer Art Hausmeister und einem Sicherheitsbeauftragten, der Entdecker und Vandalen fernhalten soll, bis ein Käufer gefunden wird. Johnsonville soll bereits seit Jahren für knapp 1,85 Millionen Dollar verkauft werden.

Namensgeber spukt noch durch die Stadt



Den künftigen Besitzer erwarten diverse Häuschen, Grünflächen und reichlich Platz für Social Distancing – schließlich wäre er, als neuer Besitzer, erst mal der einzige Bewohner. Abgesehen natürlich von den Geistern, die die Stadt angeblich heimsuchen. Darunter soll auch der Geist von Mr. Johnson sein, dem Namensgeber der Stadt.

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Die Geschichte von Johnsonville beginnt 1802. In einer Fabrik wurde Garn im großen Stil produziert, das in der flussnahen Region hauptsächlich für Fischernetze genutzt wurde. Rund um die Fabrik entstand nach und nach ein Dorf mit Wohnhäusern, einer Kirche, einem Laden und einer Post. Wie viele Leute zu dieser Zeit dort lebten, ist nicht bekannt.

Altersheime geplant



1965 kaufte schließlich Raymond Schmitt, ein reicher Flugzeugbauer, die Neptune Mill der Familie Johnson. Viele andere Mühlen und Fabriken waren veraltet oder nicht mehr in Betrieb, und nach kürzester Zeit war Schmitt in der Lage, die ganze Stadt aufzukaufen.

Schmitt mochte keine Auswärtigen. Seine Stadt war für die Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich. Gelegentlich machte er jedoch eine Ausnahme, wenn er die Kirche oder eine Scheune für Hochzeiten vermietete. Irgendwann hatte Schmitt jedoch genug: 1994 beschloss er, das Dorf zu verkaufen.

Schließlich schlug die Hotelkette Meyer Jabara zu. Sie wollte das Grundstück 2001 in eine Art Altersheim-Siedlung umwandeln, verlor aber aufgrund anderer Projekte das Interesse daran. So stand Johnsonville die letzten 16 Jahren leer – und Meyer Jabara will seit 2014 wieder verkaufen.



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