"Wird nicht reichen" – das sagt Gewerkschaft zur Reform

Demonstration des Pflegepersonals in Wien (Archivbild)
Demonstration des Pflegepersonals in Wien (Archivbild)Alex Halada / picturedesk.com
Die Regierung präsentierte die große Pflegereform. "Das Paket ist gut, allerdings wird es nicht reichen", heißt es von der Gewerkschaft vida.

Sozialminister Johannes Rauch hat am Donnerstag das "größte Reformpaket der vergangenen Jahrzehnte" präsentiert. Für Beschäftigte gibt es einen Gehaltsbonus und mehr Urlaub, auch Auszubildende profitieren stark, "Heute" berichtete.

"Viel zu lange Zeit gelassen"

"Der Druck hat sich ausgezahlt. Die Bundesregierung musste sich auf den anhaltenden gewerkschaftlichen Druck hin bewegen, auch wenn das zuständige Ministerium sich viel zu lange Zeit gelassen hat", kommentieren Sylvia Gassner, Vorsitzende des Fachbereichs Soziale Dienste der Gewerkschaft vida, und Gerald Mjka, Vorsitzender des Fachbereichs Gesundheit der Gewerkschaft vida, das neue Pflegepaket.

Es sei darüber hinaus dennoch klar, dass dieses Paket nicht ausreicht und es weitere Investitionen benötigt. "Die Pandemie hat auf die Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Pflegebereich ein zusätzliches Brennglas geworfen. Die Probleme – Stichwort Personalnotstand – liegen weiter zurück. Es braucht nachhaltige Veränderungen, und das nicht nur in der Pflege", so Gewerkschafter Mjka weiter. "Das Paket kann nur ein erster Schritt sein, den wir gut finden. Es müssen aber weitere Schritte und Investitionen für alle Bereiche des Gesundheitssystems folgen."

"Erfolg des gewerkschaftlichen Drucks der letzten Jahre"

Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA sieht die Reform sehr positiv: "Dass von der Bundesregierung der erste Schritt einer Pflegereform beschlossen wird, ist ein großer Erfolg des gewerkschaftlichen Drucks der letzten Jahre. Gemeinsam mit zigtausenden Beschäftigten wurde bei Demonstrationen, in Betriebsversammlungen und mit Streiks bei Kollektivvertrags-Verhandlungen auf die katastrophale Situation der Pflege hingewiesen. Nicht zufällig präsentiert die Regierung ihr Pflegepaket am Tag der Großdemonstration zum Tag der Pflege. Diese Reform zeigt: Gewerkschaftliches Engagement zahlt sich aus."

Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin des ÖGB, freut sich, das die Menschen in der Pflege nun endlich Wertschätzung erfahren: "Wichtig ist für die Betroffenen vor allem, dass nach langen Jahren der Worte endlich Taten folgen. Wir werden genau hinschauen, damit alles tatsächlich im Sinne der Betroffenen umgesetzt wird."

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