Xiaomi Mi Robot Vacuum-Mop P im Test: Sauberer Sauger

Mit dem Mi Robot Vacuum-Mop P liefert Xiaomi einen leistbaren Mix aus Staubsaug- und Wischroboter. Im "Heute"-Test leistet dieser saubere Arbeit.

Einst in anderen Ländern weit teurer gestartet, gibt es den Mi Robot Vacuum-Mop P des Technologie-Unternehmens Xiaomi nun auch in Österreich – um aktuell rund 268 Euro. Das macht das Gerät recht preiswert im Vergleich zu anderen Saug- und Wischrobotern. Geräte wie jene der Marken Zigma und Mova bewegen sich zwischen 350 und 400 Euro, günstigere von Medion sind bei rund 150 Euro zu finden, teurere wie der Luxus-Heurist von Dyson bei 1.000 Euro.

Beim Mi Robot Vacuum-Mop P ging ein ein paar Kompromisse ein, um den Preis niedrig zu halten, die Leistung wird davon aber kaum beeinträchtigt. Das größte Manko ist vielmehr die Verfügbarkeit, denn bisher gibt es nicht viele Verkaufsstellen, die den Roboter führen. Generell verfolgt der Saug- und Wischroboter Xiaomis Tradition bei Smartphones: Premium-Geräte werden zu günstigen Preisen verkauft und sollen sich in ein Xiaomi-Smart-Home einfügen.

Bei den Sensoren wurde nicht gespart

Das Mi Robot Vacuum-Mop P entspricht optisch den bisherigen Sauger-Modellen von Xiaomi, hat nun aber eine zusätzliche Wischer-Funktion verbaut. Der Mop P kann damit in drei Modi arbeiten: Saugen, wischen – oder beides gemeinsam. Damit dies in möglichst allen Ecken und Winkeln geschieht, hat Xiaomi trotz Billig-Preis zahlreiche Sensoren zur Erkennung von Hindernissen und Ecken und auch die Lidar-Technologie zur Vermessung der und Navigation durch die Wohnung.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich einfach, auch wenn die Anleitung für absolute Neulinge ruhig etwas ausführlicher hätte ausfallen dürfen. Im Scheiben-förmigen Gerät sind die Walzenbürste und die Kehrbürste bereits vorinstalliert. Die Walzenbürste kann einfach aus dem Gehäuse entfernt und von Haaren oder Staub befreit werden. Bei der aufsteckbaren Kehrbürste liegt ein zweites Ersatzteil der Packung bei – die Bürste zeigt sich im Einsatz als äußerst robust und beständig.

Einrichtung erfolgt fast automatisch

Hebt man den recht dünnen Deckel an der Oberseite des Roboters an und klappt ihn auf, findet sich darunter der Einschub-Schacht, in dem je nach Nutzungsweise der Saug- oder Saug-Wisch-Behälter platziert werden. Beide haben einen Filter verbaut – und beide sind mit einen ebenfalls unter dem Robo-Deckel verborgenen Mix aus Bürste und Schneidmesser leicht von Staub und Haaren zu befreien. Nutzt man die Wischfunktion, wird das Mopptuch in einen Slot auf der Rückseite des Roboters eingehängt. 

Sind alle Produktinhalte ausgepackt, geht es in der Xiaomi Mi Home App für Mobilgeräte weiter. Dort tippt man nach der Anmeldung einfach auf das Plus-Zeichen und wählt den Saug. und Wischroboter aus der Liste von Xiaomis Smart-Home-Geräten aus. Viel ist nicht zu tun: Nach dem Eintragen der WLAN-Daten spielt der Roboter Updates automatisch ein und erledigt den Einrichtungsprozess so gut wie von selbst. Bleibt nur noch, die Ladestation aufzustellen.

Beeindruckende Sensor-Erkennung

Wichtig dabei: Zu den Seiten der Station sollte es zumindest 50 Zentimeter freien Platz, davor einen Meter geben, damit der Saugroboter auch richtig in die Station "einparken" kann. Ist genug Platz, dockt der Roboter mit seinen metallenen Ladekontakten an jenen der Station an und beginnt den Ladevorgang. Gänzlich geleert, beträgt die Ladezeit rund 90 Minuten. Ab dem ersten Start erfolgt dann nicht nur ein erster Reinigungsvorgang, sondern auch die "Vermessung" der Wohnung mittels des Lidar-Sensors. In der App erscheint dabei eine Karte der erfassten Umgebung.

Rund 45 Minuten bis eine Stunde benötigt der Saug- und Wischroboter für seine "Erkundungsfahrt" in einer rund 100 Quadratmeter großen Wohnung. Beeindruckend ist, wie gut der Roboter Hindernisse erkannt und Räume erfasst, die dann in der App in einzelne Zimmer organisiert werden. Im Karteneditor der App lassen sich Bereiche hinzufügen, Zimmer benennen oder virtuelle Wände einrichten, die dem Roboter zeigen, in welche Sektoren er nicht fahren darf. Treffgenau erkennt der Roboter auch, unter welche Möbel er mit seiner geringen Größe passt und durchfahren kann und wo er keine Chance hat.

Kleiner Klettermax in der Praxis

Ab diesem Zeitpunkt ist der Saug- und Wischroboter dann einfach auf Saugreise zu schicken. Startet man den Roboter entweder per Tipp auf die Start-Taste am Gehäuse, per Tipp in der App oder auch per Sprachsteuerung mit Google Assistant und Amazon Alexa, saugt er im Standard-Modus die gesamte Wohnung ab. Alternativ kann in der App der Auftrag für ein einzelnes Zimmer erteilt werden. Die Saugleistung selbst ist in vier Stufen regelbar und zufriedenstellend. Gerade in Ecken oder im Teppich bleiben gerne ein paar Fusel zurück – viel besser bekommen es aber auch weit teurere Modelle nicht hin.

Bemerkenswert ist auch, dass viele Hindernisse kein Problem für den Roboter darstellen. Selbst höhere Teppiche und Kanten bis zu 2 Zentimeter Höhe erklimmt der Roboter mit seinen beiden Zahnrad-artigen Rädern ohne Probleme – im Test-Fall versuchte der Roboter gar, eine rund drei Zentimeter hohe Kante eines Couchtischs zu überfahren, was wir in der App dann unterbanden. Auffällig: Anders als viele Konkurrenten saugt der Mi Robot kaum dünne Kabel oder Schuhbänder ein und verheddert sich selten in solchen. Dennoch: Allzu viel sollte am Boden für eine saubere Arbeitsweise nicht herumliegen.

Blitzsaubere Wischleistung

Geht der Akku zur Neige, kehrt der Roboter selbstständig an die Ladestation zurück – und setzt seine Arbeit (falls noch nicht erledigt) auch selbstständig wieder fort. In der App können auch Arbeits-Zeiträume zu gewissen Zeiträumen oder an gewissen Tagen festgelegt werden. Allerdings: Auch bei nicht allzu verschmutzten Wohnungen ist eine regelmäßige Entleerung des Staubbehälters notwendig, in etwa nach jedem zweiten vollen Saug-Durchgang. Tauscht man den Staubbehälter gegen den Kombi-Behälter, wird auch das Wischen der Wohnung möglich.

Der Roboter informiert dabei auf Wunsch auch per englischer Sprachausgabe über Dinge wie den eingesetzten Behälter, des Start der Routine, schwachen Akkustand oder Blockaden in der Wohnung. Der Wischmodus des Roboters kann übrigens entweder gemeinsam mit dem Saugmodus oder separat aktiviert werden. Die Leistung ist ausgezeichnet: Der Mob wischt die Böden für bessere Ergebnisse im Zick-Zack-Kurs und verteilt dabei genau die richtige Menge an Wasser am Boden, ohne dass es Flecken oder Pfützen geben würde. Auch die Wasserzufuhr lässt sich in drei Stufen regeln. Blitzsaubere Leistung!

Kleine Mankos, aber trotzdem Spitze

Der Akku ist laut Xiaomi rund 3.200 Milliamperestunden groß und hält 130 Minuten durch. Das gilt allerdings in der Praxis für die leistungsärmeren Modi. Im Saug-Wisch-Kombimodus mit höchster Wasserverteilung und höchster Saugstufe kommt der Roboter auf eine Laufzeit von 50 Minuten. Das ist nicht unbedingt viel, aber ausreichend für eine nicht zu große Wohnung. Eine stärkere Akkuleistung würde aber sowieso nicht viel in der Praxis ändern, denn der Wassertank des Roboters ist mit 0,2 Liter sehr knapp bemessen und muss nach jedem Wischvorgang aufgefüllt werden. Im Kombibehälter ist übrigens der Staub-Behälter 330 Milliliter groß, im Standard-Saugmodul 550 Milliliter.

Zwar bietet der Roboter auch einen "leisen" Saugmodus, der tatsächlich relativ ruhig ausfällt, konsequent Staub entfernt wird aber erst ab der mittleren und deutlich lauteren Stufe. Telefonate lassen sich daneben noch problemlos führen, mit dem leisten Ansehen einer TV-Sendung oder Anhören eines Radiosenders ist es dann aber vorbei. Einmal erledigt, lassen sich die Behälter und Filter wie bereits beschrieben einfach abnehmen und säubern. Wünschenswert wäre ein etwas stärkerer Akku und ein etwas größerer Wassertank gewesen. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Xiaomi Mi Robot Vacuum-Mop P aber einsame Klasse und sorgt für eine fast so gute Sauberkeit wie beim Saugen und Wischen per Hand.

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