Betrüger in Wien aufgeflogen

Zuwanderer ist Chef von vier Cafés, weiß nichts davon

Die Wiener Kaffeehauskultur machten sich nun perfide Betrüger für ihre Masche zu Nutze. Doch die Finanzpolizei kam ihnen auf die Schliche.

Newsdesk Heute
Zuwanderer ist Chef von vier Cafés, weiß nichts davon
Der Libanese war der "Chef" von vier Wiener Kaffeehäusern. Davon wusste er nur nichts.
Getty Images (Symbolbild)

In einer umfassenden Ermittlungsaktion wurden in Wien vier Kaffeehäuser aufgedeckt, die im Zentrum eines ausgeklügelten Franchisesystems mit illegalen Praktiken standen. Das meldet die Finanzpolizei am Sonntagmorgen.

Die Betriebe wurden demnach unter dem Namen eines ahnungslosen libanesischen Staatsbürgers geführt, der als Gewerbeinhaber registriert, aber über seine Rolle und die bei "seinem" Unternehmen angemeldeten Dienstnehmer nicht informiert war. Mutmaßlicher Drahtzieher war ein fremdenpolizeilich gesuchter Pakistani.

"Dieser Fall zeigt deutlich, dass unser Kampf gegen Steuerbetrug und illegale Beschäftigung mit aller Härte fortgesetzt wird. Wir werden nicht zulassen, dass kriminelle Netzwerke unsere Wirtschaft unterwandern und legale Unternehmer sowie den Staat schädigen", konstatiert Finanzminister Magnus Brunner (VP). Die Finanzpolizei werde weiterhin "entschlossen und zielgerichtet" Maßnahmen gegen solche Praktiken setzen.

Betriebe als "auffällig" eingestuft

Die Betriebe wurden aufgrund einer Anzeige durch die Abgabensicherung als "auffällig" eingestuft. Die Untersuchung offenbarte, dass der offiziell registrierte Gewerbeinhaber – ein Libanese mit Fremdenpass, der Grundsicherungsleistungen bezog – von seiner Rolle als Unternehmer nichts wusste.

Auch die bei diesen Unternehmen angemeldeten Dienstnehmer, die größtenteils geringfügig beschäftigt sind, waren dem vermeintlichen Inhaber unbekannt.

Die Ermittlungen der Finanzpolizisten zeigten, dass die Umsätze in den Lokalen teilweise über Kassensysteme erfasst wurden, die auf Scheinunternehmen liefen. Dies ermöglichte es den mutmaßlichen Verantwortlichen, Einnahmen systematisch am österreichischen Staat vorbeizuleiten.

Drahtzieher bereits polizeilich gesucht

14 Dienstnehmer waren insgesamt bei den Betrieben angemeldet. Vor Ort angetroffene Personen gaben sich als Angestellte oder Untermieter aus und verwiesen auf den ahnungslosen Gewerbeinhaber als Chef. Dessen Steuerkonto wies lediglich Arbeitnehmerveranlagungen auf.

Der Gewerbeinhaber gab bei Befragung durch die Finanzpolizei an, den mutmaßlichen Drahtzieher, einen 52-jährigen zur Ausweisung gesuchten pakistanischen Staatsbürger, über einen nicht zur Ausübung befugten Steuerberater zu kennen.

Es hagelt Anzeigen

Diese Praktik ist eine systematische Verschleierung und Ausnutzung von Personen, die kaum der deutschen Sprache mächtig sind. Das erschwerte die Ermittlungen der Finanzpolizei zusätzlich.

Ermittelt wird nun wegen Verstößen nach dem Ausländerbeschäftigtengesetz, dem allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, dem Arbeitszeitgesetz, Hinterziehung sämtlicher Steuerarten, Lohnabgaben, Sozialversicherungsabgaben und Einkünfte.

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    Auf den Punkt gebracht

    • In Wien wurden Betrüger entlarvt, die mithilfe von vier Kaffeehäusern ein komplexes Franchisesystem mit illegalen Praktiken betrieben
    • Die Betriebe wurden unter dem Namen eines ahnungslosen libanesischen Staatsbürgers geführt, während ein fremdenpolizeilich gesuchter Pakistani als mutmaßlicher Drahtzieher agierte
    • Die Finanzpolizei führt umfassende Ermittlungen wegen illegaler Beschäftigung, Steuerhinterziehung und weiterer Verstöße durch
    red
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