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Rechtsextreme attackieren ganze Schulklasse

Das Foto einer Schweizer Schulklasse wird derzeit auf Facebook heiß diskutiert. Die Stadt Zürich prüft rechtliche Schritte.

13.09.2021, 21:38
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Dieses Dokument einer Stadtzürcher Klasse kursiert seit Donnerstag auf Facebook.
Bild: Screenshot Facebook

Auf Facebook spotten diverse Nutzer derzeit über das Foto einer Schweizer Schulklasse. Grund: Von 18 Schülerinnen und Schüler habe es nur einen Buben mit einem "richtigen Schweizer Namen und Aussehen". Alle Kinder sind klar erkennbar und mit vollem Namen angeschrieben. Eine empörte Nutzerin meldete sich deswegen am Donnerstag bei "20 Minuten": "Ich bin absolut entsetzt, dass unschuldige Kinder für rechte Ansichten und Kommentare an der rassistischen Grenze hinhalten müssen." Sie habe alle Personen, die den Post geteilt haben, umgehend gelöscht und wolle nie wieder etwas mit diesen Menschen zu tun haben. "Ich hoffe, dass es eine Möglichkeit gibt, dass die Kinder oder die Schule rechtlich gegen diese Personen vorgehen können", so die Leserin. Politiker hat Foto gepostet Wie "20 Minuten" berichtet, sind die Bilder Teil eines schulinternen Dokuments. Bei der Stadt Zürich hat man bereits Kenntnis über die Aktivitäten auf Facebook: "Dieser völlig unsachliche Facebook-Post hat uns sehr betroffen gemacht", sagt Marc Caprez, Leiter Kommunikation Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich. Die Kinder hätten einen Anspruch auf Privatsphäre und vor allem auch auf den gesetzlich vorgesehenen Persönlichkeitsschutz.

Unter anderem hat auch Rafael Rotzer von der rechtsextremen Pnos-Partei das Bild auf Facebook gepostet. "Wir haben Raphael Rotzer aufgefordert, den Post innerhalb 24 Stunden zu entfernen, und prüfen rechtliche Schritte", so Caprez.

"Es heißt ja nicht, dass alle kriminell sind" Inzwischen hat Rotzer das Foto gelöscht. "Es war nicht meine Absicht, die Kinder auf dem Bild zu diskriminieren, sondern aufzuzeigen, wie es an Schulen in unserem Land aussieht", schreibt er auf Facebook. Das sagt auch Pnos-Sprecher Dominic Lüthard auf Anfrage: "Mit dem Post wollte man einfach grundsätzlich die Entwicklung der Gesellschaft aufzeigen und hinterfragen." Die Kinder sollen auch nicht verurteilt werden. "Es heißt ja nicht, dass alle kriminell sind", so Lüthard.

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