Game Review

19. Juni 2019 19:13; Akt: 17.07.2019 11:03 Print

Constructor Plus auf PS4 wird Legende nicht gerecht

Nachdem Constructor Plus auf der Nintendo Switch erschienen ist, ist es mittlerweile auch auf der PS4 da. Allerdings hat man auf der Switch Vorteile.

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Wie auch das Original spricht auch "Plus" den Immobilien-Tycoon im Gamer an. Fast aus dem Nichts soll man sich ein Städte-Imperium mit Miethäusern und -wohnungen aufbauen, wobei selbst kriminelle Energie verwendet werden kann. Was etwa tun, wenn ein anderer Immobilien-Hai ein Grundstück geschnappt hat, das wir uns eigentlich unter den Nagel reißen wollten. Ehrliche Spieler werden einfach so lange Geld bieten, bis dem Gegenüber das Angebot passt. Mehr Spaß macht es da aber, ein paar dubiose Gestalten anzuheuern, die das Objekt belagern und nach und nach die Mieter vertreiben, bis der Eigentümer das Objekt sowieso verramschen will. Oder aber man sabotiert als Handwerker getarnt Gebäude, die sogar spektakulär in die Luft fliegen können. Da auch unsere Gegner mit allen Wassern gewaschen sind, stehen auch uns selbst solche "Überraschungen" ins Haus. Auch "Constructor Plus" schafft es hier, diese Elemente toll einzusetzen, ohne sie überzustrapazieren. Probleme und dementsprechende Gameplay-Action bereiten aber auch die ganz normalen Mieter für die Objekte. Selten sind sie ruhig und zahlungswillig, sondern zeigen sich in allen Facetten, vom Dauerparty-feiernden ewigen Studenten bis hin zum verdreckenden Schreihals. Ist vieles bei "Plus" gleich wie bei der Original-Version, unterscheidet sich der Titel jedoch deutlich bei der Steuerung. Generell liegt die Box mit den einzelnen Befehlen als grafisches Element auf der rechten Seite des Bildschirms. Wer am TV spielt, muss mit dem Stick zuerst einmal über die Elemente scrollen, um deren Funktion zu verstehen. Weitere Befehle sind auf die Steuer- und Schultertasten der Switch-Controller als Schnellwahl gelegt. Einen Vorteil haben Gamer, die im Handheld-Modus spielen, denn die Befehle lassen sich so über den Touchscreen einfach mit dem Finger aufrufen und aktivieren, ohne dass man mit den Sticks herumsuchen muss.

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Als Immobilienhai der Konkurrenz sabotierende Handwerker ins Haus schicken, mit Schlägern die Grundstückspreise in der Nachbarschaft fallen lassen und die Mafia an den eigenen Gewinnen beteiligen – was klingt wie ein Krimi ist seit rund 22 Jahren Inhalt der Spielereihe "Constructor". In ihr soll man sich vom Immobilien-Einsteiger zum König der Stadt simulieren.

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Der Mix aus Strategie, Action und Simulation erschien ursprünglich im Original auf dem PC und bekam im März mit "Constructor Plus" auch einen Ableger auf der Switch. Genau jener Ableger ist nun auch für die PlayStation 4 und die Xbox One sowie wiederum für den PC erschienen. Wir haben uns erneut an die PS4 gesetzt und die Kontrolle über die Stadt übernommen.

Bezüglich der Handlung und der Inhalte unterscheidet sich die PS4-Version nicht von jener der Switch – weshalb wir an dieser Stelle auf unseren Spieletest der Switch-Fassung verweisen. In diesem haben wir vor allem eines bejubelt: Dass im handheld-Modus die Steuerung dank Touchscreen-Unterstützung einfach perfekt ist und leichter nicht umgesetzt werden könnte.

Feature geht wieder verloren

Traditionell geht dieses Feature in der PS4-Fassung nun wieder verloren. Hier muss man Constructor Plus wieder die Knopfbelegung des Controllers auswendig lernen, da jeder Button mehrere verschiedene Funktionen auslösen kann. Wer das nicht will, muss mit dem Cursor, der per Stick gesteuert wird, mühsam über den Bildschirm scrollen, um die jeweilige Aktion im Menü an der Bildschirmseite auszuwählen. So locker die Steuerung auf PC und Switch funktioniert, so frustbeladen ist sie auf den Konsolen.

Außerdem hat sich grafisch wenig getan. Zwar sind alle Texturen in der neuen Version überarbeitet worden, dennoch macht das Game auf der PS4 einen etwas zu verstaubten Eindruck. Ist man am PC den Retro-Look gewohnt und fällt das beim kleinen Switch-Bildschirm kaum auf, hätte man sich bei der Konsolenfassung doch mehr an Politur erwartet. Freunde des Originals wird das aber nicht weiter stören.

Etwas für Fans der Serie

Besser gealtert sind im Spiel die Sprachausgabe und die Soundeffekte, die auch heute noch perfekt auf die Simulation zugeschnitten sind. Stören werden sich Neulinge eher an der Lernkurve, die direkt nach Beginn steil nach oben geht und dafür sorgt, dass man besonders durch die Konsolensteuerung unter Dauerstress steht.

Manipulieren Gegner nämlich unsere Wohnungen und Objekte zum wiederholten Male, wäre rasches Handeln angesagt. Allerdings geht durch die Steuerung immer wieder wertvolle Zeit verloren. Keine Frage, Constructor ist auch in der Plus-Version kein schlechtes Spiel und vor allem auf PC und Switch ein Genuss. Auf der Konsole werden sich aber viele Spieler nicht mit dem Game anfreunden können. Schade, immerhin gilt Constructor als Legende unter den Aufbaustrategie-Spielen.

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