Als erste Region Europas

28. März 2019 12:50; Akt: 28.03.2019 13:18 Print

Kärnten beschließt Glyphosat-Verbot ab 2020

Der Kärntner Landtag hat einstimmig ein Verbot des umstrittenen Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat beschlossen. Bereits ab 1. Jänner 2020 soll es gültig sein.

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Selbst beim "Eisfasching" in Berlin war das Glyphosat-Verbot Thema am 13. Jänner 2018. (Bild: picturedesk.com/Maurizio Gambarini)

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Kärnten wird wohl die erste Region in Europa, die das mutmaßlich krebserregende Pflanzengift Glyphosat verbietet. Ein einstimmiger Beschluss dazu wurde am heutigen Donnerstag vom Kärntner Landtag gefasst. Neben Glyphosat sollen hunderte weitere gefährliche Gifte nach einer Übergangsfrist ab 1. Jänner 2020 für private Anwender verboten.

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Soll Glyphosat in Österreich verboten werden?

"Heute ist ein guter und wichtiger Tag für unsere Bevölkerung, für unsere Umwelt und vor allem für unsere Kinder", freut sich Landeshauptmann Peter Kaiser angesichts des einstimmigen Beschlusses, mit dem das Verbot im Rahmen des Kärntner Pflanzenschutzmittelgesetzes umgesetzt wird.

"Vorsicht ist besser als Nachsicht"

"Eines ist ganz klar: Slowfood, Bio und Glyphosat – das passt nicht zusammen", betont auch SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser: "Gewisse Mittel haben in den Händen von Laien also nichts verloren. Zu hoch ist die Gefahr, sich selbst oder die Umwelt damit zu gefährden. Hier gilt ganz klar: Vorsicht ist besser als Nachsicht."

Denn: Ein wesentlicher Teil des Pflanzengiftes werde in den Privatgärten ausgebracht, erklärt die SPÖ Kärnten in einer Aussendung. Ausdrücklich erlaubt bleiben hingegen Mittel auf biologischer Basis, die richtig angewendet kein Risiko für Mensch und Natur enthalten: "Das sind rund 150 verschiedene Mittel für die verschiedensten Anlässe. Von Schneckenkorn über die effektive Bekämpfung von Blattläusen, Schimmel oder Mehltau – bis hin zu Wachs für den Baumschnitt. Damit ist sichergestellt, dass auch in Zukunft in Kärnten nach Herzenslust gegärtnert werden kann. Aber ohne die Gefahr von negativen Langzeitfolgen", so Seiser.

Kritiker fürchten "Abkehr von lebendigen Gärten"

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) übt scharfe Kritik an dem Beschluss. Damit werde privaten Anwendern der Einsatz zahlreicher sicherer und geprüfter Pflanzenschutzmittel in Haus und Garten verboten, teilte die IGP in einer Aussendung mit und spricht von einem "Pflanzenschutzmittel-Kahlschlag".

"Zahlreiche Schadfaktoren sind künftig nicht mehr bekämpfbar. Das hat Auswirkungen auf die Flora und Fauna und ist ein Belastungspaket für alle Hobbygärtner in Kärnten", so Obmann
Christian Stockmar: "Was bisher mit einem Pflanzenschutzmittel für Haus und Kleingarten auf einfachstem und sicherem Wege möglich war, verlangt künftig die Beauftragung von Professionisten. Damit wartet auf Kärntens Hobbygärtner ein enormes Belastungspaket."

Bundesweites Verbot gefordert

Viele Gemeinden würden allerdings schon freiwillig auf Glyphosat verzichten, heißt es in der Mitteilung der SPÖ weiter. ÖBB und Asfinag würden die Verwendung bereits schrittweise aus eigenem Antrieb reduzieren und auch die Handelskette Spar nur noch Produkte ins Sortiment nehmen, bei deren Herstellung das Pflanzengift nicht zur Anwendung komme.

"Alle Signale deuten in Richtung glyphosatfreie Zukunft", so Landeshauptmann Kaiser und appelliert in Richtung Wien: "Jetzt ist es an der Bundesregierung, Nägel mit Köpfen zu machen und den Weg für ein bundesweites Verbot zu ebnen."

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Checker am 28.03.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Glyphosat und RoundUp

    zu verwenden ist ein Verbrechen an der Umwelt. Dient nur zur Bereicherung der Hersteller und zerstört die Natur und die Tiere.

  • Sandra am 28.03.2019 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bei der WHO

    Bei der WHO sagt man Glyphosat ist WAHRSCHEINLICH Krebserregend das bedeutet das es nicht erwiesen ist. Hier wurde wieder einmal für die große Masse etwas zum Sündebock gemacht um vor Wichtigeren Dingen abzulenken. Die sollten bekanntgeben wieviel Lebensmittel, welche wir täglich verzehren, wahrscheinlich Krebserregend sind da würden wir Alle schön blöd schauen !

  • Toni am 28.03.2019 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bund bitte nachmachen

    Bravo Kärnten! Es ist mir unbegreiflich, dass der Bund hier nicht mitzieht. Aber die Gesundheit dürfte bei der Regierung nicht höchste Priorität haben.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • harri am 29.03.2019 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Vor den Vorhang bitte

    dafür können die Schüler gleich jeden Freitag auch nach der Schule auf die Straße gehen, da dies ganz wichtig ist; Hoffe, dass sie diesbezügl. auch eine große Unterstützung von den Aktivisten im Hintergrund erhalten. Jetzt kann man es gleich zeigen, wie Ernst man das Geforderte mit dem Klima/Umweltschutz so nimmt in Österreich

  • Robert am 28.03.2019 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man sich

    Wenn man sich intensiv um das Krebsthema kümmert, was ich jetzt, als leider auch Betroffener, gemacht habe, dann kommt man zur Erkenntnis das die Medizin in Wahrheit gar nicht weiß wovon Krebs kommt und noch weniger wie man ihn heilen kann. Aber eines ist Sicher es ist für die Pharma Industrie ein Milliarden Geschäft und für Alle die daran verdienen. Vielleicht gäbe es einfachere Heilmöglichkeiten aber Diese werden garantiert von der Pharma Mafia total unterdrückt denn womit sollten Die ihre Milliarden verdienen wenn die Krebskranken Leute geheilt würden. Es wäre gut manchmal mitzudenken !

    • Censorship am 01.04.2019 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Robert

      "Es wäre gut manchmal mitzudenken !" Sprach der Verschwörungsfanatiker... ;)

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  • Sandra am 28.03.2019 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bei der WHO

    Bei der WHO sagt man Glyphosat ist WAHRSCHEINLICH Krebserregend das bedeutet das es nicht erwiesen ist. Hier wurde wieder einmal für die große Masse etwas zum Sündebock gemacht um vor Wichtigeren Dingen abzulenken. Die sollten bekanntgeben wieviel Lebensmittel, welche wir täglich verzehren, wahrscheinlich Krebserregend sind da würden wir Alle schön blöd schauen !

  • Edith am 28.03.2019 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Leider gilt das Verbot nur für private Haushalte. In der Landwirtschaft dürfen sie weiterhin das Gift verspritzen und wir dürfen das vergiftete Zeugs dann essen.

  • Toni am 28.03.2019 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bund bitte nachmachen

    Bravo Kärnten! Es ist mir unbegreiflich, dass der Bund hier nicht mitzieht. Aber die Gesundheit dürfte bei der Regierung nicht höchste Priorität haben.

    • Peter Pan am 29.03.2019 08:09 Report Diesen Beitrag melden

      passiert nicht

      Wird er nicht. Die FPÖ hat in der EU GEGEN das Auslaufen der Zulassung von Glyphosphat gestimmt. Es sind Wirtschaftsparteien, denen die Bevölkerung egal ist.

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