Unkrautvernichter

30. November 2017 18:09; Akt: 30.11.2017 18:52 Print

Kärnten will Glyphosat verbieten

ÖVP, SPÖ, Grüne und FPÖ sind sich einig: Alle unterstützen ein eigenes Verbot des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat.

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Die EU erlaubt das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für weitere fünf Jahre. Das trifft vielerorts nicht auf Zustimmung – österreichische Milchbauern wollen etwa freiwillig darauf verzichten – und ruft ÖVP, SPÖ, Grüne und FPÖ in Kärnten auf den Plan.

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Sollte Glyphosat allgemein verboten werden?
88 %
5 %
7 %
Insgesamt 661 Teilnehmer

"Wir haben eine Möglichkeit gefunden, Glyphosat für Kärnten verbieten zu können. Die Agrarabteilung formuliert eine entsprechende Verordnung im Rahmen des Pflanzenschutzmittelgesetzes", sagte Agrarlandesrat Christian Benger (ÖVP) am Donnerstag.

In Regierungssitzung einbringen

Sobald die Verordnung fertig ist, will Benger sie unterschreiben und dringlich in die nächste Regierungssitzung einbringen. Er erwarte, dass auch Landesrat Rolf Holub von den Grünen für den gesamten nicht-agrarischen Bereich diese Verordnung unterschreiben wird, da es zur Verwendung von Glyphosat Übereinstimmung gebe.

Benger kann die Verordnung für ein mögliches Verbot von Glyphosat nur für die die Landwirtschaft formulieren. Holub müsse laut Benger für sämtliche anderen Bereiche, die 85 Prozent der Glyphosatmenge in Kärnten anwenden, mit unterschreiben.

Grüne unterstützen Vorhaben

"Die Zeit der tauben Ohren in dieser wichtigen Causa scheint zu Ende zu sein", erklärte Holub ebenfalls am Donnerstag. Selbstverständlich würden die Grünen jede Maßnahme, die zu einem glyphosatfreien Kärnten führe, unterstützen. Er lasse die rechtlichen Möglichkeiten derzeit prüfen, so Holub.

Auch die SPÖ unterstützt das Vorhaben. Die SPÖ-Landtagsfraktion will die Landesregierung dazu auffordern, auf Basis des Kärntner Landes-Pflanzenschutzmittelgesetzes ein landesweites Glyphosat-Verbot zu prüfen.

FPÖ betont Sinneswandel

Ebenso zeigt sich die Kärntner FPÖ zustimmend. Das landesweite Verbot werde von den Kärntner Freiheitlichen selbstverständlich begrüßt, so FPÖ-Klubobmann Christian Leyroutz. Der plötzliche Sinneswandel (insbesondere der ÖVP) sei wohl der kommenden Landtagswahl zu verdanken, vermutet er.

"Kärnten könnte das erste Bundesland werden, dass 100 Prozent glyphosatfrei ist. Das wäre vorbildhaft. Jetzt gilt es, den Vorschlag rasch und noch vor den Landtagswahlen im März umzusetzen", ließ Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich, in einer Aussendung mitteilen.

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(lu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dosi am 30.11.2017 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenbestimmtheit

    Ich finde sowieso, Ö sollte in vielen Belangen eigene Entscheidungen treffen und sich nicht alles von der EU vorschreiben lassen.

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  • helmut Kovanda am 30.11.2017 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gift im Teller

    Wo ist die Logik, wenn eine gewählte Regierung SOFORT eine Entscheidung trifft, welch die Multi weniger erfreut. Wer regiert einen Staat?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • helmut Kovanda am 30.11.2017 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gift im Teller

    Wo ist die Logik, wenn eine gewählte Regierung SOFORT eine Entscheidung trifft, welch die Multi weniger erfreut. Wer regiert einen Staat?

  • Dosi am 30.11.2017 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenbestimmtheit

    Ich finde sowieso, Ö sollte in vielen Belangen eigene Entscheidungen treffen und sich nicht alles von der EU vorschreiben lassen.

    • EU-Patriot am 30.11.2017 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Zuerst Informieren

      @Dosi Glyphosat wurde auch vor dem EU-Beitritt in Österreich verwendet,aber Hauptsache etwas gegen die EU schreiben stimmts? Warum gibt es in Österr.Produkten Zusatzstoffe die Gesundheitsschädigend sein sollen?

    • Dosi am 30.11.2017 23:38 Report Diesen Beitrag melden

      @EU-Patriot

      Wenn man aber jetzt drauf gekommen ist, dass es gesundheitsschädlich ist, kann es ja vom Markt genommen werden. Passiert ja häufiger, dass sich das erst mit der Zeit herausstellt. Z.B. Contergan Skandal,..Große, globale Themen können von der EU bestimmt werden aber ein bisschen Autonomie für einzelne Staaten muss erlaubt sein!

    • Melana am 01.12.2017 07:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Dosi

      " ein bisschen Autonomie für einzelne Staaten muss erlaubt sein! " Ein bisschen? Autonomie = Freiheit, ist Österreich dies nicht?

    • Dosi am 01.12.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Melana

      Meiner Meinung nach übernimmt Ö viele Vorschriften aus der EU. Autonomie = politische, verwaltungsmäßige + kulturelle Unabhängigkeit! Z.B. Warum das Rauchergesetz so belassen wie es jetzt ist und nicht verbieten, weil es in anderen EU Staaten auch so ist. Hoffe mit diesem Beispiel nicht eine Lawine loszutreten ;)

    • genug am 01.12.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      @EU-Patriot

      EU-Patriot ist schon ein widerspruch in sich ! verwendung im unwissen einer auswirkung ist etwas anderes als weiterverwendung trotz wissen einer vermuteten negativen auswirkung.

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