Unwetter in Kärnten

28. Oktober 2018 14:31; Akt: 28.10.2018 15:20 Print

Nach Sturm – jetzt droht Rekord-Hochwasser

Für Kärnten gibt es keine Entwarnung, im Gegenteil: Experten erwarten ein Hochwasser, wie es nur alle 30 bis 100 Jahre vorkommt.

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Das Gail-, Drau-, Lesach- und das Mölltal wurden besonders schwer getroffen. Die Aufräumarbeiten werden durch weiteren Regen erschwert. Starkregen, Hochwasser und Sturm verwüsteten weite Teile des Landes. Das Lesachtal ist weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Hochwasser in Hermagor. Bilder aus Hermagor... Das Bild der Webcam zeigt die aktuelle Lage in Dellach im Drautal ? das Landschaftsbild ist vom Hochwasser gezeichnet. (Quelle: Foto-Webcam.eu) Die Situation in Lavamünd. Das Dach des Zeughauses wurde abgetragen. Das Dach der Festung Hohensalzburg wurde zum Teil abgetragen. ...und für schlimme Schäden gesorgt. Der Sturm hat am Dienstag die Stadt Salzburg erreicht.... In der Stadt wurde Großalarm ausgelöst. Einsatzkräfte in Oberdrauburg. Die Möll und die Drau sind an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Das angekündigte Hochwasser ist eingetreten. In Rattendorf wurde Zivilschutzalarm ausgelöst. Die Freiwilligen Helfer stehen im Dauereinsatz. In Rattendorf (Hermagor) mussten zahlreiche Bewohner aus ihren Häusern evakuiert werden. Sie wurden in der Nacht in einem Rüsthaus untergebracht. Der tiefergelegene westliche und nördliche Bereich des Dorfes wurde mit Wasser überflutet. Die Einsatzkräfte retteten in letzter Minute auch die verängstigten Tiere aus den bereits überfluteten Ställen. Auch orkanartiger Sturm sorgte für zahlreiche Schäden. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Muren gingen ab. Kärnten in Alarmbereitschaft. Sämtliche Schulen, Kindergärten und Horte bleiben am Dienstag gesperrt. Nach der Sitzung des Landeskoordinationsausschusses in Kärnten haben sich die Einsatzkräfte gewappnet für das Hochwasser gezeigt. Bereits Samstagabend hat der Verbund die Wasserpegel in den Stauseebecken in Edling, Ferlach und im Bereich der Annabrücke auf Niedrigststand gesenkt. Im Bild: Niedriger Pegelstand am Völkermarkter Stausee. "Umgestürzte Bäume, verlegte Bundes- und Landesstraßen, gerissene Stromleitungen und abgedeckte Objekte bestimmen das Einsatzgeschehen", heißt es am Sonntag. Es gibt massive Schäden an Gebäuden, öffentlichen Verkehrswegen und vor allem im Forst. Zahlreiche Dächer wurden vom Sturm abgetragen. Bäume wurden umgerissen. Etwa 190 Florianis standen alleine am Vormittag im Einsatz. Straßen mussten aufgrund umgestürzter Bäume gesperrt werden. Die Florianis haben alle Hände voll zu tun. Zahlreiche Häuser wurde abgedeckt, die Freiwilligen Helfer haben alle Hände voll zu tun. Straßen sind zum Teil gesperrt. Die Feuerwehren im Unwetter-Einsatz. In Ferlach haben orkanartige Sturmböen zudem dafür gesorgt, dass zahlreiche Häuser abgedeckt und Bäume umgerissen wurden. Die Stadtgemeinde rät der Bevölkerung, lieber zuhause zu bleiben. Bäume wurden vom Sturm mitgerissen. Zahlreiche Dächer wurden abgetragen. Hochwasser in Kärnten. Seit dem führen Morgen ist die FF Kötschach-Mauthen im Hochwassereinsatz. Starkregen sorgt für Überschwemmungen. Unwetter mit Starkregen und Sturm sorgen Kärnten und Osttirol für Verwüstungen. Aktuelle Abflusssituation an Kärntens Flüssen - Abfluss in m³/s

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Ein orkanartiger Sturm mit Windspitzen von bis zu 130 Stundenkilometer hat in der Nacht die Gemeinde Ferlach überrascht und schwere Schäden hinterlassen. Am Sonntagmittag zog das Bezirksfeuerwehrkommando Klagenfurt-Land eine erste vorläufige Bilanz: "Von den Feuerwehren waren an die 180 KameradInnen über den ganzen Vormittag im Einsatz. Etwa 90 Einsatzstellen wurden in dieser Zeit bewältigt."

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Gegen Mittag beruhigte sich die Lage ein wenig, erste Helfer konnten wieder einrücken. "Eines ist aber vorab klar: Es gibt massive Schäden an Gebäuden, öffentlichen Verkehrswegen und vor allem im Forst", heißt es. 15 Häuser wurden allein in Ferlach beschädigt. Bewohner sind aufgerufen, sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten.

Krisensitzung abgehalten

Bis zum frühen Nachmittag tagte der Landeskoordinationsausschuss, bei dem Experten mit Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner zusammen über Schutzvorkehrungen und weitere Maßnahmen beraten haben. "Wir treffen alle nötigen Vorkehrungen um die drohenden Schäden so gering wie möglich zu halten", betonte Fellner. Noch seien es Prognosen, die sich ändern könnten. "Es soll keine Panik entstehen – wir wollen aber zur Sicherheit der Kärntner Bevölkerung bestens vorbereitet sein."

Markus Hudbonik, Katatsrophenschutzbeauftragter des Landes Kärnten, betonte: "Die nötige Absenkung der Drau-Stauseen ist durchgeführt worden. Das große Ziel muss es jetzt sein, den Durchlauf der Wassermassen in Lavamünd zu reduzieren um die Schäden möglichst gering zu halten."

Hochwasser, wie es nur alle 30 bis 100 Jahre vorkommt

Paul Rainer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) spricht von einem gewaltigen Ereignis, das auf Kärnten zukommt. Am Montag am Vormittag sei zwar leichte Entspannung zu erwarten, die Niederschläge und Sturmböen könnten danach aber noch einmal Spitzenwerte erreichen.

Große Hochwasserabflüsse beginnend bei Oberdrauburg erwarten die Experten aus der Abteilung 12 des Landes Kärnten. Es müsse mit einem 30- bis 100-jährlichen Hochwasser gerechnet werden.

Evakuierungen denkbar

"Vor allem an der Drau, Möll, Lieser und Gail wird die Hochwassergefährdung mit hoch und sehr hoch eingeschätzt. Der Schwerpunkt der Abflüsse wird für Montag und Dienstag erwartet", heißt es beim Hochwasserwarnrservice vom Land Kärnten. Georg Fejan, Bezirkshauptmann von Wolfsberg, betonte: "Aufgrund der derzeitigen Prognosen rechnen wir damit, dass die Drau in Lavamünd über die Ufer treten wird. Erstmaßnahmen zum Objektschutz wurden bereits gesetzt. Weitere Entscheidungen, auch über mögliche Evakuierungen im Bereich des Drauspitzes, werden anhand der Entwicklung der Situation getroffen."

Der Föhnsturm im Bereich Ferlach beschäftigt den Klagenfurter Bezirkshauptmann Johannes Leitner: "Die Bilder ähneln denen nach dem Sturmtief 'Yves' aus dem Vorjahr." Die Schäden seien beträchtlich, könnten aber noch nicht beziffert werden.

Die Feuerwehren sind gut vorbereitet, versichert der stellvertretende Feuerwehrkommandant Kärntens Dietmar Hirm. 63 Einsätze von insgesamt 46 Feuerwehren habe es heute bereits gegeben. Schwerpunkt waren die Aufräumarbeiten nach dem Föhnsturm in Ferlach. In Einsatzbereitschaft stehen aber auch Polizei, Rotes Kreuz, Bundesheer und die Kelag.

Lesen Sie hier: Unwetter-Alarm - Kärnten beruft Krisenstab ein >>>

Keine Entwarnung vor Dienstag

Das Wetter scheint aktuell verrückt tatsächlich zu spielen: In den Nordalpen bläst stürmischer Südföhn, der die Temperaturen auf mehr als 20 Grad steigen lässt. Auf den Bergen gibt es enorme Mengen an Neuschnee. Im Gegensatz dazu setzt sich die Starkregenlage in Osttirol und Kärnten nach Angaben der Österreichischen Unwetterzentrale (UWZ) fort, zu den bereits gefallenen rund 200 Litern Regen pro Quadratmeter kommen nach einer kurzen Verschnaufpause ab Montagvormittag weitere 100 bis 150 Liter pro Quadratmeter hinzu.

Rund 200 Liter pro Quadratmeter sind seit Samstag schon in Oberkärnten zusammengekommen. Eine Station am Plöckenpass, die vom Hydrografischen Dienst Kärnten betrieben wird, hält mittlerweile sogar schon bei mehr als 300 Litern pro Quadratmeter. "Doch selbst da geht noch mehr, in der benachbarten italienischen Region Friaul melden die Messkübel lokal schon knapp 400 l/m²", berichtet UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. "Bis Montagfrüh setzt sich der gewittrig durchsetzte Regen fort, bis dann sind weitere 50 bis 100 l/m² zu erwarten."

So viel hat es alleine von Samstag Mitternacht bis Sonntag 9 Uhr geregnet:
Plöckenpass - 304 Liter/Quadratmeter
Würmlach - 218 Liter/Quadratmeter
Nassfeld - 208 Liter/Quadratmeter
Kötschach-Mauthen - 194 Liter/Quadratmeter
Jauken 175 Liter/Quadratmeter
Oberdrauburg - 140 Liter/Quadratmeter

Nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung mit nur wenig Regen in den Stunden von Montagfrüh bis zum frühen Vormittag setzt ab ca. 9 Uhr von Italien her erneut zunehmend kräftiger, gewittrig durchsetzter Regen ein. Bis Dienstagfrüh sind in ganz Osttirol und Oberkärnten nochmals 80 bis 120 Liter pro Quadratmeter, in den Karnischen Alpen lokal auch bis zu 150 l/m² möglich. Dann steigt auch die Gefahr von Überflutungen, Vermurungen und Hangrutschungen deutlich an.

Montag Föhnsturm im Norden

Im Tagesverlauf greift der Südföhn mit Sturmböen und zum Teil sogar schweren Sturmböen bis in viele Täler der Nordalpen durch. "Am stärksten wird der Föhn in den klassischen Föhntälern wie etwa dem Brandnertal, dem Wipptal, im Großraum Innsbruck und in den Tauerntälern", so der Meteorologe. "Böen zwischen 80 und 100 km/h sind hier durchaus möglich."

In der Folgenacht zieht dann das Tief vom Golf von Genua genau über die Alpen nordwärts, dann kommt es nahezu im gesamten Land zu Sturmböen. Im sonst wenig windanfälligen Süden können Böen bis zu 100 km/h erreicht werden, hier drohen Schäden wie beispielsweise umgestürzte Bäume.

Extrem hohe Temperaturen

Mit dem Föhn steigen die Temperaturen am Montag an der Alpennordseite auf außergewöhnlich hohe Werte, am wärmsten wird es vom Tiroler Unterland über das Salzkammergut Salzburg und Oberösterreichs bis ins Mostviertel. In diesen Regionen werden bis 24 Grad erreicht, warm wird es aber auch im östlichen Flachland mit 20 bis 22 Grad. "Von den Oktoberrekorden bleiben wir aber doch ein ganzes Stück entfernt, diese wurden meist zu Beginn eines Oktobermonats aufgestellt", so Spatzierer weiter.

In den kommenden Tagen geht es mit dem föhnigen Herbstwetter weiter. Die Temperaturen bleiben somit speziell nördlich des Alpenhauptkamms auf einem weit überdurchschnittlichen Niveau. Ein Kälteeinbruch ist in der kommenden Woche auch nach dem Monatswechsel jedenfalls nicht in Sicht.

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(red)

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