"Allzeithöchststand"

15. März 2019 19:08; Akt: 16.03.2019 10:41 Print

Rekord: So viele Häftlinge im Land wie noch nie

Österreichs Gefängnisse haben einen Häftlings-Rekord erreicht - dazu äußerte sich der Generaldirektor für Strafvollzug Friedrich Koenig.

Tränen, Punkte, 3. Auge: Das bedeuten Gefängnis-Tattoos. (Glomex)

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In einzelnen Gefängnissen ist die Personalsituation noch immer prekär. Die Anstalten sind zudem mit Insassen überfüllt - ganze 9.400 Häftlinge befinden sich momentan in Österreichs Gefängnissen, so Friedrich Koenig, Generaldirektor für Strafvollzug, gegenüber der "Presse".

Strengere Strafen bedeuten Herausforderungen für Gefängnisse

"Wenn sich die Regierung dazu entschließt, dass strengere Strafen für Gewalt- und Sexualdelikte verhängt werden sollen, dann stellt das den Strafvollzug in naher Zukunft vor eine besondere Aufgabe, nämlich: mehr Aufwand, mehr Aufgaben, mehr Verantwortung. Dafür werde ich entsprechende Mittel brauchen", so Koenig im Interview.

Abschiebungen und Fußfesseln als Ausweg?

Um die Gefängnisse zu entlasten, wünscht sich Koenig, dass "die Verbüßung der Haft im Heimatland weiter forciert" werde. Damit meint er jenen Anteil an Häftlingen, die aus dem Ausland kommen und ihre Haftstrafen in Österreich absitzen. Möglich sei das mit Ländern wie Rumänien, Serbien oder Polen.

Auch ein Ausbau des Einsatzes von Fußfesseln soll Abhilfe schaffen: "Wir haben derzeit knapp 380 Personen in dieser Vollzugsform. Es gibt ganz wenig Abbrüche. Eine Ausweitung auf 24 Monate bei geeigneten Delikten, also nicht bei Sexual- und schweren Gewaltdelikten, wird den Insassenstand entlasten."

Neos fordern zweite Justizanstalt für Wien

Justizsprecherin Irmgard Griss (Neos) beklagt vor allem die prekäre Lage in Wien und fordert eine zweite Justizanstalt für die Stadt. Die angekündigte Umschichtung von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Justizminister Josef Moser (ÖVP) "ist wirkungslos geblieben. Die Josefstadt ist mit mindestens 135 Insassen überbelegt. Ich gehe davon aus, dass durch den Umbau Platz wegfallen und die Überbelegung noch steigen wird", so Griss.

Sie fährt fort: "Die Regierung hat die Polizei aufgestockt, das führt zwangsläufig zu mehr Inhaftierungen." Auf Anfrage gab Moser bekannt, dass die Justizwache von Jänner bis November 2018 mehr als 337.000 Überstunden geleistet hätte. Die Anzahl der offenen Planstellen lag im Jänner heuer noch bei 211.

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(rfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joseph am 15.03.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Wie das; wenn doch eine andere Statistik besagt: Immer weniger Verbrechen???

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  • Southpaw am 15.03.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Yeah!

    Wieder ein Superlativ! Nach dem zehnmaligen Titel: Lebnswerteste Stadt, nun auch den Titel: Meiste Kriminalität! Viva Austria!

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  • Wien am 15.03.2019 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Darum werden auch so Viele anzeigen auf freien Fuß verteilt. Wie wäre es mit dem Bau eines Gefängnisses? Ein leerstehendes Krankenhaus Nord um eine Milliarde war ja auch drinn

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • PeterKarl am 16.03.2019 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Vorschlag

    Offenes Gefängnis auf der Donauinsel und als Sicherung beidseitig Krokodile aussetzen.

  • EUsebius am 16.03.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    130 pro tag ?

    zeit für ein modell , bei dem ein krimineller dem steuerzahler gegenüber verpflichtet wird, die haftkosten gemeinnützig abzuarbeiten.

  • Epi am 16.03.2019 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt die Wahrheit

    Aha, da wird uns anscheinend immer nur vorgegaukelt dass die Kriminalität rückläufig ist. Also irgendetwas stimmt da jetzt nicht. Hr. König wird sicherlich über die Anzahl der Inhaftierten eine genaue Statistik führen und daher erste Anlaufstelle diesbezüglich sein. Man darf sich jetzt aussuchen wo die Wahrheit liegt! Das Volk wird einfach für dumm verkauft.

  • Klaus Dieter am 16.03.2019 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Danke an den Staat

    Ich musste 3 Wochen rein, da ich einmal zu laut gespielt habe und weil ich meinen Polo tiefer legte.

  • Wm am 16.03.2019 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Gut das Drogenhandel sogut negiert wird, sonst wäre es noch überfüllter