OECD-Bericht

13. Juli 2019 08:20; Akt: 13.07.2019 10:08 Print

Österreicher sollen erst später in Pension gehen

Die OECD empfiehlt Österreich in ihrem neuen Bericht ein höheres Pensionsantrittsalter, Studiengebühren und verbesserte Ganztagesbetreuung.

Frauen und Männer sollen Vollzeit arbeiten - und das länger als bisher.  (Bild: keine Quellenangabe)

Frauen und Männer sollen Vollzeit arbeiten - und das länger als bisher. (Bild: keine Quellenangabe)

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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kritisiert das Reformtempo in Österreich. Um eine größere Chancengleichheit herzustellen, seien einige Veränderungen notwendig. Das geht aus einer neuen Studie hervor.

Die aktuellen Trends Globalisierung, Digitalisierung, alternde Gesellschaften und Umweltzerstörung erfordern maßgeschneiderte Strukturreformen, so die OECD. Die Geschwindigkeit, mit der in Österreich in den vergangenen zwei Jahren Reformen vorangetrieben wurden, werden von der Wirtschaftsorganisation als deutlich zu langsam erachtet.

Vollzeitarbeit für Mann und Frau

Für Österreich stellt die OECD fest, dass es eines der Länder mit den größten Einkommensunterschieden zwischen Mann und Frau gibt. Um den Frauen die Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, sollte Vollzeitarbeit gegenüber geringfügiger Anstellungen oder Teilzeitarbeit steuerlich begünstigt sein.

Um beiden Elternteilen diese Möglichkeit gewährleisten zu können, sei laut OECD-Bericht ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagesbetreuung der Kinder überlegenswert. Damit könnte die Wettbewerbsfähigkeit und die Produktivität gesteigert werden.

Kritik übt die OECD auch am tatsächlichen Pensionsantrittsalter. Dieses sei in Österreich nach wie vor zu niedrig. Das betreffe vor allen Dingen die Frauen. Geht es nach der OECD sollen beide Elternteile Vollzeit arbeiten – und das scheinbar möglichst lange.

Studiengebühren und eine höhere Mineralölsteuer

Immerhin: Laut OECD sollen die Grenzsteuersätze auf Arbeitseinkommen gesenkt werden. Genauso wie die Sozialversicherungsbeiträge. So sei es ratsam, dass sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber weniger einzahlen. Ausgeglichen werden könnte dies durch höhere Mehrwertsteuer auf Lebensmittel oder Steuern im Umweltsektor.

So sollen etwa Steuervergünstigungen, die die der Umwelt schaden, zurückgefahren werden. Genannt wird hier etwa die Mineralölsteuer, die angehoben werden könnte.

Im Bildungssektor empfiehlt die OECD den Universitäten die Einführung von Studiengebühren. Diese könnten zu einer Qualitätssteigerung der Unis führen. Weil aber auch eine höhere Zahl an Abschlüssen gefordert wird, soll es gleichzeitig auch ein breites Stipendiennetz geben, um sozial schwächeren Chancengleichheit einzuräumen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Postorius am 13.07.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll die Studie??

    Richtig!!! Arbeiten bis zum Umfallen, Kinder bekommen, die einem am besten sofort nach der Geburt genommen werden und sie dann ganztagsbetreuen lässt, dann hat der Staat alles unter Kontrolle! Und überhaupt - wozu noch leben und spaß haben? Das sollte man sich schleunigst abgewöhnen! Willkommen in der Leistungsgesellschaft!

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  • Kurt R. am 13.07.2019 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu fassen

    Auf welchem Expertenmist wachsen solche Empfehlungen?

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  • Drakensang am 13.07.2019 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Empfehlung

    Ich empfehle das Pensionsmindestantrittsalter der Angestellten bei der OECD auf 90 zu erhöhen. Zum einen wissen dann die meisten von ihnen dann mit Nachweis nimmer was sie tun und zum anderen wird die Pensionskasse durch früheres ausscheiden vom Pensionsanspruch entlastet.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Deptslave am 15.07.2019 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich

    Jeder der länger Arbeitet nimmt einem jungen Menschen den Arbeitsplatz. Jugend voran und früher in Pension das ist machbar.

    • Hackler am 15.07.2019 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Stimmt,mit 55 wäre es ideal. Selbst mit 60 ist es zu lange,wenn man bedenkt wieviele Jahre man im Leben der Arbeit geschenkt hat,als ob wir auf dieser Welt sind nur um zu arbeiten.

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  • monika am 15.07.2019 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    na klar, noch länger arbeiten, am Besten bis zum Tod, dann spart man sich die Pensionen und kann das eingezahlte Geld für anderen Müll verprassen ! sicher nicht. man sollte früher in Pension gehen um mehr vom Leben zu haben und um Arbeitsplätze für die Jugend frei zu machen ! wenn man außerdem keine Zeit hat sein Geld auszugeben , gehts der Wirtschaft auch weiter schlechter

  • hari am 15.07.2019 05:03 Report Diesen Beitrag melden

    OECD Mitgliedsschaft

    wegen der Gleichbehandlung u. Nichtdiskriminierung der Männer sollten die Männer die nächsten Jahrzehnte mit 60 in Pension gehen u. die Frauen mit 65, so wie es umgekehrt Jahrzehnte war, da obendrein die Frauen im Schnitt 6-7 Jahre länger leben; Darüber hinaus verpflichtend Heerdienst od. Sozialdienst wie es die Männer machen müssen. Nebenbei: Wann gehen die eigentl. die ganzen EU-Beamten in Pension, wie viele Pensionisten beziehen dzt. eine EU-Pension u. was kostet das den Unionsbürgern im Jahr bzw wie hoch ist die Durchschnittspension.

  • Thomas am 15.07.2019 02:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Studie ist bestimmt richtig

    Ja, wenn man nur die Staatsbediensteten, und sonstiger Arbeitgeber AUVA, GKK, PVA berücksichtigt, dann könnte die Studie richtig sein. Omg

  • Holger P. am 14.07.2019 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Dipl. Ing.

    Wir wissen zwar, dass wir ein ineffiziente Pensionssystem haben, aber anstatt dieses zu verbessern, erhöhen wir das Antrittsalter... Wie lange muss man eigentlich studieren, um derartig kurzsichtige und stupide Erkenntnisse zu erlangen? Mir graust, von soviel "Kompetenter Politik und Wissenschaft '!