Nach Großbrand in Wien-Simmering

14. Mai 2019 05:31; Akt: 15.05.2019 09:06 Print

Bewohner müssen ein Jahr in Notquartiere

von C. Oistric - Nach dem Höllenfeuer in Wien-Simmering fand am Montag eine Hausversammlung in der Kirche statt. Doch nur für wenige Bewohner gab es barmherzige Neuigkeiten.

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Gänsehaut-Atmosphäre am Montagnachmittag in der Wiener Kirche "Zur unbefleckten Empfängnis": Da das schwer demolierte Mehrparteienhaus in der Simmeringer Hauptstraße 68–74 derzeit kaum betreten werden kann, öffnete Pater Jan Soroka das Gotteshaus für eine Versammlung der Bewohner.

Obwohl die Betroffenen derzeit wenig mehr haben als das, was sie gerade am Leib tragen, brandete spontaner Applaus für die Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei auf.

Gigantischer Brand

Wie berichtet, sind seit einem massiven Brand, der am Samstag im Dachgeschoß auf Stiege drei seinen Ausgang genommen hatte, 370 Menschen obdachlos.

Die Stadt Wien öffnete ein Notquartier in der Triester Straße (Favoriten), manche Bewohner fanden bei Verwandten Unterschlupf oder wurden in Pensionen und Hotels einquartiert.

Wohnhaus in Simmering brennt

Völlige Zerstörung

Barmherzige Neuigkeiten gab es in der Kirche gestern lediglich für die Bewohner von Stiege zwei. So das Wetter mitspielt (fraglich) und der Dachstuhl dicht wird, dürfen sie Ende der Woche wieder daheim einziehen. Bis dahin sollen auch Strom und Gas wieder aktiviert werden.

Weniger himmlisch sind die Aussichten für Mieter des Dachgeschoßes und anderer Stiegen. Da Wohnungen dort durch das Flammen-Inferno völlig zerstört wurden, wird die Sanierung mindestens ein Jahr dauern. Hier werden Übergangsquartiere von der Stadt offeriert.

Straße bald wieder befahrbar

Ein betroffenes Studentenpärchen sagte zu "Heute": "Man muss so eine Tragödie als Chance sehen – sonst dreht man völlig durch. In unserer Wohnung ist angeblich die Decke heruntergebrochen."

Betroffene von fünf Stiegen durften mittlerweile unter Aufsicht das Nötigste von daheim holen. Eine Mieterin: "Es war sehr heiß drinnen. Wegen des beißenden Brandgeruchs bekam man kaum Luft. Im Keller steht das Wasser 70 Zentimeter hoch."

Ab heute sollen Autos und die Bim wieder auf der Simmeringer Hauptstraße verkehren können.

Betroffene von Brand in Wien-Simmering

Enorme Hilfsbereitschaft

"Es ist unglaublich, wie groß die Welle der Hilfsbereitschaft ist. Die Lagerräume in unserem Amtshaus gehen über", sagte Simmerings Bezirksvorsteher Paul Stadler (FP) zu "Heute".

Gewand, Hygieneartikel und Babykost wurden nach einem Facebook-Aufruf von "Leiwandes Simmering" gebracht. Auch die Caritas spendete 10.000 Euro aus ihrem Katastrophenhilfe-Fonds.

Wohnhausbrand in Wien-Simmering: Der Tag danach

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schande am 14.05.2019 06:19 Report Diesen Beitrag melden

    Danke an die Caritas.....

    10.000,- für 370 Betroffene sind pro 27,- Euro, ganz schön was ihr da raus haut.....

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  • Börny Geitner am 14.05.2019 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz schön..

    Notre Damè brennt ab, bekommt über 1 Milliarde an Spenden, obwohl die es nicht brauchen, in erster Linie hat die Kirche genug Geld, zweitens war das ohnehin versichert.. Und für so einen Ernstfall jetzt, wo junge Leute, mit ihren Kindern sowohl als auch ältere Mitbürger auf der Strasse stehen..Gibts nichts? DA sollte die Kirche da sein, nicht nur beim kassieren!!

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  • Lisa am 14.05.2019 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    @Schande

    Wenn ich bedenke die Caritas hat im vergangenen Herbst für 10 ( zehn ) minderjährige Flüchtlinge 100 000 ( hunderttausend ) Euro pro MONAT in Rechnung gestellt . Also 10 000 für 1 Person . Wer soll das verstehen ?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Nur ich am 15.05.2019 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so

    Sachspenden ok versteh ich aber Geldspenden nicht. Wozu gibt es Haushaltsversicherungen, wenn man eine gute hat, dann übernimmt diese die Hotelkosten, etc Und keine Haushaltsversicherung heutzutage zu haben ist fahrlässig, kostet nicht die Welt, da gibt man viel mehr Geld für unnötige Dinge aus.

  • Tschuri am 15.05.2019 06:08 Report Diesen Beitrag melden

    In anderen Ländern

    bauens so ein Haus in 2 Wochen... Bei uns dauert eine Sanierung 1 Jahr... Na Danke. Zeit zum Auswandern. Mir tun die Betoffenen leid, aber bis der Amtsschimmel wiehert dauerts halt. Hauptsache die MA-Beamten quälen alle Gewerbetreibenden mit Unsinnigkeiten...

  • Josef am 15.05.2019 00:36 Report Diesen Beitrag melden

    Eim Zimmer vorübergehend

    Wird sich doch ein Verwandter oder Bekannter finden wo man wohnen kann.

  • E. am 14.05.2019 23:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gv

    Soweit ich weiß erhält jeder Asylbewerber 215 Grundversorgung. Dies kann man bei der Caritas auch nachlesen.. woher haben sie diese Information ? 10.000 pro Person ? Ich möchte bitte wissen woher Sie diese Info haben .. lg

  • Ha am 14.05.2019 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ha

    Und für diese Menschen gibt es nicht gleich eine gemeindewohnung ?? Alles klar!!