Familie verteidigt ihn

12. Februar 2019 05:30; Akt: 12.02.2019 08:43 Print

DJ erstochen: "Er war ein liebevoller Vater"

von C. Oistric, A. Duric - Nach der Bluttat in Wien-Liesing stellte die Verdächtige das Opfer im Verhör als gewalttätigen Tyrannen dar. In "Heute" hält die Familie des Toten nun dagegen: "Wir sind erschüttert. Er war kein Schläger."

"DJ Flava" wurde in Wien getötet. (Bild: privat)

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Drei Tage nach der fürchterlichen Bluttat in einer Siedlung in der Wiener Karl-Heinz-Straße kommen jetzt immer mehr tragische Hintergründe ans Tageslicht:

Das Opfer war im Wiener Nachtleben ein Hit: Arnel M. (40) legte als "DJ Flava" in In-Lokalen wie dem "Camera Club", dem "Palais Palffy" oder dem einstigen "Lutz Club" auf. Ein Kollege zeigte sich gegenüber "Heute" tief betroffen:

"Er war ein sehr netter Typ, der gerne das ein oder andere Glas Wodka getrunken hat – aber niemals aggressiv war, auch nicht gegenüber betrunkenen Nachtschwärmern. Er liebte die Partyschiene, Hip-Hop und spanische Musik."

Ehe aus dem Takt

Nach 16 Jahren dürfte seine Ehe zuletzt aber aus dem Takt geraten sein. Gattin Jasmina (38) sagte bei der Polizei aus:
"Mein Mann drosch die Kinder und mich seit Jahren mit einem Gürtel."

Am Samstag soll er seine Stieftochter, eine HTL-Schülerin (18) im Maturajahr, wieder einmal misshandelt haben. Jasmina M., die gerade ein Sackerl Tiefkühl-Pommes aufgeschnitten hatte, wollte ihrer Tochter beistehen. In Rage traf sie Arnel M. einmal mit dem 20-Zentimeter-Küchenmesser in den Oberkörper.

Er war laut der Verdächtigen fuchsteufelswild auf die Ehefrau zugestürzt. "Ich wollte ihn doch nicht töten. Was soll jetzt bloß aus unseren beiden Kindern werden", schluchzte Jasmina M. im Verhör.

Enormer Schock für Familie

Völlig fassungslos reagierten auch die in Bosnien lebenden Angehörigen des Opfers auf die Todesnachricht. Erst gestern erfuhren sie von dem Gewaltverbrechen. "Arnel war ein liebevoller Vater und hat seine Frau auf Händen getragen", sagte sein Bruder Azor zu "Heute".

Und: "Sie waren beide sehr temperamentvoll, haben oft gestritten – sich aber auch wieder vertragen." Laut dem 38-Jährigen steht die ganze Familie unter Schock: "Meine Mama und meine Schwester brachen heulend zusammen und mussten sogar ins Spital gebracht werden. Wir können uns das alles nicht erklären."

Azors Frau: "Jasmina war wie eine Schwester für mich." Gegen Jasmina M. wird wegen Mordverdachts ermittelt. Heute soll am Wiener "Landl" die U-Haft über sie verhängt werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.M am 12.02.2019 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Leider weiß keiner was hinter verschlossenen Türen und in den eigenen vier Wänden geschieht. Manche Menschen haben einfach zwei Gesichter. Nach außen hin liebevoll und fürsorglich und zuhause lässt man dann seine Frustrationen an einem Schwächeren raus

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  • Tini am 12.02.2019 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Unverständlich und unverantwortlich den Kindern gegenüber, daß die Mutter nicht Schutz und Hilfe in einem Frauenhaus gesucht und die Kinder dem jahrelang ausgesetzt hat, sollte etwas an der Behauptung dran sein.

  • Geri am 12.02.2019 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was wirklich....

    ...geschah wird erst der Prozess hervorbringen. Kann sein das er ein wirklich netter Mensch war oder auch nicht. Man kann ja in keinem Menschen reinschauen !

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Paul Schindler am 12.02.2019 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Parallelweltler

    So wie der auf dem Foto aussieht, ist er geistig nie hier angekommen. Der Familie glaube ich auch kein Wort.

  • Wachmann am 12.02.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach

    Wenn die Tochter dabei war kann man sie ja befragen was und wie das alles abgelaufen war, wurde gedroschen oder nicht?

  • helmar am 12.02.2019 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hausteufel und Wirtshausengel?

    So nannte man früher Männer welche im Wirtshaus und in der Öffentlichkeit die "klassen Burschen" waren und daheim Frau und Kinder droschen. Man wusste es, und manche fanden das für gut und normal.

    • Francis Lane am 12.02.2019 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      früher?

      früher? so lang is das noch nicht her. ich bin Bj. 80 und könnte auch einige Beispiele aus meiner kindheit anführen. einer meiner Freunde bat mich immer mitzugehen um seine Eltern um was zu fragen, damit sein Vater net auszuckt....

    • Walter F. am 12.02.2019 12:09 Report Diesen Beitrag melden

      was kannst als Kind machen.....?

      wir wurden vom Vater wegen Nichtigkeiten bis zu unserem 12. Lebensjahr geprügelt, das war Normal für den Psycho, auch die Mutter, wir waren 3 Kinder.....1955, 1957, 1958

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  • Erich Vom Berg am 12.02.2019 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sind keine Heiligen

    Die Tochter wird besser wissen was daheim los war,sie wird von der Polizei befragt werden.Seine Familie aus Bosnien kann viel erzählen.

  • Peter Schlögl am 12.02.2019 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    War wohl eine Kurzschlußreaktion

    Obwohl sie auch sagt das hätte sich seit Jahren angestaut. Die Messerstecherei in letzter Zeit passt nicht zu uns, das ist eine andere Kultur. Die zwei Kinder brauchen jetzt gute Betreuung.