Häusliche Gewalt

02. Januar 2019 12:24; Akt: 02.01.2019 13:26 Print

Drei Frauen pro Monat von ihren Männern ermordet

2018 ermordeten in Österreich im Schnitt drei Männer pro Monat ihre Frauen. Das berichtet der Zusammenschluss Österreichischer Frauenhäuser.

2018 ermordeten pro Monat drei Männer ihre Frauen. (Bild: imago stock & people)

2018 ermordeten pro Monat drei Männer ihre Frauen. (Bild: imago stock & people)

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Laut einer Aussendung der Volksanwaltschaft wurden in Österreich bis zum 20. November 2018 32 Frauen ermordet. Bis Jahresende wurden vier weitere Frauen ermordet. Unter dem Titel "Jahresrückblick der anderen Art" gibt der Zusammenschluss österreichischer Frauenhäuser (ZÖF) diese erschreckende Bilanz am Mittwoch bekannt.

Im Jahr 2017 gab es laut Bundeskriminalamt ähnlich viele Opfer männlicher Gewalt: 34 Frauen wurden ermordet, 77 Frauen wurden Opfer eines Mordes oder eines Mordversuches – das bedeutet, dass mehr als sechs Männer pro Monat versuchten, ihre Frau zu ermorden.

Lücken in der Prävention

"Trotz aller Bekenntnisse und Maßnahmen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen steht Österreich damit im negativen Spitzenfeld Europas. Eine so erschreckende Zahl an Frauenmorden kann eine Gesellschaft nicht einfach zur Kenntnis nehmen, ohne genau zu analysieren, welche Lücken in der Prävention von schwerer häuslicher Gewalt bestehen", prangert der Zusammenschluss österreichischer Frauenhäuser (ZÖF) in einer Aussendung an.

"Würden anderweitig über 30 Personen zu Tode kommen, wäre eine Untersuchung, eine Analyse selbstverständlich", ist Andrea Brem, Vorsitzende des Vereins ZÖF, sicher. Sie fragt weiter: "Sind (Ehe-) Frauen in unserer Gesellschaft einfach weniger wert?"

Politik ist gefordert

Zwar sei erfreulich, dass seit Monaten eine Task Force im Auftrag von Staatssekretärin Karoline Edtstadler tagt. Diese soll Reformen bei Gewalt- und Sexualdelikten bringen. Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) kündigte an, das Thema Gewaltschutz 2019 anpacken zu wollen.

"Gesetzesänderungen können nur die Basis bilden, nötig ist laufende lokale Kooperation und Vernetzung der zuständigen Behörden, Einrichtungen und NGOs", bemängelt diesbezüglich Olinda Albertoni vom Frauenhaus St. Pölten.

Frühzeitig handeln

Seitens der Kärntner Frauenhäuser wird erklärt, dass auch immer wieder Kampagnen finanziert werden müssten, die bedrohte Frauen über Hilfsangebote informieren. Zu diesem Zweck seien nun neue, leicht verständliche Folder entwickelt worden. "Und wir brauchen dringend eine Finanzierung flächendeckender Täterarbeit, und zwar schon bei ersten Anzeichen von Gewalt und nicht erst, wenn der Gewalttäter wegen Mordes im Gefängnis sitzt", zeigt Michaela Gosch von den steirischen Frauenhäusern auf.

Der Verein ZÖF fordert anlässlich der erschreckenden Zahlen umgehend eine Kommission einzusetzen, die feststellt, wo es in jedem einzelnen Mordfall tatsächliche Lücken im Opferschutz gab und welche Maßnahmen hätten helfen können.

Alle im Opferschutzbereich maßgeblich beteiligten Einrichtungen und Institutionen – NGOs aus dem Opferschutzbereich ebenso wie Polizei, Justiz, Gesundheitseinrichtungen, Ärzt oder die Kinder- und Jugendhilfe jedes Bundeslandes – sollten demnach fallbezogen gemeinsam analysieren, welche Maßnahmen notwendig gewesen wären, um Morde zu verhindern. Die Erkenntnisse sollten dann dementsprechend umgesetzt werden.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Amlacher am 02.01.2019 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    weiblich Gewalt und Betrug?

    Und wie schaut es aus umgekehrt? Da ist die Dunkelziffer weit aus höher. Wie viele Menschen stehen vor dem nichts wegen beendigung einer Partnerschaft wo Kinder dabei sind? Menschen haben nicht mal genug zum überleben wenn sie vor dem nichts stehen. Höhrt auf sexistisch zu schreiben und helfts allen. Helft allen betroffenen und nicht nur einer Seite!

  • Martin am 02.01.2019 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung?

    Wie viele Männer wurden durch ihre Frauen ermordet? Das gibt es ja auch. In Zeiten der Gleichberechtigung würde ich es mir schon wünschen, dass man das eine Geschlecht nicht immer als das Opfer des anderen darstellt. Es gibt kein gutes und kein böses Geschlecht.

  • Chames am 02.01.2019 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialistendschungel

    Was heißt in "unserer" Gesellschaft? Wenn man sich ansieht woher das Problem kommt, denn seit 2015 steigend, sagt das doch schon alles. Aber Neeeein... diese zugewanderten Probleme (unsere scheinen zu wenige zu sein), erschaffen letztendlich im sozialen Sektor neue Möglichkeiten für die wiederum neue Mittel bereigestellt werden "müssen". So schafft man neue Arbeitsplätze für die linksarbeitsscheue Gesellschaft die von Leistung noch nie etwas gehört haben. Ein reines Hängemattenparadies. Wo man keine Probleme hat, erschafft man welche. So sieht die neue Art der Arbeitsbeschaffung aus. Wow...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Deptslave am 03.01.2019 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenhang erkennen

    Seit wann Gibt es so viel Gewalt in den eigenen 4.Wänden? Es hat immer Einzelfälle gegeben aber so viele erst seit 2015. Warum wohl?

  • Chames am 02.01.2019 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialistendschungel

    Was heißt in "unserer" Gesellschaft? Wenn man sich ansieht woher das Problem kommt, denn seit 2015 steigend, sagt das doch schon alles. Aber Neeeein... diese zugewanderten Probleme (unsere scheinen zu wenige zu sein), erschaffen letztendlich im sozialen Sektor neue Möglichkeiten für die wiederum neue Mittel bereigestellt werden "müssen". So schafft man neue Arbeitsplätze für die linksarbeitsscheue Gesellschaft die von Leistung noch nie etwas gehört haben. Ein reines Hängemattenparadies. Wo man keine Probleme hat, erschafft man welche. So sieht die neue Art der Arbeitsbeschaffung aus. Wow...

  • Oliver am 02.01.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Studie

    Und jetzt muss nach den Ursachen gesucht werden, aber Bitte nicht wieder anfangen mit: Welchen Hintergrund haben denn die Familien, das wäre nämlich rassistisch. Wir müssen dieses Problem angehen indem wir einfach alle Männer über den gleichen Kamm scheren, eine Unterscheidung ist da fehl am Platz. So gehen unsere Politiker die Probleme an

  • Martin am 02.01.2019 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung?

    Wie viele Männer wurden durch ihre Frauen ermordet? Das gibt es ja auch. In Zeiten der Gleichberechtigung würde ich es mir schon wünschen, dass man das eine Geschlecht nicht immer als das Opfer des anderen darstellt. Es gibt kein gutes und kein böses Geschlecht.

  • dsgl am 02.01.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Per Gesetz kann man hier nicht vorbeugen

    Wie soll der Staat denn etwas verhindern, das sich hinter verschlossenen Türen in den eigenen 4 Wänden ereignet? Die einzige Prävention kann "die Augen auf bei der Partnerwahl" sein. Es gibt hier immer einen Täter und ein Opfer, daß es zuläßt.