Drahtwurm schlägt zu

12. März 2019 08:16; Akt: 12.03.2019 09:24 Print

Sorge um Erdäpfel wegen aggressivem Schädling

Im Vorjahr musste ein Viertel der heimischen Kartoffelernte vernichtet werden. Diese war vom Drahtwurm so beschädigt, dass sie nicht verkauft werden konnte.

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2018 war kein gutes Jahr für die heimische Kartoffelernte. Zum einen war die Witterung zu extrem, zum anderen hat der Drahtwurm ein Viertel der Gesamternte befallen und sie unbrauchbar gemacht. Die Folgen sind verheerend: Bald könnte es im Supermarktregal keine heimischen Kartoffeln mehr geben - sie müssten importiert werden.

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Debatte um Pflanzenschutzmittel

Durchschnittlich ernten Österreichs Kartoffelbauern 450.000 Tonnen pro Jahr, davon kommen rund 80 Prozent aus Niederösterreich. Der Befall durch den Drahtwurm forderte die Vernichtung von 112.500 Tonnen, schätzt die dortige Landwirtschaftskammer (LK). Eine Menge, die reichen würde, um 2,25 Millionen Österreicher ein Jahr lang mit Kartoffeln zu versorgen.

Der erhebliche Ernteschaden hat eine rege Diskussion um Pflanzenschutzmittel entfacht. Wegen der verhängten Verbote in den vergangenen Jahren hatten die Bauern kein regulär zugelassenes Mittel zur Schädlingsbekämpfung zur Verfügung - der Drahtwurm hatte also freie Bahn. Die Bio-Landwirtschaft hat es am stärksten getroffen.

"Land schafft Leben"-Obmann Hannes Royer zeigt sich besorgt: "Wir Konsumenten wünschen uns weniger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, auch abseits von Bio. Das führte 2018 in Österreich dazu, dass ein Großteil der Erdäpfel-Ernte vom Drahtwurm befallen war und vernichtet werden musste. Wenn es heuer im Frühjahr keine heimischen Kartoffeln mehr gibt, hören wir allerdings nicht auf, Chips oder Kartoffelsalat zu essen. Woher die Kartoffeln dafür dann kommen, hinterfragen wir meist nicht."

Kartoffeln das wichtigste Grundnahrungsmittel

Nicht nur in Österreich gilt die Kartoffel als das wichtigste Grundnahrungsmittel. Auf einen Österreicher kommen etwa ein Kilo pro Woche, das sind 52 Kilo pro Jahr. Hinzu kommen weitere 5,6 Kilo, die wir pro Jahr in Form von Kartoffelstärke essen, beispielsweise in Fertiggerichten, Konserven, Backwaren, Süßigkeiten und Co.

15 Prozent der Kartoffelfelder werden biologisch bewirtschaftet. Im Supermarkt landen davon jedoch nur 10 Prozent, die restlichen Bio-Kartoffeln werden exportiert. Die Kartoffel ist ein besonders nährstoffreiches Lebensmittel und eine wertvolle Kohlehydratquelle. Häufig wird sie als "Dickmacher" verschrien - das stimmt so jedoch nicht.

Die Kartoffel enhält nur halb so viele Kalorien wie Reis, Brot und Nudeln. Erst durch ihre Verarbeitung zu Chips und Pommes frites wird ihr enorm viel Fett zugesetzt. In dieser Form kann sie bei übermäßigem Konsum durchaus dick machen. Der Trend des Kartoffelkonsums aber geht gerade eben hin zu verarbeiteten Lebensmitteln wie Chips und Pommes.

Können Kartoffeln krebserregend sein?

Werden Kartoffeln über 120 Grad erhitzt, entsteht der Stoff Acrylamid. Dieser gilt als "wahrscheinlich krebserregend" und führte zur kontroversen "Pommes-Verordnung", die niedrigere Grenzwerte und eine strengere Vorgaben zur Verarbeitung vorschreibt - "Heute" berichtete.

Acrylamid lässt sich durch die richtige Zubereitung aber vermeiden. Beispielsweise kann es beim Kochen der Kartoffeln in Wasser gar nicht erst entstehen. Will man die Kartoffeln im Backrohr zubereiten, empfiehlt es sich, sie vorzukochen und nass zu machen, da der riskante Stoff vor allem bei Hitze und Trockenheit entsteht.

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(rfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silvia K am 12.03.2019 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Natürliche Feinde

    Wenn man nicht vor lauter Gier jeden Feldrain umackern würde, Gift sprüht und alle Lebensräume der Tiere vernichtet, dann braucht man sich nicht wundern, dass so manch Schädling überhand nimmt. Gebt den Tieren ihren Lebensraum zurück und die Natur regelt den Rest. Und nein, wenn ihr Bauern und Politiker noch so jammert, wir wollen und brauchen kein Glyphosat!

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  • Dany am 12.03.2019 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erdäpfel

    Es wird ohnehin schon fleißig Gift gespritzt wie ich es schon sah! Kann nur sagen MAHLZEIT !

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Dany am 12.03.2019 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erdäpfel

    Es wird ohnehin schon fleißig Gift gespritzt wie ich es schon sah! Kann nur sagen MAHLZEIT !

    • M.K am 12.03.2019 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dany

      Woher wissen sie das es Gift wahr?

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  • Silvia K am 12.03.2019 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Natürliche Feinde

    Wenn man nicht vor lauter Gier jeden Feldrain umackern würde, Gift sprüht und alle Lebensräume der Tiere vernichtet, dann braucht man sich nicht wundern, dass so manch Schädling überhand nimmt. Gebt den Tieren ihren Lebensraum zurück und die Natur regelt den Rest. Und nein, wenn ihr Bauern und Politiker noch so jammert, wir wollen und brauchen kein Glyphosat!

    • Dany am 12.03.2019 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvia K

      Bei uns in der Gegend lassen die Bauern einen feldrand aber sie fahren mit dem Gift und das kommt auch an diesen Rand. Wenn man sie mir den Traktoren sie wie sie Gift spritzen vergeht einem die Lust auf Gemüse ! War heut mit meinem Hund unterwegs und da sah ich wie alle Felder gespritzt wurden. Einfach furchtbar! Ein Bauer sagte mir mal es gibt nichts bio! Traurig!

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