Wiener Pensionist tot

07. Juni 2019 05:31; Akt: 06.06.2019 21:06 Print

Mit Jackie-Chan-Tritt in den Bauch umgebracht

von C. Oistric - Ein Gang zum Friedhof mit seiner geliebten Frau brachte ihn selbst ins Grab: Nachdem Nikolaus D. (67) am Gehsteig unabsichtlich den Mantel einer Frau gestreift hatte, rastete deren Neffe (19) blutig aus.

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Ein unglaublicher Gewaltexzess wegen einer Lappalie kostete einem Wiener das Leben: Pensionist Nikolaus D. (67) spazierte im November 2018 mit seiner Frau gerade zum Evangelischen Friedhof in Favoriten, als auf Höhe Sonnleithnerstraße eine türkische Familie beim Warten aufs Taxi den Gehsteig blockierte.

Ehepaar verfolgt

Nikolaus D. streifte beim Vorbeigehen unabsichtlich den Mantel einer Frau, die sich umdrehte und zu schreien begann. Das Ehepaar stieg auf die Beleidigungen nicht ein und ging vorerst weiter. Doch dann verfolgten zwei junge
Männer – Ömer P. und Mehmet P. – das Paar, bedrängten und beschimpften es. Nikolaus D. wollte ausweichen – doch auch das passive Verhalten half ihm letztlich nicht.

Während einer der Provokateure, Mehmet P., von einer Frau zurückgehalten wurde, nahm sein Freund Ömer P. Anlauf und versetzte dem Wiener im Sprung einen wuchtigen Tritt in den Bauch. Nikolaus D. stürzte so unglücklich mit dem Hinterkopf auf den Gehsteig, dass er sich einen Schädelbasisbruch zuzog. Trotz sofortiger Notoperation im Krankenhaus erwachte er nie wieder aus dem Koma und starb nach 26 Tage dauerndem Todeskampf.

"Musste den starken Mann geben"

Gestern mussten sich die Verursacher dieser fürchterlichen Tragödie vor Gericht in Wien verantworten. Die beiden jungen Männer (19, 26) kamen mit prominenter Verteidigerriege: Rudolf Mayer, Astrid Wagner und Normann Hofstätter versuchten nach Kräften, ein mildes Urteil herauszuholen. Doch Ömer P. verstörte mit seiner Aussage abermals:

"Ich wollte das eigentlich ja gar nicht – aber meine Tante war dabei, da musste ich den starken Mann geben. Es tut mir leid", jammerte er. Wo er den letztlich tödlichen Tritt denn erlernt habe? "In einem Jackie-Chan-Film."

Die (nicht rechtskräftigen) Urteile: acht Jahre Haft wegen absichtlich schwerer Körperverletzung für den Jackie-Chan-Fan. Sein Freund fasste fünf Monate bedingt wegen Raufhandels aus.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandy am 07.06.2019 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schwache Leute

    Ja, dafür sind sie bekannt. Ich habe mal in Hamburg gelebt, da war es auch nicht anders. Manchmal hat allein ein Blick gereicht, dass die ausgerastet sind. Unfassbar schwache Leute. Total instabile Persönlichkeiten. Kein Respekt vor niemandem aber Respekt haben wollen. Schrecklich diese Art von Menschen. "Sei Stark und nimm's wie ein Mann" kennen die nicht.

  • Adrian am 07.06.2019 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu wenig!

    Meiner Meinung nach ist das Mord, lebenslange haft!

  • kopfschüttel am 07.06.2019 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kopfschüttel

    Ich bin echt erschüttert, was ist bloß aus dieser Welt geworden.... Den starken Mann musste er spielen? Wie krank ist der Typ? Viel zu gering die Strafe. Da kommt mir echt das K..... Die Gesetze schützen wieder meiner Meinung nach nur den Täter. Lebenslang - aber wirklich lebenslang - weggesperrt gehört er. Nach der Haft rastet er dann aus, weil jemand auf der selben Straßenseite geht, oder wie? Da unsere Gesetze viel zu milde sind hoffe ich, dass der Täter irgendwann seine wirklich gerechte Strafe erhält! Mir tut der Mann leid, der sicher noch einiges in seinem Leben erleben wollte, und all die Angehörigen, deren Leben sich wegen einem Gestörten vollkommen für immer verändert hat.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Toptommes am 08.06.2019 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Wer einen anderen mittels Gewalt zu Tode bringt, ohne aus Notwehr zu handeln, sollte das eigene Leben verwirkt haben. Um ihn wäre es nicht schade und allen anderen ist es eine Warnung.

  • Bert.K am 08.06.2019 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    In zwei Generationen

    haben sie sich in der Staatsanwaltschaft und als Richter ausgebreitet . Dann wird die Ermordung eines Österreichers als Verwaltungsdelikt abgetan und man bezahlt mehr für`s falsch Parken !

  • Gerlinde am 08.06.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man als junger Mann

    in dieser Art und Weise auf einen Pensionisten losgeht, der NICHTS getan hat, was ist das dann? Selbstverteidigung, Ehrenrettung? Mitnichten!! Das ist MORD und nichts anderes und es ist ein Totalversagen unserer Justiz!!!

  • Ina am 07.06.2019 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die gehören ordentlich bestraft!!!

    Wäre ich Richter, hätten die nichts mehr zu lachen!!!

  • Doris am 07.06.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Die (nicht rechtskräftigen) acht Jahre Haft für den Mörder, und fünf Monate beding für seinen mithelfen was sind das für Gesetze ????? Ich glaube Österreich ist verloren und gescheitert mit dieser Regierung und Richter.