Sexuelle Belästigung

05. November 2017 10:11; Akt: 05.11.2017 11:26 Print

#metoo: Nina Proll legt mit "Möpse"-Sager nach

Bei "Frühstück bei mir" mit Claudia Stöckl am Sonntag provozierte Schauspielerin Nina Proll erneut im Rahmen der #metoo-Debatte, und erklärt ihre Definition von sexueller Belästigung.

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Im Zuge der Diskussion rund um sexuelle Belästigung werden täglich neue Fälle von Missbrauch publik. Schauspielerin Nina Proll hat sich vor einigen Tagen auch in die Diskussion eingebracht und mit einem Facebook-Posting stark polarisiert (siehe unten).

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Am Sonntagvormittag legte Proll bei Claudia Stöckls "Frühstück bei mir" nach:

"Die ganze #metoo-Debatte verursacht schon einen Ausschlag bei mir. Denn wir Frauen müssen uns klar werden, was überhaupt sexuelle Belästigung ist. Es gibt Frauen, die einen dreckigen Witz lustig finden und andere nicht. Ja, ich weiß, es kann ein Blick sein oder ein Griff am Schenkel, das alles fällt unter sexuelle Belästigung. Für mich halt nicht."

Wann hört Flirt auf, wann ist es Belästigung?
Zur Grenze zwischen Belästigung und Flirt sagt Proll: "Seit 2015 haben wir nun ein Gesetz, dass Frauen schützt, aber leben müssen es schon wir. Es darf doch nicht sein, dass sich ein Mann nicht mehr traut, eine Frau anzusprechen. Es wurde oft der niveauvolle Flirt angesprochen, das ist o.k.? Aber wenn eine Frau die Avancen von einem Mann, der ihr nicht gefällt, nicht erhört, dann ist es sexuelle Belästigung? Das kann doch nicht sein. Für mich fängt sexuelle Belästigung an, wenn die Frau nein sagt, aber der Mann weitermacht."

"Benesch streckt Produzenten Möpse entgegen"
Claudia Stöckel las auch Postings von Schauspielkolleginnen vor, etwa von Gabriela Benesch, die Proll Naivität unterstellte und den Standpunkt vertritt, dass sie von unzähligen Beispielen in ihrer Branche zu berichten weiß, wo Regisseure Schauspielerinnen gegenüber sehr wohl ein Machtverhältnis ausnutzten.

Darauf Nina Proll: "Ich habe auch auf Gabriele Beneschs Posting auf Facebook geantwortet, aber sie hat meinen Kommentar leider gelöscht. Denn ich schrieb, dass auch sie schon unzählige Male Männer auf Veranstaltungen sexuell belästigt hat, indem sie Produzenten die Möpse entgegen gestreckt hat. Ich bin doch nicht blöd, ich kenne viele Schauspielerinnen, die sich auftakeln und Männer umgarnen, um an Jobs heranzukommen und jetzt posten sie alle unter #metoo."

Schauspielerin Maxi Blaha hätte laut Stöckl von einem Erlebnis erzählt, als sie ein Regisseur zu Sex nötigen wollte, und als sie ablehnte, sie die Rolle nicht bekommen hätte. Ob das für Nina Proll auch in Ordnung ist?
Proll: "Natürlich nicht, aber sie soll froh sein, dass sie die Rolle nicht bekommen hat. Denn dieser Regisseur ist ein Trottel, wenn er so Schauspielerinnen besetzt, denn so bekommt er ohnehin nicht die beste."

Shitstorm?

Von den 1.000 Reaktionen, die Nina Proll auf ihre Facebook-Aussagen bekommen hatte, sollen ihrer Aussage nach 700 positiv und nur 300 negativ gewesen sein: "Ich finde daher nicht, dass es ein Shitstorm war", so Proll.

Promotion für ihren Film?
Auch unterstellte man ihr vergangene Woche oft, sie setze sich vor allem in Szene, um ihren neuen Film „Anna Fucking Molnar“ (Kinostart am 24.11.2017) zu promoten. Nina Proll: "Ich habe sechs Jahre an meinem Film gearbeitet und ich habe jedes Recht dazu, für meinen Film Werbung zu machen. Denn so viele Schauspielerinnen jammern, es gibt zu wenige gute Rollen, es gibt zu wenige Regisseurinnen, etc. Ja stimmt, ich habe jetzt auch ein halbes Jahr nichts gedreht, weil alle Angebote furchtbar waren. Aber wenn man nur jammert und nichts selbst in die Hand nimmt, passiert auch nichts. Und es waren übrigens nicht die Männer, sondern Frauen, die mir bei meinem Filmprojekt Steine in den Weg gelegt haben."

Morgen Montag spricht Nina Proll übrigens bei Corinna Milborn in "Pro und Contra" zur Causa #metoo.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ignaz am 05.11.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für den Mut

    Nina Proll hat wirklich sehr viel Mut. Mir gefällt, dass sie versucht, die Sache auch aus Sicht des anderen Geschlechtes zu sehen. Es würde dem Zusammenleben zwischen Frauen und Männern gut tun, wenn das jeder versuchen würde. Ich hoffe, dass es nicht notwendig wird, dass man bei einem Treffen mit einer Frau - früher musste man eine Anstandsdame mitnehmen - einen Rechtsanwalt mitnehmen muss, der alles dokumentiert und seine Rechtsansicht kund tut. Wir sollten uns jetzt schön langsam die Frage stellen - wollen wir noch Heterobeziehungen oder nicht? Was sind die Konsequenzen?

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  • Na Servas am 05.11.2017 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin ein Sexmonster

    Ich habe schon vielen Frauen die Hand gegeben und vielen auch schon einen Kuss auf die Wange. War dass schon sexuelle Belästigung?

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  • Hans maier am 05.11.2017 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    k.k.

    Hallo es gibt nur eines diesen Frauen dem Weg zugehen die finden alle zu wichtig zu erst sich aufdrängen wenn Ziel nicht erreicht wird dann die Kkage

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gutrun am 07.11.2017 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Dr

    Es gibt sehr viele Frauen die auf diese Angebote sehr wohl einsteigen, damit sie auch ihre Ziele erreichen. Und dann der Aufschrei. Ich kenne Männer auch Firmenchefs die von Angestellten vor Gericht gezerrt wurden wegen sexueller belästigung, weil sie nicht die gewünschte Position bekommen haben, oder der Mann sich nicht scheiden ließ. Diese lügen wurden alle bewiesen. Frauen können Männer ruinieren und das Wissen Sie. Wo ist die Grenze? Ich glaube das ist für jede Person egal ob Mann oder Frau unterschiedlich und muss jeder selbst entscheiden. Wann ist es sexuelle belästigung beim Mann?

  • Ingeborg Jorg am 07.11.2017 06:17 Report Diesen Beitrag melden

    Mutig

    Ja liebe Nina, sie haben vollkommen recht, viele haben sich direkt rangeschmissen an die Chefs etc. um Karriere zu machen. Ich bewundere ihren Mut, in dieser heuchlerischen Gesellschaft.

  • Margarete am 06.11.2017 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Es ist doch echt komisch wenn die Damen erst ihre Karriere sichern unter was für Umständen auch immer und dann plötzlich nach Jahren und sogar Jahrzehnten plötzlich Vergewaltigung schreien! Wenn mich jemand sexuell belästigt zeige ich das sofort an und warte nicht bis ich berühmte bin oder Aufmerksamkeit brauche!

  • Hannah am 06.11.2017 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Behandlung schlimmer als Verbrecher

    Gestern wurde in einer Tageszeitung Hr Pilz neben Hr Weinstein etc. abgelichtet. Wär es dann nicht auch gerecht Vergewaltiger mit vollem Namen und Bild abzudrucken? Aber nein, das darf man ja nich, die muß man ja schützen. MeToo - kommts nur mir so vor, daß da alle dabei sein wollen, daß in der kollektiven Erinnerung jetzt jede belästigt wurde? Kommt als nächstes, daß wir wie in den USA unsere Kinder nicht mehr umarmen, damit man ja nichts mißverstehen kann? Ich bin garantiert keine, die Pilz gewählt hat, aber wie das hier abläuft ist schon sehr sehr seltsam!

  • Hannah am 06.11.2017 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Milde bei Vergewaltigern

    Provozieren ist vielleicht zuviel gesagt. Aber auf den roten Teppichen sieht man sehr viel nackte Haut. Man zeigt her was man hat wie man so schön sagt. Die wenigsten wirken dabei so, als hätten sie jetzt Angst vor Männern. Finde es auch bedenklich, daß man Vergewaltiger niemals offen als solche bezeichnen darf (es gilt ja immer die Unschuldsvermutung selbst wenn die Polizei den Typen vom Opfer runterzieht), die Täter nie oder ganz selten namentlich erwähnt werden und sich auch immer hinter Ordnern oder Mappen verstecken. Man scheut sich aber nicht Hrn Pilz neben Weinstein abzubilden.