Jahr des Schweins

06. Februar 2019 19:35; Akt: 07.02.2019 13:32 Print

10 Fakten zur heimischen Schweinehaltung

Die "ärmsten Schweine" der konventionellen Nutzierhaltung sind in Österreich wohl tatsächlich die Schweine. Der VÖS sieht das anders.

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Zum chinesischen Jahr des Schweins, das am 5.2.2019 eingeläutet wurde, hat Sebastian Bohrn-Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens, die österreichische Schweinehaltung beleuchtet. Fazit: Die meisten Schweine in Österrreich leben, essen, urinieren, koten und schlafen bis zu ihrer Schlachtung beinahe auf ein und demselben Platz. Die Zustände in der Österreichischen Schweinehaltung werden seit Jahren immer wieder von Tierschutzorganisationen und Politikern angeprangert. Der Verin Österreichischer Schwineebauern widerspricht dem vehemt.

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"Schweine sind die ärmsten Schweine"

Zehn Dinge, die Sie über die Schweinehaltung in Österreich wissen sollten:

Generell gilt: In Österreich gibt es knapp 31.000 schweinehaltende Betriebe, in denen rund 3,0 Millionen Schweine gehalten werden. Jährlich werden ca. 5,5 Millionen Schweine geschlachtet. Diese Menge entspricht rund 500.000 Tonnen Schweinefleisch und somit rund 2 % der EU-Gesamt-Schweineerzeugung. In Österreich werden damit jedoch ca. 12,5 % der landwirtschaftlichen Endproduktion aus der Schweinehaltung erwirtschaftet (ca. 675 Millionen Euro).

1.

98 % der Schweine in Österreich leben auf Vollspaltenböden, ohne Einstreu

Die meisten Schweine in Österreich leben, essen, schlafen, urinieren und koten am selben Fleck. Sie stehen und liegen auf Vollspaltenböden ohne Einstreu. Das ist nicht nur schmerzhaft sondern auch schmutzig. Direkt unter Ihnen Ihre Exkremente. Kein Auslauf, kein Tageslicht. In anderen EU-Ländern sind Vollspaltenböden ohne Einstreu streng verboten.

2.
0,7 Quadratmeter Platz bei 110 Kilogramm

Mastsauen und Zuchtschweine mit einem Gewicht von 110 Kilogramm haben gerade mal eine Fläche von 0,7 Quadratmeter zur Verfügung. Das entspricht einem Lebensraum von rund 90 Zentimetern. Bewegung ist so kaum möglich.

3.
95 % der männlichen Ferkel werden kurz nach der Geburt kastriert

Die meisten Tiere werden dabei nicht wirksam betäubt undleiden Höllenqualen. Warum wird kastriert? 1-30 % der unkastrierten Eber entwickeln einen strengen Geruch, den der Konsument nicht mag.

4.
95 % der Sauen verbringen fünf Monate im Jahr bewegeungslos in einem Kastenstand

Der Metallkäfig ist kaum größer als die Muttersau selbst. Sie liegt auf dem blanken Boden, durch Gitterstäbe säugt sie ihre Ferkel. Die Sau kann sich darin nicht einmal umdrehen geschweige denn einen Schritt machen.

5.

5 Millionen Schweinen werden jährlich in Österreich geschlachtet

In keinem EU-Land wird so viel Schweinefleisch pro Kopf gegessen wie in Österreich. Die benötigten Mengen an Schweinefleisch könnten mit "idyllischen" Haltungssystemen niemals produziert werden.

6.
Die meisten Schweine sind zum Zeitpunkt ihrer Schlachtung krank

Schweine wurden so gezüchtet, dass die am Tag einen ganzen Kilo zulegen. In den 60er Jahren waren es noch rund 600 Gramm. Die meisten Schweine entwickelt durch die rasche Gewichtszunahme bis zu ihrer Schlachtung Gelenks-, Knochen- und/oder Herzkrankheiten.

7.

Rund 115.000 Schweine landen schon vor der Schlachtung im Müll

Die sogenannten "Falltiere" sind inkludiert. Auch die Sterblichkeitsrate bei Ferkeln ist mit rund 15 % sehr hoch.

8.
Schweinen wird Schwanz abgeschnitten

Die meisten Schweine entwickeln Verhaltensstörungen in der konventionellen Nutztierhaltung. Aus Frust beginnen sie, sich gegenseitig die Schwänze abzubeißen. Statt mehr Raum und Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, wird den Schweinen der Schwanz kupiert. Ebenfalls ohne Narkose.

9.

Viele Schweine werden im Kindesalter getötet

Schweine haben eine natürliche Lebenserwartung von rund 20 Jahren. Ein Mastschwein wird schon nach sechs bis sieben Monaten getötet, eine Sau nach etwa drei Jahren und ein Eber nach rund zwei Jahren.

10.

Ferkeln werden kurz nach der Geburt die Eckzähne abgeschliffen

Ein schmerzhafter Eingriff, der in den ersten sieben Tag ohne Anwesenheit eines Tierarztes durchgeführt werden darf.

Zum chinesischen Jahr des Schweins, das am 5.2.2019 eingeläutet wurde, beleuchten wir die Schweinehaltung in Österreich näher.
Initiator des Tierschutzvolksbegehrens Sebastian Bohrn-Mena fasst in einem ausführlichen Sheet die Schweinehaltung in Österreich und deren Probleme zusammen. Ende Februar 2019 wird der Forderungskatalog für sein Tierschutzvolksbegehren präsentiert. Nutztiere und ganz besonders Schweine sollen darin eine große Rolle spielen, so Bohrn-Mena. "Weil Schweine die ärmsten Schweine in der Nutztierhaltung sind", wie er im Gespräch mit "Heute" sagt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Suse am 06.02.2019 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird Zeit...

    Wo sind hier die Grünen. Es wird Zeit, dass sich diese Partei wieder ihren ursprünglichen Tätigkeiten zuwendet. Schutz von Tieren und Umwelt, Klimaschutz etc. Dann würden sie auch wieder mehr Stimmen erhalten.

  • eu weite am 06.02.2019 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    schande!

    seit jahrzehnten unfähige politik, gesetze etc. was tierhaltung anbelangt. ganz zu schweigen, was alles bei tiertransporten eu-weit abgeht. hauptsache das wurstsemmerl schmeckt dem versnobten nadestreif. grauslich!

  • Andreas am 06.02.2019 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein glücklicher Bio Rinderbauer.

    Fakt 11 der Konsument zahlt das was er bekommt. Warum muss ein Schweine Bauer +200 Tiere halten nur das er mit dem Einkommen überlebt. Leider gibts wachsen oder weichen. Wer mit dem Argument kommt Bio ja super. Doch jeder kann schwer die Investitionskosten stemmen die Bio mit sich bringt. Bzw. Futterkossten Aufzucht usw. Würde mir einen Gerechten Markt wünschen. Im Gegensatz zum freien Weltmarkt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Maria Kramer am 16.02.2019 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Nutztiere

    Bitte keine Massenzucht mehr und kein Quellen mehr. Am besten kein Fleisch mehr kaufen und essen. Appelliere an euer Mitgefühl macht alle mit.. Tierquelerei No Co.

  • Ika Rus am 09.02.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Fleisch essen

    Jeder weiß, dass etwas falsch läuft, und trotzdem schaffen wir nicht, das Tierleid zu beenden. Sollten die Tiere bis zu ihrer Schlachtung nicht wenigstens ein Leben gehabt haben? Wie gesund kann ein Fleisch von einem Schwein sein, das unter solchen Umständen heranwächst. Wir degradieren Lebewesen zu einem Produkt. Fleischkonsum reduzieren, Qualität statt Quantität.

  • silvia am 08.02.2019 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    überproduktion auf kosten der kurzlebigkeit sowie industrieller Tierhaltung ist vergiftung der tiere + der menschen durch stress ! Lebenswert der Tiere in der Natur ist qualität. Alles andere eine Schande.

  • Andreas am 06.02.2019 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein glücklicher Bio Rinderbauer.

    Fakt 11 der Konsument zahlt das was er bekommt. Warum muss ein Schweine Bauer +200 Tiere halten nur das er mit dem Einkommen überlebt. Leider gibts wachsen oder weichen. Wer mit dem Argument kommt Bio ja super. Doch jeder kann schwer die Investitionskosten stemmen die Bio mit sich bringt. Bzw. Futterkossten Aufzucht usw. Würde mir einen Gerechten Markt wünschen. Im Gegensatz zum freien Weltmarkt.

  • eu weite am 06.02.2019 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    schande!

    seit jahrzehnten unfähige politik, gesetze etc. was tierhaltung anbelangt. ganz zu schweigen, was alles bei tiertransporten eu-weit abgeht. hauptsache das wurstsemmerl schmeckt dem versnobten nadestreif. grauslich!