Massaker oder Naturschutz?

05. Dezember 2018 11:16; Akt: 28.01.2019 16:40 Print

Tierschützer filmen Treibjagd im Burgenland

Zuerst getrieben, dann erschossen - unzählige tote Feldhasen und Fasane landeten vergangene Woche aufgeknüpft im Jäger-Pick-up. Filmen unerwünscht!

Treibjagd im Burgenland, 29.11.2018

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Tierschützer sind nicht gerade des Jägers bester Freund. Schon gar nicht, wenn sie eine Kamera in der Hand haben. Und am wenigsten, wenn die Jäger gerade mit Hunden auf offenem Feld Feldhasen und Fasane vor sich hertreiben und töten. Treibjagd nennt sich das und hat in Österreich Tradition. Tierschützer versuchen durch das Mitfilmen die Öffentlichkeit aufzuklären. Dies versuchen Jäger gerne zu verhindern.

"Halali"

Ein Zusammentreffen zwischen Tierschützern und Jägern gibt es traditionell vermehrt im Herbst. Da beginnt die Jagdsaison. In Gattendorf (Burgenland) fand am 29. November eine Treibjagd statt. Die Jägerschaft versuchte zwar die "lästigen" Filmer fern zu halten, sie ließ von der Bezirkhauptmannschaft die öffentliche Straße sperren. Die Sperre war dennoch nahe genug um zu dokumentieren, was auf offenem Feld passiert.

Dutzende tote Feldhasen und Fasane

Ab 10 Uhr morgens ging es mit den Hunden aufs Feld. Dort wurden die Feldhasen und Fasane bis die Sonne unterging von Jägern und Hunden aufgescheucht und erschossen.

Zwei Pick-ups sollen an dem Tag im Einsatz gewesen sein. Auf jedem landeten "Dutzende tote Feldhasen und Fasane", heißt es vom VGT (Verein gegen Tierfabriken). Zumindest zweimal wurden die Autos be- und entladen. Die Tierschützer filmten die Jagd mit und veröffentlichten das Video auf Youtube.

Treibjagd Gattendorf

"Militante" Tierschützer

Dafür werden und wurden die Tierschützer traditionell scharf von der Jägerschaft kritisiert. Sie seien "militant" und die Jäger Opfer. Stimmt nicht, sagt VGT-Obmann DDr. Martin Balluch und fragt in einer Aussendung, wer nun "militant" sei. Menschen, denen es Spaß macht Tiere zu treiben und zu erschießen oder diejnigen, die das dokumentieren.

"Militant heißt üblicherweise gewalttätig. Ist man gewalttätig, wenn man völlig passiv und still von einer öffentlichen Straße aus eine Treibjagd filmt?", so Martin Balluch.

Treibjagd - Mord oder Nachhaltige Bejagung?

Immer mehr Menschen, vor allem in der Stadt, lehnen sie ab. Die Treibjagd sei ein sinnvolles Mittel für Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz, halten Jägerverbände entgegen. Gefilmt werden sie dabei jedoch nicht gerne.

Jagdgegner sehen das naturgemäß anders. "Leute, die in Massentierhaltung gezüchtete Tiere aussetzen und abknallen, und dabei wahre Blutbäder anrichten" sind "vollkommen unfähig, auch nur ein kleines bisschen Mitgefühl zu empfinden", heißt es von Tierschützer Balluch. Er bezieht sich damit auf die Gatterjagd. Bei der Gatterjagd werden extra dafür gezüchtete Tiere in einem umzäunten Gelände zu Tode getrieben und erschossen.

"Das ist eine schwere Persönlichkeitsstörung, die eigentlich medizinisch behandelt gehört"
, schließt Balluch ab.

Auf der Website des Oberösterreichischen Landesjagdverbandes heißt es,"dass so eine Treibjagd nichts Ungewöhnliches für ein Wildtier ist", da die Tiere eine natürlichen Fluchtinstikt haben. Tatsache sei weiter, "dass die nachhaltige Bejagung so erfolgt, dass nur einmal im Jahr ein Gebiet von Jägern und Treibern durchstreift wird und danach wieder Ruhe herrscht."

Was halten Sie von Treibjagden? Schreiben Sie Ihre Meinung unten in die Kommentare.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hartmut Alscher am 05.12.2018 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist keine Jagd, sondern ein Abschlachten !

    Eine Treibjagd ist eine undwaidmännische Frechheit ! Das hat nichts mit Jagd zu tun, das ist ein abschlachten. Die Tiere haben keinerlei Chance !!! Ein Wahnsinn ist noch dazu, die Tiere von Hunden hetzen und erlegen zu lassen !!! Jeder dieser sogenannten Jäger soll sich schämen und ich hoffe, dass er es zurück bekommt !!!! Ich habe normal nichts gegen Jagd, aber dieses Video ist keine Jagd, nur Massentötung. Hartmut

  • Suse am 05.12.2018 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Letztes Wochenende war im Akademiepark Wr. Neustadt auch wieder eine Treibjagd. Nur wurde dieses heuer etwas kleiner gehalten, da bei der letzten Treibjagd uns die Schrotkörner auf die Dächer der Siedlungshäuser ausserhalb der Mauer abprallten und auf die Autos bzw in den Gärten landete. Von den zurückgelassenen Müll, leere Bierdosen, zerknüllte Tücher mit menschl Fäkalien, Reste von den Innereien der Tiere, ganz zu schweigen.

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  • Mama Renate am 05.12.2018 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Bleiverseuchter Sondermüll

    Vor allem ißt heute kein normaler, gebildeter Mensch dieses mit Bleikuglerln verseuchte Wild. Einerseits gibt es Grenzwerte im µg (= millionstel Gramm) Bereich für nahrungsmittel und dann setzt man den eigenen Kindern Braten mit Bleischrotkugeln im astronomisch hohen Bereich vor. Auch die Äcker und später das Grundwasser werden mit hohen Bleimengen durch die Jagd kontaminiert. Auch nützliche Aasfresser werden direkt durch den Verzehr liegengebliebener, mit Bleischrot, direkt vergiftet. Viel Blei bekommen die Jäger selber ab ... man merkt es. Wir haben die Jägerei aufgegeben.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • tom tom am 31.12.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Treibjagd

    Eine wirklich fachmännisch durchgeführte Treibjagd ist eine notwendige und nützliche Regulierung der Wildtiere. Als Jugendlicher habe ich gelernt das bei dieser Art von Jagd genauso Regeln und Vorschriften gelten wie die Art und Menge des Gejagten Tieres. Gatterjagd gehört meiner Meinung nach verboten, ebenso das völlig unweidmännische Zurschaustellung vor nicht beteiligen Personen. Die Jagd, dazu zählt auch die Treibjagd, zählt zu einer wichtigen Art der Regulierung des Wildtierbestandes, oder was glaubt ihr warum es gemacht wird? Ohne Jagd gäbe es mehr tödliche Verkehrsunfälle.

  • robert üblacker am 29.12.2018 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    herr

    die Jagd gehört prinzipiell verboten. Soll nur von hauptberuflichen Jägern ausgeübt werden

  • Benno von der Aue am 11.12.2018 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unsägliche "Tradition"!

    Diese unsägliche "Tradition" gehört verboten! Man muss sich nur mal das Bild anschauen, die stehen einfach nur herum und knallen alles ab. Es fällt auch auf, dass man riesige Felder sieht, km-lang und ohne Gräben oder Hecken dazwischen ... kein Wunder, dass die einheimische Tier- und Pflanzenwelt verkümmert! Es sollte Gesetze geben, die die Pflanzung einer Hecke zwischen allen Feldern vorschreiben, und zwar einer permanenten Hecke ... nicht dass da noch einer auf die Idee kommt, "Kurzumtriebsplantagen" als Hecke anzulegen!

  • Frau Rabe am 06.12.2018 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Todesangst

    Im Rudel zu jagen und zu töten entspricht primitiven Stammeskulturen. Lebewesen absichtlich in Panik und Todesangst zu versetzen und kollektiven Spaß daran zu haben ist heutzutage eine Charakterabartigkeit. Schämen sollten sich diese Herrschaften.

  • Ronny am 06.12.2018 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jagd

    Ist nicht nur im Burgenland so! Bei uns gibt es keine rebhühner mehr und kaum noch Fasan! Hasen sah man vor ein paar Jahren noch viel aber jetzt nicht mehr! Bei den Rehen ist es nicht anders! Traurig wenn alles ausgerottet wird!

    • Frank am 09.12.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

      Jagd

      Hallo Ronny da sieht man wieder wie ahnungslos die Bevölkerung ist Wie viele Singvögel sind vom Aussterben bedroht in meiner Gemeinde werden schon seit mehr als 20 Jahren keine Rebhühner bejagt aber es gibt kaum welche mehr. Wie viele Hasen kommen im Straßenverkehr um aber es gibt hunderte von Elstern und Rabenkrähen die die Nester leer räumen in einigen Jahren gibt es keine Singvögel mehr weshalb regt man sich nicht über die Landwirtschaft auf mit deren Landwirtschaftlichen Geräten werden mehr Hasen getötet als man glaubt

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