U-Bahn-Opfer spricht

16. Mai 2019 05:00; Akt: 17.05.2019 09:22 Print

"Ich dachte nur: Sehe ich meine Kinder je wieder"

von C. Oistric - Er war nur Millimeter vom Tod entfernt! Letzte Woche wurde Zdravko I. von einem Iraker (21) vor die U3 gestoßen. Ihm musste ein Fuß amputiert werden.

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"Das kaputte Bein ist mir scheißegal, ich bin froh, dass ich lebe", schildert Zdravko I. beim "Heute"-Interview im Wiener AKH.

Schlimm erwischt

Bisher war bekannt, dass der Lagerarbeiter "nur" mit Knochenbrüchen im Spital liegt, dabei hat es ihn viel schlimmer erwischt: "Mein Fuß musste amputiert werden, die Schulter ist zertrümmert, zwei Rippen sind gebrochen, und im Gesicht habe ich Schürfwunden erlitten", sagt Zdravko I.

Er ist jener Mann, der vergangene Woche von einem offenbar psychisch kranken 21-Jährigen beim Westbahnhof vor die U3 gestoßen wurde. "Ich kann mich an jedes Detail erinnern", sagt das Opfer. "Ich stand ganz vorn, habe beim Stiegenabgang mit dem Handy gespielt, als ich plötzlich eine Berührung an der Hüfte gespürt habe."

Plötzlich unter U-Bahn

Doch der 35-Jährige dachte an nichts Böses, sondern an den Scherz eines Bekannten, der ihn erschrecken wollte. "In dem Moment fuhr der Zug in die Station ein, und plötzlich lag ich schon unter der U-Bahn – das Gesicht nach oben, die Hände am Brustkorb. Der Fahrer legte sofort eine Notbremsung ein", erzählt Zdravko I. und sagt: "Es war dunkel und schmutzig – wie es unter einer U-Bahn halt so ist. Ich dachte in diesem Moment aber nur darüber nach, ob ich meine Kinder und meine Freundin jemals wiedersehen werde.

"Soll seine gerechte Strafe bekommen"

" Wie es ihm jetzt geht? "Die Schmerzen halten sich mittlerweile in Grenzen", sagt das Opfer des U-Bahn-Schubsers, "aber ich habe keinen Plan, wie es weitergehen soll, wann ich endlich wieder aufstehen kann. Ich hasse den Mann, der mir das angetan hat. Ich will ihn auch nie in meinem Leben treffen – sonst müsste ich ihm etwas antun."

Um Akteneinsicht zu bekommen, engagierte Zdravko I. noch vom Krankenbett aus die Anwältin Astrid Wagner. Er findet: "Der Täter soll seine gerechte Strafe bekommen, so wie auch ich bestraft wurde." Bestraft wofür, hakt "Heute" nach. "Ich weiß es nicht, vielleicht bin ich ein schlechter Mensch."

20-Jähriger stieß Mann auf U-Bahn-Gleise

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Livia Ingrid am 16.05.2019 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    Armer Kerl

    Also ich für mich kann nur sagen, dass ich nie ganz vorne stehe, auch nicht wenn der Zug fast zum Stillstand gekommen ist. Ich hab da so eine Art Paranoia und ewig die Befürchtung, dass mich jemand schubsen könnte...

    einklappen einklappen
  • Tante Lotte am 16.05.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wo leben wir eigentlich

    Einfach Furchtbar! Wer kommt denn für alles auf? Sicher nicht der Täter - möglicherweise kann er seinen Job nicht mehr ausüben. Auf jeden Fall ist sein Leben nicht mehr das was es einmal war.

  • Helgoland am 16.05.2019 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute

    Unzählige Bürger sind schockiert über den schrecklichen Vorfall. Viel Kraft, gute Genesung und bestmögliche Unterstützung von allen Seiten. Damit es bald wieder bergauf geht.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Eva D. am 17.05.2019 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    XXX

    Der gehört nicht zum Psychiater sondern eingesperrt.

  • franka am 17.05.2019 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so

    wie gestern von Wagner erzählt wird der Täter gar nichts zahlen da er nichts hat. und nun zu einer Frage welcher Mensch der sowas tut ,ist nicht gestört ? ein normaler Mensch tut sowas nicht

  • Österreicher am 17.05.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Perfide Show und die Justiz schaut zu

    Es läuft bei dieser Tätergruppe immer aufs selbe raus: Entweder sind sie traumatisiert oder unzurechnungsfähig. Wann kapiert die Justiz endlich, dass das Ganze nur eine Show ist? Die Anzahl derer, die für ihre Tat niemals zur Verantwortung gezogen wurden, ist seit 2015 so hoch, wie nie zuvor. Woran liegt das? Offenbar sind Gutachter und Richter nicht mehr in der Lage, das perfide Spiel zu durchschauen. Die Täter nutzen unser Rechtssystem aus und tanzen uns auf der Nase rum.

  • Desert Eagle am 17.05.2019 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Lebenslang!

    Weiße Weste, mit langen Ärmeln und hinten zu schließen. Gummizelle. Hab ich was vergessen?

  • myopinion am 17.05.2019 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Prüfung durch Psychiaterin

    Was mir auffällt, dass solche Täter oft "traumatisiert", "Psychisch krank" etc. sind. Wenn dann etwas passiert, können solche Personen nicht bestraft werden, weil sie kein Geld haben und eben psychisch krank sind. Ist doch für jedes Opfer der blanke Hohn, sofern sie überleben. Oft sind solche Personen amtsbekannt, unternommen wird nichts, weil ja noch nichts passiert ist..... Der Täter hat auf jedenfall nicht viel zu befürchten, wie mir scheint. In die Justiz kann man kein Vertrauen mehr haben.