Opferschutzanwältin

04. April 2019 14:57; Akt: 04.04.2019 15:02 Print

Waltraud Klasnic schlug ihre eigenen Kinder

Die Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic, die seit fast zehn Jahren die Spitze der Kommission für Missbrauchsfälle in der Kirche bildet, schlug ihre Kinder selbst.

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In einem "Datum"-Interview zu Missbrauch in der Kirche äußerte sich Waltraud Klasnic (73) auf schockierende Weise. Die Opferschutzanwältin, die seit fast zehn Jahren an der Spitze jener Kommission steht, die sich mit Missbrauchsfällen in der Kirche auseinandersetzt, sprach darüber, dass sie selbst ihre eigenen Kinder zu schlagen pflegte.

Umfrage
Sollte Klasnic zurücktreten?
59 %
35 %
6 %
Insgesamt 472 Teilnehmer

"So viel haben sie nicht gekriegt"

Ihre beiden Söhne, heute 55 und 53 Jahre alt, erhielten wohl immer wieder Ohrfeigen. Aber: "Es war nicht Gewalt. Es war eine flotte Detschn." Heute würden sie dazu nun lachen. "Und so viel haben sie auch nicht gekriegt."

In dem Interview, das am Freitag erscheint, verteidigt Klasnic die Arbeit der Kommission. Die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" kritisiert die Anwältin nun scharf: "Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass Klasnic für ihr Amt moralisch nicht in Frage kommt, so ist er jetzt erbracht", sagt Sepp Rothwangel.

Plattform will Klasnics Rücktritt

"Wie will jemand, der frohgemut gesteht, seine Kinder geohrfeigt zu haben und sich auch heute davon nicht distanzieren mag, einen so sensiblen Bereich wie die Leitung einer Kommission gegen Gewalt an Kindern verantworten? Ebenso wenig darf Klasnic die Fälle von Gewalt an Kindern und Jugendlichen im österreichischen Schiverband betreuen."

Rothwangl und die Plattform fordern neben einer Entschuldigung seitens Klasnic außerdem Kardinal Schönborn auf, der Opferschutzbeauftragten einen "sofortigen Rücktritt nahezulegen".

Klasnic hat über 2.000 Missbrauchsfälle behandelt. Bei etwa 1.000 Gesprächen war sie selbst dabei. Sie schildert, dass es in zwei Drittel der Fälle ausschließlich um Gewalt gegangen sei, beim Rest auch um Missbrauch.

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(rfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trinchen am 04.04.2019 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die flotte

    Detschn war zur damaligen Zeit vollkommen normal. Dass heute anders darüber gedacht wird, ist gut, doch deswegen jetzt über schockierende Aussagen zu sprechen, halte ich für falsch. Diese Frau ist so ehrlich und steht dazu, das schaffen nicht viele Eltern. Diejenigen, die ihren Kindern wirklich Gewalt angetan haben, schweigen das Thema tot. In ihrer Aussage wird ganz klar zwischen dem Fehlverhalten eines Erwachsenen, also unangebrachten Erziehungsmethoden und Gewalt relativiert und das ist gut so.

  • Susan V. am 04.04.2019 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso sollte Frau Klasnic ihr Amt zurücklegen?

    Waltraud Klasnic, Jahrgang 1945, rutschte angeblich, in der Erziehung ihrer Kinder, auch mal die Hand aus. Als die 'Klasnic-Kinder' das hinnehmen mussten, gab es vermutlich noch kein Gesetz, dass die körperliche Züchtigung von Kindern verboten hat. Ihre Frau Mama tat also nichts Illegales. Klasnic jetzt zu unterstellen, sie könne nicht zwischen Misshandlungen an Kindern und einer Ohrfeige unterscheiden, sowie der Ruf ihrer Gegenspieler, sie solle deshalb von ihrem Amt zurücktreten, ist daher schon etwas gewagt. Haben die Herrschaften etwa alle so reine Westen, dass sie sich eine solche Forderung erlauben können?

    einklappen einklappen
  • Jasmin am 04.04.2019 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewalt?

    Ich denke, das waren andere Zeiten dieser Generation.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sepp Berghofer am 06.04.2019 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steirer

    Das war so früher. Ich bin jetzt 59 Jahre. Und diese paar Watschn haben mir auch nicht geschadet. Heute zeigen dich die Kinder schon an wennst a scharfes Wort sagst. Das ist undankbarkeit. Wer bezahlt alles.

  • Holly am 06.04.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Hinhauen tut der, dem die verbalen Argumente ausgehen,... Sorry, kids zu schlagen und sei es nur einmal, ist für mich a Zeichen von Schwäche,... ist a Armutszeugnis für Erwachsene,... da dreh ich mich lieber um& geh fünf Minuten aus dem Zimmer, bevor ich was tu, was ich bereue und nicht mehr ungeschehen machen kann,....

  • Jugendundkinder am 05.04.2019 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schon richtig

    Fragen Sie mal den Kinder- und Jugendpsychiater Ihrer Wahl - nicht irgend welche Laien. Der Unterschied zwischen der lehrbuchmäßigen "G'sunden Watsch'n" als letzte Mahnung in der Erziehung und Gewalt ist so groß wie der zwischen einem Gleiter Lilienthals zu einem Space-Shuttle. Und nicht jeder Elternteil ist ein Doktorand in Jugendpsychiatrie.

  • Wurschtl am 05.04.2019 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gewalt...

    ist scheinbar relativ...klar zurücktreten, alles andere wäre inkonsequent. Punkt.

  • Friedwald am 05.04.2019 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Der Hohn und Spott

    Ach man muss erst Gesetze machen damit Kindern nicht geschlagen werden. -So ist das also. Umso schöner dass die Leute dann noch alle sich dran halten, nicht wahr?!