Tierschutzvolksbegehren

29. November 2018 15:28; Akt: 13.05.2019 13:28 Print

"Das Schnitzel darf nicht vorher gequält werden"

... sagt Sebastian Bohrn Mena, der gerade ein Tierschutzvolksbegehren auf Schiene bringt. 3.000 Menschen aus ganz Österreich sollen ihn bereits unterstützen.

Gegen Fleisch essen ist Sebastian Bohrn Mena nicht,

Gegen Fleisch essen ist Sebastian Bohrn Mena nicht, "aber das Schnitzel darf vorher nicht leiden", fordert der Politiker. (Bild: zVg)

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"Jetzt machen wir Schluss mit Tierqual. Jetzt fördern wir das Tierwohl", lautet Sebastian Bohrn Menas Kampfansage. Nachdem der Politiker vergangenen Juli aus der Liste Pilz (heißt jetzt "JETZT") ausschied, will er die Sache mit dem Tierschutz in Österreich selbst in die Hand nehmen. "Heute" berichtete. Sein Ziel: Gemeinsam mit der Bevölkerung "Druck von unten aufbauen" - und das überparteilich. Für die Tiere und die Umwelt, für heimische Bauern und die Konsumenten - meint Bohrn Mena.

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Was kann das Tierschutzvolksbegehren?

Im Fokus stehen Nutztiere, also Schweine, Rinder, Kälber und Hühner. Sie alle leiden in der Massentierhaltung Höllenqualen. Ferkel werden in Österreich - völlig legal - ohne Betäubung kastriert. Männliche Küken nach der Geburt direkt geschreddert und viele Tiere unter widrigen Umständen ins Ausland verfrachtet. Diese Praktiken will Bohrn Mena verbessern. Praktiken, wie die Ferkelkastration jedoch nicht komplett abschaffen. Das Thema Haustiere wird auch etwas Platz finden, so Bohrn Mena. Speziell zur Katzen-Kastration und Qualzucht bei Hunden, sollen Forderungen ausgearbeitet werden.

Schnitzel nicht quälen, bevor es auf dem Teller landet

Für alle, die den Verdacht haben, ihnen würde bald ihr Schnitzel weggenommen, gibt es Entwarnung. Das Fleischessen an sich verurteilt Bohrn Mena nicht. "Wir werden keinem sagen, dass er kein Fleisch mehr essen darf". Das Schnitzel soll vorher jedoch nicht gequält werden dürfen, bevor es auf dem Teller landet, so seine Vision. Bedeutet: Tiertransporte sollen beispielsweise minimiert werden und die betäubungslose Kastration bei Ferkeln verboten.

Bauernsterben bekämpfen

Das Tierschutzvolksbegehren versteht sich als "Pro-Bauern-Volksbegehren", so der Politiker. Er will nicht gegen, sondern für heimische Bauern kämpfen, da diese immer mehr von großen Konzernen verdrängt werden. Ein wichtiger Schritt sei die Umverteilung von Steuer- und Fördergeldern. Zudem fordert er eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln in öffentlichen Küchen und der Gastronomie, "damit Konsumenten wissen was sie essen und selbstständig entscheiden können", so Bohrn Mena.

"Von Parteien nehmen wir keinen Cent"

Das Vorhaben wird uns, wenn alles nach Plan verläuft, noch Jahre begleiten. Die Eintragungswoche wird erst im Herbst 2020 oder im 1. Halbjahr 2021 starten. Bis dahin will Bohrn Mena "in allen Gemeinden Österreichs" möglichst viele Unterstützer für seine Sache gewinnen. Finanziert wird das Vorhaben durch Spenden. Ganz transparent, wie der Politiker betont. "Von Parteien oder Lobbys nehmen wir keinen Cent". Phase eins des Projekts hat am heutigen Donnerstag begonnen. Via Crowdfunding sollen bis Jänner 100.000 Euro gesammelt werden.

Forderungen sehr oberflächig

Einen konkreten Forderungskatalog gibt es noch nicht. Dieser wird gerade zusammen mit "Experten", darunter Bauern und Ärzte sowie "NGOs" ausgearbeitet. Um welche Experten, Bauern oder NGOs es sich handelt, dazu will Bohrn Mena (noch) nichts sagen. Im Februar 2019 soll der Katalog fertig sein.

So begrüßenswert die bisherigen Forderungen sind, sie gehen nicht sehr in die Tiefe. Sie alleine werden das Leben von Nutztieren nicht nachhaltig verbessern - bleibt aber
abzuwarten, was im Forderungskatalog steht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • helmar am 29.11.2018 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schächten......

    also das Durchschneiden des Halses einen Schlachttieres ohne vorheriger Betäubung, das will er nicht verbieten lassen....der Herr Bohrn-Mena. Das hat er mir selber via Mail vor der Nationalratswahl 2017 auf meine Frage hin geantwortet. Und wer ein "Tierschutzvolksbegehren" will ohne das Verbot des Schächtens, der ist scheinheilig. Und zeigt deutlich in welche Richtung das Volksbegehren gehen soll......zur Verunglimpfung aller jener Bauern welche keine Biobauern sind. PS....auch Biotiere werden gern für Schächtungen genommen.

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  • Anna K. am 29.11.2018 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut!

    Gute Aktion und schon längst überfällig! Ich esse auch ab und zu Fleisch, kaufe aber nur "fair zum Tier"-Produkte und bei den Eiern nur Freilandeier. Für mich muss sicher kein Tier leiden, nur weil ich billig will. Zahle lieber mehr und weiß, dass es dem Tier gut ging!

  • Erich Menon am 29.11.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Brauch ich nicht

    Wenn ich schon die 3 Buchstaben NGO lese, weiß ich was ich von dem Ganzen zu halten habe. Daher kann mich der übweaus "symphatische" Hr. Born-Mehna mit seinem Volxbegehren moscherln. Wie hält er es eigentlich mit dem Schächten??? Ich persönlich kaufe mein Fleisch schon seit Jahren beim Bauern mit Hofschlachtung. Ist zwar etwas teurer, aber um KLASSEN besser. Ganz ohne Lobby und Volxbegehren, so what.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 30.11.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Klopfen muss man es schon

    "Das Schnitzel darf nicht vorher gequält werden". Hr. Dr. Bohrn Mena hat wahrscheinlich noch nie welche gemacht. Vor dem Panieren gehört so ein Schnitzel nämlich kräftig geklopft.

  • Censorship am 30.11.2018 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bekennender Fleischesser...

    Ja ich esse Fleisch, bin aber auch der Meinung, dass man keinen Kilo Hühnerfleisch für 5 Euro verkaufen muss... Ich bin willens für Fleisch mehr zu bezahlen, wenn die Tiere dafür ein gutes Leben haben... Leider ist in unserer "Geiz ist Geil" Zeit nur der Profit relevant...

  • harald am 30.11.2018 05:00 Report Diesen Beitrag melden

    unter dem Deckmantel

    wie viele div. Vereine oder öffentl. Einrichtungen befassen sich Österreich mit dem Tierschutz? Das werden wahrscheinlich nicht wenige sein und nicht wenige werden wahrscheinl. mit dem Geld der Bürger subventioniert. Da wird es wohl möglich sein, dass diese ganzen Stellen gemeinsam was vernünftiges für die Tiere machen und dass nicht zusätzlich wieder was Neues erfunden werden muss bzw. um Geld dafür gebettelt wird. Die Bürger zahlen ca. 200 MILLIONEN im Jahr für ihre parteipol. Vertreter, da wird die Behandlung des Tierschutzes wohl includiert sein. Ansonsten die EU-Zentrale befassen

    • Kritischer Geist am 30.11.2018 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      @harald

      In Wahrheit geht's diesen Leuten doch gar nicht um die Tiere. Es geht ihnen um ihr eigenes Image, um das erhebende Gefühl moralischer Überlegenheit, nach der immer mehr süchtig werden.

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  • Penelope am 29.11.2018 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Besonders schlimm...

    ...geht es bei den Tiertransporten aus der EU in Drittstaaten zu - interessant dazu das ORF WELTjournal+ "Europas Tiertransporte"...

  • Alter Mann am 29.11.2018 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nun, wer

    Nun, wer ein Schnitzel essen möchte muss wissen das vorher dafür ein Tier sterben muss, es war Generationen vorher auch nicht anders und die Tötung war wesentlich grausamer wie Heutzutage aber wir leben in Derzeit in einer Zeit wo man bei vielen Themen sagen leider muss: "Man kann auch Alles Maßlos übertreiben" !

    • fehlende am 30.11.2018 09:56 Report Diesen Beitrag melden

      information tierleid

      ...vor vielen generationen gab es aber keine massentierhaltung und fleisch kam nur sonntags auf den mittagstisch! zu behaupten, tötung war früher grausamer mag für den schlachtschußapparat gelten. nur tierhaltung, transport ist zu 99 % grausamer denn je!!!

    • Alter Mann am 01.12.2018 23:14 Report Diesen Beitrag melden

      @ fehlende

      Schlachtschußapparat ? Ihr habt Ahnung 0 wie es damals zugegangen ist. Das Schwein wurde am Rüssel mit einem Strick gehalten - dann schlug es ein Anderer mit einem großen Hammer auf den Kopf (und Der traf nicht immer besonders gut) - danach fiel das Tier um und wurde in den Hals gestochen - als dann nach kurzer Zeit kein Blut mehr aus der Stichstelle kam - wurde das Schwein ins siedend heiße Wasser geworfen - damit die Borsten besser abgingen - und jetzt erklären sie mir bitte nicht das Daß damals nicht eine größere Quälerei war - es wurden damals auch nicht ganz wenige Schweine geschlachtet!

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