Niederösterreich

27. März 2018 17:50; Akt: 27.03.2018 18:18 Print

Vergewaltigungs-Prozess: Freispruch für Flüchtlinge

Bis zuletzt hatten die zwei Asylwerber bestritten, das Mädchen vergewaltigt zu haben. Der Schöffensenat stimmte ab: 2 für schuldig, 2 für nicht schuldig - Freispruch (nicht rechtskräftig).

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Seit 8.30 Uhr wurde am Dienstag am Landesgericht St. Pölten verhandelt, am Dienstagnachmittag fällte dann Richter Markus Grünberger das Urteil: Freispruch für den Somalier und Afghanen.

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Die Anklage

Die zwei Asylwerber (18, 19) hatten sich vor dem Schöffensenat nicht schuldig bekannt. Laut Anklage war das Duo und ein weiterer, unbekannter Täter dem Mädchen, das am 25. April 2017 gerade am Weg vom Tullner Bahnhof zum Vater war, nachgegangen. Das Trio holte die 15-Jährige laut Staatsanwaltschaft ein, der Somalier schlug ihr mit der Faust ins Gesicht, zerrten sie auf den Sportplatz. Dort soll der Somalier und der dritte Täter das Mädchen zwei Mal vergewaltigt haben. Das Opfer konnte sich losreißen, wurde aber wieder eingeholt und vom Afghanen vergewaltigt. Dann ging die 15-Jährige heim und anschließend ins Krankenhaus ("Heute" berichtete).

Laut Gutachter waren die Schilderungen des Opfers glaubwürdig, es gab keine Hinweise auf Fremdsuggestion. Opferanwalt Ewald Stadler machte zudem Schmerzensgeldansprüche in der Höhe von 15.400 Euro geltend.

Freispruch

Die Verteidiger des erstbeschuldigten Afghanen verwies auf die Flucht des Angeklagten: "Mit 16 Jahren ist er aus Afghanistan geflohen, er hat einen Deutschkurs und wollte sich integrieren, war auch in einem Verein aktiv." Laut Anwältin habe das Opfer mit den Angeklagten "Gras" geraucht und dann wäre es zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen.

Der Schöffensenat (Richter, beisitzender Richter, zwei Laienrichter): Zwei stimmten für schuldig, zwei für nicht schuldig, das heißt: Bei Gleichstand für die Anklagten – Freispruch. Begründung: Es hätte zu viele Widersprüche bei den Aussagen des Opfers gegeben. Die Staatsanwältin meldete Nichtigkeitsbeschwerde an. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • beere am 27.03.2018 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Das darf nicht wahr sein !!!!!

    Was ist los in Österreich?

  • Fritz Trözter am 27.03.2018 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versteht das jemand?

    Kann mir jemand, irgendjemand das bitte erklären? Aber nicht im juristendeutsch! Gibt es jetzt noch eine Klage der, noch nicht rechtskräftig, Unschuldigen wegen übler Nachrede oder falscher Anschuldigung? Wird die 15 jährige jetzt die volle Härte der Justiz zu spüren bekommen? In welcher Welt leben wir eigentlich?

    einklappen einklappen
  • Anonym am 27.03.2018 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anonym

    Das ist ein schlechter Scherz oder?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gerhard am 27.03.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    keine Abschreckung

    Es wäre ein abschreckendes Urteil notwendig gewesen. Hoffentlich wird das in der nächsten Instanz nachgeholt - hoffentlich nicht wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es wäre interessant, wer für unschuldig gestimmt hat. Die Profis oder die Laien. Das Opfer tut mir leid.

  • Richard Lego Österreicher am 27.03.2018 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    aber ich glaub das einfach nicht...das kann einfach nicht die Wahrheit sein....

  • Markus Humpf am 27.03.2018 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Flucht

    Darum ist der dritte Täter auch untergetaucht und geflohen, weil er unschuldig ist...

  • Issi am 27.03.2018 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nix

    Traurig!!!! Alles gute dem Mädel!!!!

  • Martin am 27.03.2018 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht...

    .... wie ich diesen Artikel auch lese... ich werde nicht schlau draus...