Niederösterreich

22. Oktober 2018 16:41; Akt: 22.10.2018 16:41 Print

Spielsüchtiger gewann Prozess gegen Novomatic

Ein Niederösterreicher klagte Novomatic und bekam Recht, der Glücksspielkonzern muss 2,5 Millionen Euro zurückzahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Zehn Jahre lang zockte der Mann exzessiv. (Bild: iStock)

Zehn Jahre lang zockte der Mann exzessiv. (Bild: iStock)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zehn Jahre lang verzockte ein Niederösterreicher an Glücksspiel-Automaten in Wien sein Hab und Gut. Mehr als 2 Millionen steckte der Mann von 2002 bis 2012 in die von Novomatic betriebenen Maschinen.

Vor Gericht wollte er sich sein Geld jetzt zurückholen und bekam tatsächlich Recht. Novomatic muss ihm 2,5 Millionen Euro zurückzahlen, also weit mehr als er verspielt hat. Denn laut Urteil muss Novomatic auch für die Zinsen aufkommen, die dem Niederösterreicher seit 2002 entgangen sind.

Psychiatrisches Gutachten

Das Urteil basiert auf der Einschätzung des Landesgerichts Wr. Neustadt, dass die geschlossenen Glücksspielverträge unwirksam sind. Laut einem psychiatrisch-neurologischen Sachverständigen-Gutachten konnte der Mann dem exzessiven Zocken nämlich nicht widerstehen. Der Mann sei somit "partiell geschäftsunfähig" gewesen.

Die Juristen des Glücksspielkonzerns legten Berufung gegen das Urteil ein. Dieses ist somit nicht rechtskräftig und der Prozess geht zumindest eine weitere Runde.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(min)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wogi am 22.10.2018 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Sachverständige

    Sollte dieses Urteil, mit dieser Begründung des psychiatrisch-neurologischen Sachverständigen durchgehen, dann dürfen nur noch Personen in Casinos, welche ein beglaubigtes Schriftstück mitführen, welches sie als "partiell geschäftsfähig" ausweist. Das wird lustig bei den Eingängen.

    einklappen einklappen
  • noxx am 22.10.2018 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    dann verklag ich gleich

    mcdonalds weil ich blad bin .... braucht eh kana mehr verantwortung für sein handeln übernehmen

  • Grrrr am 22.10.2018 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wieviele Menschen

    wurden durch diese und ähnliche Firmen ins Unglück gestürzt? Absolut Unnötig und für die Klientel aus den Vorstädten..

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • jj.wischer am 23.10.2018 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    die novomatik-armada von anwälten

    wird zu verhindern wissen, dass der verrückte 2,5 millionen verzockte euros zurückbekommt, und das ist auch richtig so. ich empfinde es auch als ungerechtfertigt die verspielte kohle zurückzufordern. versuch das mal in las vegas, mehr als schallendes gelächter wird man dort nicht ernten. spielschulden sind ehrenschulden, sagt man. wer so doof ist sein hab und gut zu verspielen, tut mir in keinster weise leid.

  • jeeep! am 23.10.2018 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    Und was genau soll dieses Urteil anderen Spielsüchtigen beibringen ?

  • Helmut Dirk am 23.10.2018 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Notwendig?

    Die Firma hat eine wichtige Aufgabe, gibt es doch 150.000 Spielsüchtige in Ö zu "betreuen"! Man schaue nur, welche Leute in die Wettlokale gehen, die 24 Stunden geöffnet haben.

  • HeuteLeser am 23.10.2018 01:03 Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichen Glückwunsch !!!

    Jetzt kann er das gewonnene Geld wieder verzocken !

  • noxx am 22.10.2018 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    dann verklag ich gleich

    mcdonalds weil ich blad bin .... braucht eh kana mehr verantwortung für sein handeln übernehmen