Grausamkeit aufgedeckt

26. Dezember 2017 16:29; Akt: 26.12.2017 16:54 Print

Tierquälerei: Bauer wirft Ferkel durch den Stall

Die Tierschutzorganisation VGT deckte brutale Missstände in einem niederösterreichischen Stall auf. Vor allem Ferkel werden roh behandelt.

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Erst kürzlich sorgte der VGT (Verein gegen Tierfabriken) bei einem Stall nahe St. Pölten für Aufsehen: Schweine wurden dort in 24-stündiger Dunkelheit gehalten, mehr als 20 Tierschutz-AktivistInnen forderten vor Ort erfolgreich ein Ende der Dunkelhaft und das Öffnen der verbarrikadierten Fenster. Neue Videoaufnahmen aus einem anderen Bereich des gleichen Betriebes zeigen das Schwanz-Abschneiden sowie das illegale und brutale Kastrieren der kleinen Ferkel.

Vorgehen ist Teilweise legal

Die Videos machen fassungslos: zu sehen ist ein "Bauer" und eine "Bäuerin", die die kleinen Ferkel an den Hinterbeinen schnappen und in Kisten werfen. Es folgt die Verabreichung diverser Spritzen sowie das schmerzhafte Durchstechen der Ohren mit den Erkennungsmarken. Danach werden allen Ferkeln die Schwänze abgetrennt, und zwar mittels Brennstab. Das Gesetz fordert, dass diese Maßnahme "zur Vermeidung weiterer Verletzungen notwendig" sein muss.

Ein Kupieren darf in Österreich eigentlich nicht routinemäßig durchgeführt werden, trotzdem sei es laut VGT Standard in der österreichischen Schweine-Industrie. Außerdem darf höchstens "die Hälfte" des Schwanzes entfernt werden. Die Ferkel werden verstümmelt, um die negativen Folgen der fürchterlichen Haltungsbedingungen zu reduzieren. Dem "Anknabbern" der Schwänze als Verhaltensstörung aufgrund von Beschäftigungsdefizit sowie einseitiger Fütterung soll somit entgegengewirkt werden.

Anzeige erstattet

Die aktuellen Videoaufnahmen zeigen außerdem: die männlichen Tiere werden geschnappt und kopfüber von den im Stall sitzenden Bauern zwischen den Beinen eingeklemmt. Mittels Skalpell wird der Hodensack aufgeschnitten und die Hoden herausgequetscht - ohne Narkose! Laut Tierschutzgesetz ist diese Vorgangsweise sogar legal.

Aber was folgt verstößt eindeutig gegen das Tierschutzgesetz. David Richter vom VGT: "Nachdem der Hodensack aufgeschnitten wurde wird an den Hoden so lange gezogen, bis der Samenleiter abreißt. Eine Vorgangsweise, die vor 30 Jahren noch völlig üblich war, seit langem aber explizit verboten ist! Der Nervenstrang wird zerfranst, zerschlissen, die Schmerzen sind sehr stark und lange andauernd!"

Gegen die handelnden Personen in diesem niederösterreichischem Betrieb wurde Anzeige wegen Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft und der Bezirkshauptmannschaft Sankt Pölten Land erstattet.

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(slo/red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christine am 26.12.2017 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Schrecklich! Diese Bauern sollten ein lebenslanges ein Tierhaltungsverbot erhalten!

  • David Richter am 26.12.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schweinequälerei

    Einfach furchtbar, wenn man sich das ansieht! Es wäre wirklich gut, wenn wir mehr darüber nachdenken würden, wo unser Essen herkommt ...

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  • Dosi am 26.12.2017 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Petition

    Einfach nur Grausam, wie mit Lebewesen umgegangen wird! Unterschreibt alle die online Petition für eine Verschärfung des Tierschutzgesetzes! Danke!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • M M. am 15.01.2018 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Es ist ein Skandal, wie mit unserer Natur, wie Tieren (Schweine) umgegangen wird. So wird ein Nahrungsmittel wie Fleisch herangezüchtet, mir graut davor, die Leute dürften kein Schweinefleisch solcher Art zu sich nehmen.

  • Karoline am 15.01.2018 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Finde es furchtbar wie diese Tiere behandelt werden, aber auch die Konsumenten, die das Fleisch dieser bedauernswerten Schweine kaufen und essen, gehören ins Gebet genommen. Jeder der dieses Fleisch kauft unterstützt diese grauenvolle Tierhaltung.

  • Heli am 29.12.2017 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Solche Bauern denn das ist kein Einzelfall das Bauern selber Ferkel kastrieren um Geld zu sparen, gehören genauso ins Gefängnis wie Täter, die an Menschen Körperverletzung betreiben. Außerdem gehören solche Menschen die mit Lebewesen brutalst umgehen in eine Anstalt. Wenn ich davon meinen Lebensunterhalt verdiene müsste er jedes Tier in seinem Stall behandeln wie ein rohes Ei. Fazit, der kann nicht normal sein. Tierhalteverbot auf Lebenszeit für die ganze Familie mit Kontrollen. Gefängnisstrafen wären angebracht aber nicht auf Bewährung, Geldstrafen halten niemanden vor Wiederholung ab.

  • Muzungu am 28.12.2017 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Dann hoffen wir das er seine gerechte Strafe bekommt.

  • Sonja Poavre am 28.12.2017 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    2-3 EUR für ein XXL Schnitzerl ...toll !

    Was maßen wir Menschen uns an, diese armen Lebewesen so zu quälen! Genüsslich verspeisen zig Österreich bei diversen Möbeldiskontern ihr Schweinsschnitzerl um nicht mehr als 2-3 EUR und freuen sich "extra" günstig gespeist zu haben. Wenn diese Preispolitik nicht aufhört, wird auch das Quälen nie aufhören ! Viele Faktoren zählen dazu (z.B.: Kontrollpolitik; Billigimporte aus dem Ausland, etc.) dass diese Quälerei passiert...leider sind trotzdem auch die Konsumenten ein Teil davon. Eine unlösbare Aufgabe meines Erachtens.

    • Heli am 29.12.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Frau

      Alles das würde helfen. Allerdings gehören die Strafen enorm erhöht und auch umgesetzt. Haftstrafen nicht auf Bewährung sondern unbedingt umsetzen. Halteverbot auf Lebenszeit. Kinder in Schulen und zuhause sensibilisieren über Fleischkonsum.

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