Bezirk St. Pölten

12. Februar 2019 22:13; Akt: 13.02.2019 09:47 Print

Tierschützer wollen Biber vor Abschuss retten

von I. Nittner - Ein Biberpärchen bei der "Pielachtaler Sehnsucht" bereitet der Politik von Hofstetten-Grünau Kopfzerbrechen. Sie sollen nun eingefangen und getötet werden. Der Tierschutzverein "Robin Hood" versucht das zu verhindern.

 (Bild: iStock)

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Das gemeindeeigene Seebad "Pielachtaler Sehnsucht" in Hofstetten-Grünau (Bezirk St. Pölten-Land) ist eine Freizeitidylle. Genau das dürfte aber auch ein Biber-Pärchen erkannt haben, das Duo siedelte sich am Gewässer an und gestaltet dort ordentlich um.

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Sehr zum Ärger von VP-Bürgermeister Arthur Rasch, denn die Biber "mähen" den gesamten Weidebewuchs um, weshalb aufgrund der Unmengen an Holz im See eine adäquate Seepflege unmöglich sei.

Gemeinde nach Hechtbiss vorsichtig

Nachdem ein Achtjähriger im Jahr 2015 in der "Pielachtaler Sehnsucht" von einem Hecht gebissen worden war – "Heute" berichtete – ist man besonders vorsichtig. Denn: Das Gericht entschied, dass der Bürgermeister als offizieller Tierhalter haftet, die Gemeinde musste rund 14.000 Euro Schmerzensgeld zahlen – mehr dazu hier.

Das Biber-Paar wurde deshalb zum Abschuss freigegeben. Es soll jetzt eingefangen werden. Ein absolutes No-Go für den Tierschutzverein "Robin Hood" von Marion Löcker.

Sie trat gleich mit dem Ortschef in Kontakt, hofft auf eine tierliebe Lösung. "Der Bürgermeister hat gesagt, wir dürfen alles tun am Teich", ist sie hoffnungsvoll.

Hilfe benötigt

Am Sonntag, den 17. Februar, will man Maßnahmen treffen. Ob die Bäume mit Gittern ummantelt werden sollen oder ob man versuchen wird, die Tiere mit Hilfe eines Anstrichs der Bäume zum Abwandern zu bewegen, wird noch entschieden. Ausgemacht ist jedenfalls, dass die Kosten dafür nicht die Gemeinde, sondern der Tierschutzverein trägt.

Marion Löcker hofft nun auf zahlreiche Helfer für Sonntag, damit die vielen Bäume vor den Nagern geschützt sind und die Biber damit weiterleben dürfen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wolfgang das W am 13.02.2019 02:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ein einziges Päarchen...

    ...müssten wir einfach hinnehmen. Ihr Werk ist Natur...auch wenns nicht in unser ästhetisches Bild passt. PS: Dass jemand klagt, wenn ihm ein Hecht im Wasser in den Hintern beißt....und dafür 14 000 fließen...das finde ich persönlich abnorm, unnatürlich...und verhinderungswürdig. Nicht die zwei Nager.

  • GinTonic am 12.02.2019 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    Bequem statt naturverbunden, geht gar nicht

    Die Biber kann man auch umsiedeln. An ein Wassergebiet, wo Menschen sich halt nicht so intensiv aufhalten. Die Natur gehört den Tieren genauso. Man muss nicht so bequem sein und gleich drauf los schießen.

  • Mario am 13.02.2019 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    So gehts nicht weiter

    Grausam alles wird durch Menschenhand vernichtet.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Enrico am 13.02.2019 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Der Biber ist zurück

    Wir wollen dem Biber ein ruhiges Zuhause ermöglichen und alle seine Widersacher zu seiner Akzeptanz bekehren. Der Biber steht unter ganz speziellen Naturschutz um so die Wiederbesiedelung der von ihm früher angestammten Gebiete zu unterstützen. Wir wollen hoffen, dder so wieder auf seinen ursprünglichen Platzt zurückkehrt. Hier könnte ohne viel Aufwand in ein Biber-Paradies entstehen, welches erfahrungsgemäß besonders bei Kindern eine ungeahnte Faszination ausübt. Bitte um tatkräftige Mithilfe bei den Aufklärungsarbeiten der Nachbarn: er ist ein fleißiger Lebenskünstler und ein ...

  • Elisabeth Rohan am 13.02.2019 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bestie Mensch

    Menschen sind oft total fantasielos - alles, was ihnen einfällt, ist Töten, denn Tiere, die sich natürlich verhalten, sind öfters unerwünscht..... Sehr traurig, dass wir die Verbindung zur Natur immer mehr verlieren, was dieses Beispiel gut zeigt. Das rächt sich ohnehin bereits, und es wird noch viel ärger werden! Denn es ist zu befürchten, dass das ökologische Gleichgewicht bald noch mehr aus den Fugen gerät. Man denke an das jetzige Artensterben, das kaum noch zu stoppen ist, denn dazu sind viele Menschen zu gierig.

  • Wm am 13.02.2019 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Ehrlich gesagt, in Italien wollen sie Biber als Delikatesse anbieten, warum hier nicht auch. Jedoch würde ich die... Jägerschaft von der Jagd ausschließen, denen gehts doch nur um den Abschluss wie bei einem ProblemWolf. Mal schauen wiewenige Problemwölfe/Biber es auf einmal geben würde wenn die populistische Jägerschaft vom Abschuss ausgeschlossen werden würde. Notgeilen Schießer Ps die einzigen natürlichen Feinde des Bibers sind nunmal WolfundBär und nicht die populistische Jägerschaft die kundtut die naive Bevölkerung(Rotkäppchenmentalität) schützen zu müssen.

    • Enrico am 13.02.2019 21:50 Report Diesen Beitrag melden

      Jäger

      Der Biber ist streng geschützt und kein Objekt für die Jägerschaft, das gilt EU weit, auch für Italien.

    einklappen einklappen
  • Ines am 13.02.2019 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Vor der eigenen Türe kehren

    Wenn Schaden anrichten die rote Linie ist, muss der Mensch als erstes weg. :(

  • Kannitverstan am 13.02.2019 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Leider gibt es viele Gegenden

    da haben die einen Bäume Pilzerkrankungen und die andern haben Biber. In einigen jahren werden Kinder lernen, Bäume wachsen aus Gittern, wenn noch welche übrigbleiben.