Niederösterreich

01. Juni 2018 06:15; Akt: 01.06.2018 10:06 Print

60 Tage in U-Haft, weil er Auto gemietet hat

Weil er sich einen Mietwagen geholt hatte und dann in NÖ 2 Luxusautos gestohlen wurden, wurde Kola M. festgenommen. Er soll Teil einer Autoschieberbande gewesen sein.

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Extra aus England musste ein gebürtiger Pole (28) diese Woche nach Österreich. Der Grund: Eine Anklage wegen schweren Diebstahls und Widerstandes gegen die Staatsgewalt am Landesgericht Wr. Neustadt.

Kola M. (28) hatte sich in Polen für einige Tage einen Kia gemietet, diesen ordnungsgemäß zurückgegeben. Anfang Oktober verschwanden in Oeynhausen und Oberwaltersdorf (NÖ) zwei Oberklasseschlitten, das Begleitfahrzeug dazu: Der Kia. mutmaßlicher Fahrer: Kola M. (Anm.: beliebte Masche, mehrere Männer fahren mit einem Mietwagen ins Ausland, stehlen teure Autos und fahren dann im Kolonnenverkehr zurück. Das Begleitfahrzeug fährt voraus. Und eben dieses soll Kola M. gelenkt haben).

Am 2. März 2018 wurde der mittlerweile per EU-Haftbefehl gesuchte Pole am Airport Lodz (er war wieder aus England auf Heimatbesuch) festgenommen und in die Justizanstalt Wr. Neustadt überstellt.

Erst DNA entlastete 28-Jährigen

„Im März 2018, also in U-Haft, war mein Mandant überhaupt das erste Mal in seinem Leben in Österreich. Die Mietwagenfirma hat einfach der Polizei einige Bilder von womöglich verdächtigen Kunden geschickt. Ein Beamter will auf einem sieben Jahre alten Foto Kola M. als Täter erkannt haben“, so der Verteidiger von M.
Erst ein DNA-Gutachten (Anm.: 34 Spuren im Kia wurden abgeglichen, keine passte) entlastete Kola M., nach zwei Monaten wurden er schließlich enthaftet.

Beim Prozess erschien der wichtigste Zeuge, der Beamte, der Kola M. erkannt haben will, nicht, er war erkrankt. „Mein Mandant saß rund zwei Monate unschuldig in U-Haft, muss jetzt im Juni nochmal aus England nach Wiener Neustadt reisen“, so Anwalt Rafael Sokolski.

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(Lie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.A. am 01.06.2018 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    ".in den Häfen Wr. Neustadt überstellt."

    Wer zur Hölle schreibt bitte so? Kann man bei der Heute tatsächlich aus dem Jugendzimmer heraus Teilzeitarbeiten?

    einklappen einklappen
  • Erich am 01.06.2018 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sensationell

    geschriebener Artikel. Manchmal hab ich echt das Gefühl, dass wir hier gezielt dumm gehalten werden.

  • Leser am 01.06.2018 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenlob stinkt

    Und? Wen interessierts. Werden wir jetzt täglich mit Eigenwerbung von Anwälten konfrontiert? So viel ich weiß, ist ihnen die Werbung untersagt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Shabeskeer am 02.06.2018 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Shabeskeer

    Ösijustiz halt die keinen schlüssel und eine Waffe nichtmehr unterscheiden können.....tätervereinigung und vertuschungsmeister aber im sadomaso Clubs die grossmeoster wie pilnacek kardeis bierlein. .....Das Regime der unheilbaren

  • Betroffener am 01.06.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wie ist das mit dem Datenschutz?

    Das Bild ähnelt dem Sohn einer namhaften Fertighausfirma. Der sieht dem zum Verwechseln ähnlich, dasselbe protzige Gehabe, änlicher Anzug und Schmuck. Kann man als Betroffener jetzt verlangen, dass das Bild verpixelt wird, um Verwechslungen auszuschließen?

  • Dodo2340 am 01.06.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wer so aussieht...

    Wer so aussieht, darf sich nicht wundern, wenn die Behörden ein besonderes Auge auf ihn werfen.

    • Anti Links am 01.06.2018 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dodo2340

      .....und wie ein Pole schaut mir der schon gar nicht aus.

    einklappen einklappen
  • Peda M. am 01.06.2018 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gibts so was heut noch?

    einer der wenigen bei dem man nicht sagen kann: Heute gestohlen, morgen in Polen! :-D

  • friedmann am 01.06.2018 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    das Unschuldsengerl

    Diese himmelschreiende Behördenwillkür hat bestimmt keinen Falschen getroffen. Der Verdacht der Beteiligung an dem großangelegten Diebstahl war begründet, und damit die Festnahme. Was der schon ausgefressen hat, weiß nur die Schwarze Madonna von Tschenstochau.