Niederösterreich

10. August 2018 15:01; Akt: 10.08.2018 14:17 Print

Weniger Förderung: SOMA-Märkte vor dem Aus?

Weil das AMS 2019 keine Förderungen mehr auszahlt, müssen die Sozialmärkte ihre Verkaufsmobile einstellen. Auch Schließungen von Filialen drohen.

Die SOMA-Märkte sind in schweren finanziellen Turbulenzen. Das AMS streicht Förderungen. (Bild: M. Thurner/SAM NÖ)

Die SOMA-Märkte sind in schweren finanziellen Turbulenzen. Das AMS streicht Förderungen. (Bild: M. Thurner/SAM NÖ)

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Hiobsbotschaft für armutsgefährdete Menschen im Wald- und Mostviertel: Über 30 mobile Sozialmarkt-Haltestellen werden ab Mitte Dezember nicht mehr angefahren. Der Betrieb der Verkaufsmobile wird komplett eingestellt. Grund: Die bisher vom AMS ausbezahlten Förderungen (Anm.: für Anstellungen von Langzeitarbeitslosen und deren Wiedereinführung ins Berufsleben) fallen ab 2019 weg. Das Land NÖ unterstützt weiter.

Dennoch: Das Geld reicht nicht mehr aus, um die bisher angebotenen Leistungen zu finanzieren. Auch die Schließung fixer SOMA-Standorte (Anm.: erst vor zwei Monaten wurden die SOMA-Märkte in "soogut"-Märkte umgetauft, um das Image zu verbessern) steht im Raum. Laut Geschäftsführung hängt dies vor allem davon ab, ob nun andere Unterstützer gefunden werden.

Armutsgefährdet: 40% davon sind Kinder

Auch werden die "soogut"-Märkte nicht mehr als Beschäftigungsprojekt geführt, knapp 100 Langzeitarbeitslose wurden vom Träger SAM NÖ pro Jahr angestellt, um sie wieder erfolgreich ins Arbeitsleben zu integrieren.

„Da interne Umstrukturierungsmaßnahmen und Personalkürzungen nicht ausreichen um die finanzielle Lücke zu schließen, müssen wir leider unser Versorgungsangebot einschränken. Die mobilen Sozialmärkte sind deshalb besonders von den Kürzungen betroffen, da sie stark defizitär sind. Unser Ziel ist es, nun alles daran zu setzen, die verbleibenden Märkte zu erhalten, um die knapp 20.000 Menschen – 40% davon sind Kinder –, die sich in finanziellen Notlagen befinden, auch in Zukunft versorgen zu können“, erklärt SAM NÖ-Geschäftsführer Wolfgang Brillmann die Situation.

Jährlich werden von den SAM NÖ-Sozialmärkten 1.700.000 kg Lebensmittel, die von den Handelsketten und Produzenten entsorgt würden, in den Sozialmärkten zu besonders günstigen Preisen an armutsgefährdete Menschen weitergegeben.

Shuttle Bus als Alternative?

Um armutsgefährdete Menschen, die von den Kürzungen betroffen sind, nicht ganz im Stich lassen zu müssen, wird nun versucht, in Kooperation mit Gemeinden, Shuttle-Busse zu den nach wie vor geöffneten Standorten zu organisieren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bewohnerin am 10.08.2018 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialbedürftig mit BMX X6?

    Ich wohne in Wien-Neubau. Da gibt es so einen Sozialmarkt. Einkaufen tun dort nicht etwa Sozialbedürftige, sondern da fahren Leute mit Autos vor, die 60.000 Euro und mehr kosten, also z.B. ein schwarzer BMX X6 mit W-Kennzeichen. Die laden den Kofferraum voll ein. Habe schon Fotos davon gemacht und dem Fond Soziales Wien geschickt. Reaktion null. Gott sei Dank hat das endlich ein Ende. Denn wir zahlen das mit unserem Steuergeld, während Supermärkte die Waren in den Müll schmeißen.

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  • mamamia am 10.08.2018 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder

    eine Trotzreaktion. Wie wäre es bei Selbstfindungskursen zu sparen oder die Staplerscheine für Mediziner zu streichen? Aber nein- trotzig wie Kinder im Sandkasten...

  • Sonja Almspring am 10.08.2018 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Widerwertig. Das Geschäft mit der Armut.

    All diese höchst fragwürdigen sozialromantischen Projekte der SPÖ gehören aufgelöst. Sie dienen lediglich dazu, AMS-Statistik zu beschönigen und Familienmitgliedern von Genossen ein Einkommen zu sichern. Es funktioniert genauso gut mit Vereinen, wo man sich ehrenamtlich engagieren kann. Es braucht weder Förderung noch teure Geschäftsführer-Posten. Bei uns haben Unternehmen die Möglichkeit im Rahmen von Corporate Volunteering freiwillige Mitarbeit anzubieten. Die Waren stammen aus Überschussproduktionen, Restmengen, Waren mit Verpackungsfehlern oder Sachspenden von Supermärkten.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Hart aber fair am 18.08.2018 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Bitte auch diese "Sozialökonomischen Betriebe" schliessen. Als ich Arbeitslos war,wurde ich dorthin geschickt alte Möbel aus Wohnungen heraustragen,und wie soll mir das helfen? Ausser das ich vielleicht einen kaputten Rücken bekomme und die allgemeinheit mich dann finanzieren muss weil ich nicht mehr arbeiten kann?

  • Alexander Schiel am 12.08.2018 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Gustl

    Hallo Gustl, kannst du bitte dazu schreiben um welchen Sozialmarkt in Ottakring es sich handelt! Es ist der einzige Bezirk in Wien wo es drei Filialen von 3 Vereinen gibt. Wir selber betreiben als Sozialmarkt Wien einen davon in der Wilheminenstraße 22. Wir wissen schon das du uns nicht meinen kannst da bei uns jeder Kunde eine Rechnung bekommt, es bei uns keine Zustellungen gibt und wir auch Samstag nie geöffnet haben. Derzeit stehen aber, nach deinen Erzählungen alle drei Betreiber in einem schlechten Licht, daher bitte die Adresse schreiben welchen du meinst. Lg Alexander Schiel

  • gd3950 am 12.08.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    schade

    schade um das projekt...und das bei uns im waldviertel .wo die öffentlichen verbindungen sehr bescheiden sind,infrastruktur a net grade die beste ist...personen die e schon unter der armutsgrenze leben,ein stück einkaufsmöglichkeit zu nehmen...jetzt wäre die regierung,caritas gefragt um zu helfen...auch um die fix angestellten in den märkten,im verkaufsmobil , zu helfen...

  • Rita am 11.08.2018 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Fr.

    Das Geld geht nur noch in die Baubranche. Die Gemeinden werden gefördert wenn sie irgendwas bauen z.B. Veranstaltungszentren, Umfahrungen....Die Baumagnaten sind die neuen Staatschefs! Grünland muss verbaut werden...

  • Gustl am 11.08.2018 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sozialbetrug

    Ich DURFTE 180 std Gemeinnützige Arbeit in einen SozMarkt in Wien 16 leisten, Was da an Geld ohne RECHNUNGEN & ohne Steuern zu zahlen geflossen ist IST UNGLAUBLICH, Die Bedürftigen wurden REGELMÄSSIG mittels BMW - MERCEDES - AUDI,und anderen Luxus Autos direkt vor das Lokal gefahren,dann stiegen 4 Frauen aus,der Fahrer parkte sich ein und wartete bis sie alle wieder mit vollen Trollis (Lebensmittel) eingestiegen sind,auch wurde immer eine große Menge an (so ca 20 stk) BANNEN KARTON gefüllt mit Lebensmittel an sehr Fragwürdige Leute GELIEFERT,Angeblich verteilten SIE diese komischer weiße immer in der Nacht an Bedürftige, JA WER ES GLAUBT,ICH WEIß das für jeden Karton 45 gezahlt wurden,und einmal hatte sich sogar eine Frau versprochen da sie die Kartons nach Slowenien bringen würde,UM DORTIGE BEDÜRFTIGE zu Helfen Auch kamen immer wieder die SELBEN PERSONEN mehrmals mit Unterschiedlichen Nahmen,auf meinen Hinweis wurde mir nahegelegt nicht darauf zu achten,mit dem Hinweis das sonst meine Beurteilung an den Richter nicht gut für mich währe. ES gab KEINE RECHNUNGEN,daher keine Steuer zu zahlen, AUCH KEINE Überprüfung ob die Person am BEZUGSSCHEIN auch wirklich der ist der er vorgibt zu sein, UND UND UND, DAS KÖNNTE NOCH SO WEITER GEHEN. DIE MEISTEN SOZIAL MÄRKTE BETREIBEN SOZIAL BETRUG. ICH HAB ES SELBER GESEHEN UND FAST 1 JAHR LANG JEDEN SAMSTAG MIT ERLEBT, KOMISCHER WEIßE waren ca 98% KEINE ÖSTERREICHISCHE PERSONEN, DA DIE MEISTEN DER DEUTSCHEN SPRACHE NICHT MÄCHTIG WAREN,UND TEILWEISE ÜBERSETZER BENÖTIGTEN. UND UND UND