In Eberschwang

18. April 2019 14:00; Akt: 18.04.2019 14:02 Print

Erste Gemeinde führt jetzt eine Pool-Steuer ein

Das gab's bislang noch nie! Als erste Gemeinde führt Eberschwang heuer eine Pool-Steuer ein. Schwimmbad-Besitzer müssen nun bis zu 100 Euro zahlen.

In Eberschwang ist künftig eine Pool-Steuer fällig. (Bild: iStock)

In Eberschwang ist künftig eine Pool-Steuer fällig. (Bild: iStock)

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Seit drei Jahren wird in der kleinen Gemeinde Eberschwang (3.300 Einwohner) im Bezirk Ried im Innkreis bereits darüber diskutiert, jetzt ist es fix beschlossen.

Schwimmbad-Besitzer im Ort werden ab sofort extra zur Kasse gebeten. Mit der sogenannten Pool-Steuer sind bis zu 100 Euro im Jahr pro Becken fällig.

"Wir benötigen im Ort rund 380 Kubikmeter Wasser pro Tag. Im Frühjahr, wenn alle ihre Pools befüllen, schnellt dieser Wert auf bis zu 500 Kubikmeter in die Höhe", argumentiert Bürgermeister Josef Bleckenwegner (SPÖ) und fügt an: "Das Wassernetz musste ausgebaut werden und wir haben dafür zwei neue Brunnen errichtet."

Zwölf Probebohrungen für neue Wasserquellen

Zwölf Probebohrungen zu je 15.000 Euro seien laut dem Ortschef nötig gewesen, um die neuen Wasserquellen zu erschließen.

Dieser Mehraufwand soll zum Teil durch diese Gebühr abgegolten werden. Zunächst habe es Überlegungen gegeben, die Wassergebühren pauschal zu erhöhen. "Dies haben wir jedoch als ungerecht empfunden. Wir wollten eine Regelung nach dem Verursacherprinzip treffen", so Bleckenwegner im Gespräch mit "Heute".

Verrechnet werden soll die Gebühr den Pool-Besitzern im dritten Quartal des Jahres. Die Gebühren errechnen sich wie folgt: Alle Becken unter zehn Kubikmeter Wasser (z.B. Planschbecken) sind gebührenfrei. Bis 20 Kubikmeter werden 50,27 Euro fällig. Bei einem Schwimmbad zwischen 21 und 40 Kubikmeter werden 75,41 Euro in Rechnung gestellt.
Bei allen größeren Becken sind es dann genau 100,54 Euro.

Kontrolle per Luftbilder

In Eberschwang läuft derzeit eine Erhebung wie viele Pools es tatsächlich gibt. Bleckenwegner, der selbst kein Schwimmbad besitzt, schätzt, dass es rund 100 sind.

Kontrollieren, ob die Angaben der Besitzer auch richtig sind, will die Gemeinde stichprobenartig anhand von Luftbildaufnahmen. Bleckenwegner: "Anders würde es nicht gehen. Wir können nicht bei jedem Pool-Besitzer persönlich vorbeischauen."

Unterschriftenaktion gegen die "Pool-Steuer"

Die "Pool-Steuer" kommt bei vielen Bewohner aber nicht gut an. Wie der Ortschef berichtet, gibt es mittlerweile Unterschriften-Aktionen dagegen. Das Land Oberösterreich hat die Eberschwanger Pool-Gebühren aber schon geprüft und genehmigt.

"Ich halte es für legitim, eine Gebühr zu verrechnen. Ich sehe es nicht als Strafe. Das Wasser ist sehr wertvoll. Und gerade im Frühjahr ist der Verbrauch durch die Pools enorm", so der Bürgermeister.

Es soll auch schon andere Gemeinden geben, die an der sogenannten Pool-Steuer Interesse zeigen...

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(mip)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Desert Eagle am 18.04.2019 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Erstens muß das Wasser

    ohnehin bezahlt werden, zweitens werden die Becken nicht jeden Tag neu gefüllt, drittens Fülle ich mein Becken aus meinem eigenen Brunnen.

    einklappen einklappen
  • Wahrsager am 18.04.2019 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wetten ...

    ...hätte ich darauf können dass so Was nur einer roten Gemeinde einfällt. Jeder Poolbesitzer muss jeden m3 Wasser ohnedies bezahlen. Warum doppelt ???

    einklappen einklappen
  • K. L. am 18.04.2019 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz durchdacht

    Hmmm, wieder ein Fehler im System, wenn Planschbecken und Becken unter 10m3 nicht zahlen müssen... Einen großen Pool befülle ich einmal im Jahr und dann nicht mal ganz, wenn man das Wasser überwintert hat, aber ein Planschbecken 2 mal die Woche oder kleinere Pools ohne geeigneter Pumpe auch öfters im Jahr. In Summe sind da 10m3 schnell erreicht und diese werden aber ausgenommen... Kann ich nicht nachvollziehen und ist schlecht durchdacht von der Pool-Steuer mal ganz abgesehen. Durch solche Aktionen wird nur Unmut und Neid in der Bevölkerung geschürt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Edith am 20.04.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nur kassieren

    Die Gemeinden bei uns in der Steiermark wurden zusammengelegt, damit die Bürgermeister mehr verdienen und dann wurde alles auf die jeweiligen höchsten Gebühren angehoben. Nun wurde auch der Betrag für den Zweitwohnsitz um 35 Prozent angehoben. Dann als nächstes wird die Poolsteuer einkassiert. Aber nur für die Bonzen, für uns bleibt nix.

  • der schwarze Hund am 20.04.2019 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja sind die roten erfinderisch wenns um Kohle.

    Da die Roten wie man weiß ja in der Regierung nichts mehr kassieren können muss man wie es aussieht in den Gemeinden wo man noch was Reden darf die Bürger neppen sonst gibts nichts mehr. Jeder Häusel Besitzer bezahlt seinen Wasserverbrauch sowieso nach Ablesung der Wasseruhr und somit wird er jetzt auch noch für den Pool bestraft. Soviel zur Sozialdemokratie. Die lass ich mir nicht mal mehr nachwerfen wenn sie so aussieht.

  • Helmut008 am 20.04.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern wie im Mittelalter

    Meine Gedanken dazu, 1, Poolfüllung zählt man über die Wassergebühr. 2, Kanalgebühr über die Gemeindeabgaben. Also bleibt nur der Bau eines Schwimmbeckens, und diesen versteuert man. Im Mittelalter gab es die Dachsteuer, bzw. Die Fenstersteuer. Man muss sich seine Gegner erziehen, selbst kommen Sie nicht.

  • myopinion am 20.04.2019 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Poolsteuer

    Bekommt der Bürgermeister jetzt eine Gehaltserhöhung, für diese Glanzleistung, Poolbesitzer doppelt abzukassieren? Demnächst: Badewannensteuer, die muss immer neu befüllt werden, ein weiterer Brunnen wird nötig.

  • Wolfgang am 19.04.2019 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Was kommt als nächstes?

    Die SPÖ steht für Ausbeutung und Verschwendungssucht, kein Wunder, dass diese Idee von einem roten Bruda kommt.