Klima-Streik

14. März 2019 05:00; Akt: 13.03.2019 17:41 Print

Diese Politiker würden Schülern demo-frei geben

von Gerald Schwab - Am Freitag wollen Schülerinnen und Schüler in Linz für einen bessere Klimapolitik demonstrieren – während der Schulzeit. Das sagt die Politik dazu.

Am Freitag wollen Schülerinnen und Schüler wieder demonstrieren. (Bild: privat)

Am Freitag wollen Schülerinnen und Schüler wieder demonstrieren. (Bild: privat)

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"Fridays for future" nennt sich jene Bewegung, die gerade weltweit für Aufsehen sorgt. Jeden Freitag gehen Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren.

Kommenden Freitag gibt es einen umfassenden internationalen Streiktag, es soll Kundgebungen in mehr als 1.200 Städten in 92 Ländern geben.

Auch in Linz wollen viele Jugendliche auf die Straße gehen. Weil das aber in der Schulzeit passiert, gibt es Aufregung. Dürfen die Schüler das überhaupt? (siehe dazu Infokasten)

"Heute" hat Spitzenpolitiker aus Oberösterreich gefragt, ob sie den Streikenden eine Entschuldigung schreiben würden. Und das sind die Antworten:

"Ja sicher, es ist doch gut, wenn die Jugend auf die Straße geht"

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger hat ein klare Meinung: "Ja sicher würde ich eine Entschuldigung schreiben. Es ist das Vorrecht der Jugend zu demonstrieren und sich zu melden", sagt er gegenüber "Heute".

Entschuldigungs-Grund: Die Welt retten

Auch die Grüne-Stadträtin Eva Schobesberger würde das machen: "Es ist doch ein ganz besonderer Entschuldigungs-Grund, wenn die Kinder auf die Straße gehen, um die Welt zu retten."

Ein klares "Ja!" kommt auch vom Klubchef der Neos in Linz, Lorenz Potocnik: "Ich würde meinen eigenen Töchtern und fremden Kindern diese Entschuldigung schreiben, weil das besser und wichtiger ist, als jeder Schultag, und weil sie drauf und dran sind, Geschichte zu schreiben. Wir können stolz sein auf unsere Kinder."

SPOÖ-Chef und Landesrätin Birgit Gerstorfer erklärt: "Hätte ich eine Tochter oder einen Sohn, die dort hingehen wollen, würde ich eine Entschuldigung schreiben. Ich würde mit Freude sehen, dass sie sich für ein wichtiges Thema stark machen. Wäre ich Direktorin, würde ich konstruktive Lösungen für die demowilligen Schülerinnen und Schüler suchen.“

Es darf keine Sanktionen geben

Für den Grünen-Landesrat Rudi Anschober ist eine Entschuldigung zu wenig: "Es macht keinen Sinn, für Einzelne Entschuldigungen zu schreiben, sondern es geht mir darum, österreichweit einheitlich sicherzustellen, dass es zu keinen Sanktionen kommt. Daher mein heutiger Appell an Bildungsminister Faßmann: Wenn Jugendliche sich für ihre Zukunft engagieren, dann darf es zu keinen Bestrafungen kommen."

"Dieses Engagement kann auch außerhalb der Schulzeiten gezeigt werden"

Ein "Nein!" kommt hingegen von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP): "Ich bin den Jugendlichen für ihr Engagement und für ihren Einsatz für unser Klima sehr dankbar. Trotzdem bin ich aber der Meinung, dass dieses Engagement auch außerhalb der Schulzeiten gezeigt werden kann."

Auch vom Linzer Vize-Bürgermeister Markus Hein (FPÖ) kommt ein "Nein!": "Ich würde den Schülerinnen und Schülern, die an der Demo 'Fridays for future' teilnehmen, keine Entschuldigung schreiben. Ich finde prinzipiell das Engagement, wenn sich Jugendliche über ihre Zukunft Gedanken machen, begrüßenswert. Es gibt aber genügend Zeit abseits des Unterrichts dafür!"

Lieber in der Freizeit demonstrieren

Auch der Linzer ÖVP-Chef Bernhard Baier sagt "Nein!": "Mein Herz schlägt für das Anliegen unserer jungen Menschen, aber das Zeichen für Klimaschutz wäre noch stärker, wenn in der Freizeit demonstriert werden würde.“

Die zuständige Bildungs-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) würde auch keine Entschuldigung schreiben: "Wenn sich Schülerinnen und Schüler sozial- oder gesellschaftspolitisch engagieren, ist das grundsätzlich natürlich immer zu begrüßen. Ich denke allerdings, dass dies auch im Rahmen von gezielten Projekten oder in der Freizeit möglich sein sollte, so dass nicht die reguläre Unterrichtszeit dafür geopfert werden muss."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hirschkopf am 14.03.2019 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Heute streiken und am nächsten Tag wird wieder jedes Kind einzeln mit dem Auto in die Schule gefahren. Ich sehe das jeden Tag in meiner kleinen Ortschaft. Kein Kind hätte weit zu gehen, aber die Eltern verursachen trotzdem ein hohes Verkehrsaufkommen vor der Schule und in jedem Auto sitzt ein Kind!

    einklappen einklappen
  • Skorpion am 14.03.2019 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schulpflicht versus Demonstration:

    Ganz einfach: Schulpflicht ist Schulpflicht und Demonstration ist Demonstration. Wer demonstrieren will, soll das in seiner Freizeit tun. Jeder "Lehrkörper" der demonstrieren während des Unterrichtes gut heißt und zulässt, hat seinen Lehrauftrag nicht verstanden und sollte sanktioniert werden.

  • TantePolly am 14.03.2019 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt werden die Politiker kindisch

    Die repräsentative Demokratie soll ja sicherstellen, dass Gesetze nur mit einem Mindestmaß an Weisheit (der Abgeordneten) beschlossen werden. Die Weisheit steigt bekanntlich mit dem Alter. Weitere kindische Forderungen wären möglich: Rauchverbot, mehr Taschengeld, jeden Freitag allgemeiner Demo-Feiertag, viel mehr Ferien, Gratis-Eis, Sex mit Daddy, ... Wo wird so ein kindischer Populismus enden?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Dieter van Hart am 14.03.2019 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schaut unsere Zukunft aus

    Es ist schon vorprogrammiert was aus diesen Schülern wird, wenn die jetzt schon angehalten werden zu demonstrieren. Dank sei Grünen und Sozis.

  • amigo 007 am 14.03.2019 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    amigo007

    Liebe Schülerinnen und Schüler. Es wäre wohl angebracht zuerst einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren. Ich bin zu 100% überzeugt, dass alle Jungdemonstranten schon mindestens einmal mit einem Flugzeug oder einem Kreuzfahrtschiff im Urlaub waren. Weiters sollen sie sich einmal fragen mit was ihre Zimmer, Wohnungen und Schulen geheizt werden. Ich würde vorschlagen wir schalten die Heizungen in den Demonstrationsklassen ab und die Schüller können sich ja warm anziehen usw. usw.

  • Skorpion am 14.03.2019 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schulpflicht versus Demonstration:

    Ganz einfach: Schulpflicht ist Schulpflicht und Demonstration ist Demonstration. Wer demonstrieren will, soll das in seiner Freizeit tun. Jeder "Lehrkörper" der demonstrieren während des Unterrichtes gut heißt und zulässt, hat seinen Lehrauftrag nicht verstanden und sollte sanktioniert werden.

  • TantePolly am 14.03.2019 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt werden die Politiker kindisch

    Die repräsentative Demokratie soll ja sicherstellen, dass Gesetze nur mit einem Mindestmaß an Weisheit (der Abgeordneten) beschlossen werden. Die Weisheit steigt bekanntlich mit dem Alter. Weitere kindische Forderungen wären möglich: Rauchverbot, mehr Taschengeld, jeden Freitag allgemeiner Demo-Feiertag, viel mehr Ferien, Gratis-Eis, Sex mit Daddy, ... Wo wird so ein kindischer Populismus enden?

  • Mayer am 14.03.2019 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strategie

    Es erlangt doch viel mehr Aufsehen, wenn kräftig darüber diskutiert wird, ob es unter der Schulzeit stattfinden sollte oder nicht.