"Heute"-Gespräch

03. Dezember 2018 15:31; Akt: 03.12.2018 19:18 Print

So will SP-Schieder bei der EU-Wahl 2019 abschneiden

von Peter Reidinger - Nächstes Jahr ist Europawahl. Für die SPÖ tritt nach der Absage von Christian Kern der Wiener Andreas Schieder an. "Heute" traf ihn zum Imbiss-Interview.

SP-Spitzenkandidat Andreas Schieder beim Leberkaspepi in der Linzer Innenstadt. Gekonnt schneidet er ein viertel Kilo Käsleberkäs ab.
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Montagvormittag, 11 Uhr in der Linzer Innenstadt. SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Schieder sitzt bereits da, an einem kleinen Ecktisch beim "Leberkas-Pepi". Bei ihm: Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz. Schieder tourt heute durch "ihren" Bezirk Perg.

Kurzer Smalltalk zur Begrüßung. Auch Leberkas-Pepi-Chef Christoph Baur ist da. Schieder wechselt die Thekenseite. Fürs Foto nimmt er sich das große Messer, schneidet einen viertel Kilo Käsleberkäs vom Block. Bei Leberkäse ist er fast ein Profi. "Hab ich auf der Welser Messe mal gelernt", so Schieder.

„Dem Auge geht’s schon wieder besser“

Dann startet das Interview. Zu Beginn die Frage, die nach dem kleinen Unfall beim Parteitag sein muss. "Wie geht’s dem Auge?" Der SP-Politiker antwortet freundlich und kurz: "Schon wieder besser". Tatsächlich: Vom kleinen Malheur in Wels (er lief gegen eine Tür) ist fast nichts mehr zu sehen.

Ein Gespräch beim Leberkaspepi. Warum eigentlich? Schieder: "Weil es dabei um Steuergerechtigkeit geht. Die Klein- und Mittelbetriebe wie der Leberkas-Pepi zahlen ihre Steuern, während die ganz großen sich mit Steuertricks vor allem drücken. Das ist ungerecht". Dagegen wolle man ankämpfen.

„Auch die Steuerberatungs-Kanzleien muss man in die Pflicht nehmen“

Aber wie? "Diese Steuerschlupflöcher müssen gestopft werden. Die Großkonzerne müssen ihren Beitrag leisten." Was konkret heißt das? Wie würde er das jemandem erklären, der hier gerade einen Leberkäs bestellt? "Das wird schnell steuertechnisch. Da gehts um Subfirmen, Lizenzen. Das machen die großen Steuerberatungskanzleien. Auch die muss man mit in die Verantwortung nehmen. Kurz gesagt: Es geht um Gerechtigkeit".

„Die Nationalisten wollen Europa zerstören. DAS wäre echter Käse“

"Um beim Bild zu bleiben. Es gibt viele Österreicher, die finden, dass die EU (Leber)käse ist. Was sagen Sie denen?", wollen wir wissen. Schieder darauf: "Der Öxit wär ein großer Fehler, davor muss man warnen. Man muss aber Europa besser machen. Weil ich Europa liebe, möchte ich es verändern. Die Nationalisten wollen Europa zerstören. DAS wäre der echte Käse".

„In zehn bis fünfzehn Jahren den Krebs besiegen“

Was konkret tut denn Europa für den Leberkaskunden von nebenan? Schieder: "Wenn Sie etwas ganz Konkretes wollen: Wenn wir in Europa unsere medizinische Forschung bündeln, dann könnte es uns gelingen, dass wir in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren mit öffentlicher Forschung den Krebs besiegen".

Andreas Schieder beim Leberkaspepi

Was ist das Ziel. Wie wollen Sie bei der EU-Wahl abschneiden. "Wir wollen für Österreich ein fettes Stück abschneiden. Und als SPÖ wollen wir ein sechstes Mandat erreichen. Wir wollen Nummer eins werden. Und mit dem sechsten Mandat würde mit Julia Herr eine junge, freche Frau nach Europa ziehen. Und Europa braucht die jungen frechen Kräfte".

„Sie SPÖ ist eine große Sitzbank, wo wir alle Platz finden“

In ganz Europa tut sich die Sozialdemokratie schwer. Manche Teile in der SPÖ sind eher rechts, manche eher links. "Sitzt die SPÖ da gerade ordentlich zwischen den Stühlen?" Schieder seufzt, die Frage hat er vielleicht schon öfter gehört, und antwortet schlagfertig. "Nein, die SPÖ ist eine große Sitzbank, wo wir alle Platz finden".

Thema Migration. Hat die SPÖ hier Fehler gemacht in der Vergangenheit. Probleme zu wenig angesprochen? Schieder antwortet etwas ausweichend: "Wir müssen in Österreich mehr machen für Integration. Wenn Leute legal hier sein dürfen, dann müssen wir auch schauen, dass sie sich gut einfügen können in das Leben hier. Das Kürzen von Mitteln, wie es die Regierung macht, ist der falsche Weg."

„Die Sorgen der Menschen sind größer geworden“

Das "Problem Migration" brauche eine "europäische Lösung". Das wichtigste wäre die Hilfe vor Ort. "Sonst wird das Problem größer statt kleiner". Schieder: "Das ist ein einfaches Rezept, man müsste es nur mal umsetzen".

Im Wahlkampf vor der Europawahl hat Schieder vor allem eines vor. Durchs Land fahren und "zuhören, hinhören". Man müsse zu Pflege, Steuergerechtigkeit, Klimaerwärmung Antworten geben. "Dann sind wir wieder vorne mit dabei". Und Abschließender Seitenhieb: "Seit die Bundesregierung an der Macht ist, sind die Sorgen der Menschen größer geworden".

„Leute wie Waldhäusl haben in der Politik nichts verloren“

Schieder macht sich auch Sorgen um den Ruf Österreichs in Europa. Bilder wie jene vom Heim für junge Asylwerber in Drasenhofen in NÖ sind für ihn "eine Katastrophe". "Das will ich nicht. Nicht in Österreich, nicht in Europa." Schieder zum dort zuständigen Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ): "Solche Leute haben in der Politik nichts verloren".

Dann drängt langsam die Zeit. Schieder fährt weiter nach Perg. Davor aber bestellt er noch eine Semmel – mit Pferdeleberkäs. Echt wienerisch halt...

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maverick am 03.12.2018 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Und Tschüss

    Der hat jahr(zehnte)lang nur Schas gebaut mit seiner Alten. In Brüssel fällt er damit zwar nicht auf, aber es ist trotzdem eine gefährliche Drohung. Warum fallen die Unfähigsten immer weiter nach oben? Ich wünsche ihm um die 10%, alles mehr würde kein gutes Licht auf die Intelligenz der Österreicher werfen.

  • Haha am 03.12.2018 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück

    Der will sich holen was ihm zusteht

  • reinistahli am 03.12.2018 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hr

    Er sollte beim Leberkäs abschneiden bleiben und nicht auf den Hr.Waldhäusl hinschlagen

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Guziwuzi am 07.12.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Na wollen kann er ja viel

    Na wollen kann er ja viel, müßte er aber nicht auch gewählt werden?

  • Max Mustermann am 04.12.2018 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Na Prost, Mahlzeit!

    An Unfähigkeit wahrscheinlich kaum zu überbieten. Und solche Leute sitzen dann hochdotiert in Brüssel und bestimmen die Geschicke Europas mit.

  • Bertl Kral am 04.12.2018 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    medizinische Forschung bündeln

    Na dazu braucht es wirklich keine EU, wie man anhand des Beispiel CERN gut erkennen kann ! Und nein zu dem sinnfreien Vorwurf das die "Nationalisten" Europa zerstören wollen. Wir wollen uns nur nicht weiterhin massregeln und vorschreiben lassen was wir essen, trinken, tun dürfen, wieviele wir aufnehmen, ... sondern frei selbst entscheiden, was für unser Land wichtig und richtig ist ! Schieder wird aber ohnehin auf dem 3 Platz landen :)

    • Penelope am 04.12.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      Wahrscheinlich schon...

      ...aber mit Othmar Karas steht ihm durchaus "hochkarätige Konkurrenz" um Platz 3 ins Haus ;) Beide komplett abgehoben und 100% EU-hörig...

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  • Pack am 04.12.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schieder...

    Kern war vor der Politik erfolgreich und ist auch danach nicht darauf angewiesen. Aber Schieder kann ja nichts. Ohne Postenschieberei durch die Partei muss der Stempeln gehen.

    • fireone am 04.12.2018 07:53 Report Diesen Beitrag melden

      Kern ist auch nur durch die Paddei

      groß geworden. Ohne Partei sind die meisten von denen nichts.

    • Monika am 04.12.2018 08:20 Report Diesen Beitrag melden

      Fast Übereinstimmung

      Also bis auf ;Der Kern war schon VOR der Politik erfolgreich ( worin sein Erfolg bestand ist mir zwar ein Rätsel?) Gebe ich ihnen 100% Recht. Schieder Wehsely Brauner und wie eben die halbe Stadtregierung von Wien fragen sich immer mehrere ;Wenn DIESE ihre Väter ( Familien) nicht gehabt hätten ( Brauner ihren Michl) was wäre aus die geworden ?

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  • Franz Absberg am 03.12.2018 23:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schadenbegrenzung

    Wieder ein Unfähiger auf einen lukrativen Versorgungsposten abgeschoben. Aber besser als im Lande wieder Schaden anzurichten wie bei der Verstaatlichung der Hypo

    • Arnold Schwaiger am 04.12.2018 09:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Franzi

      Deine Partei hat den Milliarden Hyposkandal verursacht!

    • Penelope am 04.12.2018 14:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Arni

      Lies besser den Wiki-Artikel "Hypo Alpe Adria" nochmal etwas genauer - vor allem den Teil mit der Verstaatlichung ;)

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