Aufregung um Foto

18. März 2018 17:00; Akt: 18.03.2018 17:27 Print

Frau empört: "Wie kommt mein Selfie auf den Pulli?"

Ein Facebook-Foto, das eine Steyrerin vor sieben Jahren online stellte, sorgt jetzt für eine böse Überraschung: Das Selfie der Frau wird als Pullover-Motiv verkauft.

Ivana A. wurde unfreiwillig zum Pullover-Model. Ihr Selfie wurde von Facebook aus im Internet verbreitet und als Motiv auf Pullover gedruckt. (Bild: ORF)

Ivana A. wurde unfreiwillig zum Pullover-Model. Ihr Selfie wurde von Facebook aus im Internet verbreitet und als Motiv auf Pullover gedruckt. (Bild: ORF)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der ungewöhnliche Fall einer Steyrerin sorgte in der ORF-Sendung "Bürgeranwalt" für ordentlich Aufsehens. Ivana A. soll bereits 2011 ein Selfie von sich auf Facebook hochgeladen haben.
Zu sehen ist sie dabei bekleidet mit Winter-Pulli und dicker Haube.

Von Facebook aus dürfte das Foto dann schnell im Internet verbreitet worden sein. Die Vervielfältigung ging sogar so weit, dass ihr Foto nun als Motiv für einen Pullover verwendet wurde. Die Pullis wurden online und in Modegeschäften in der Schweiz und Steyr zum Kauf angeboten.

Schwägerin deckte alles auf

Es war Zufall, dass Ivana A. überhaupt erfuhr, dass sie als Motiv von einem Pullover lächelt. Es war die Schwägerin, die in der Schweiz lebt, die im Jänner alles aufdeckte.

Beim Einkaufen in einer Boutique, die in der Schweiz 150 Filialen und einen Online-Shop führt, war ihr der Pulli in die Hände gefallen und erkannte Ivana A. sofort auf dem Kleidungsstück wieder. "Bist das nicht du? Hat sie gefragt und mir ein Foto geschickt", erzählt die Steyrerin im ORF.

"Ich war total schockiert und sprachlos. Rechnet ja keiner damit, dass ein Foto das man auf Facebook stellt ohne Erlaubnis gedruckt und verwendet wird", so die Frau weiter. Als sie auf anraten ihres Anwalts weiter recherchiert, fand sie heraus, dass auch ein Geschäft in Steyr den Pulli zum Kauf anbietet.

Gemeinsam mit ihrem Anwalt kämpft die Steyrerin nun für eine finanzielle Entschädigung. Das ist eine Verletzung am eigenen Bild, so juristischer Experte für den Online-Handel Karl Gladt.

Wer ist dafür verantwortlich?

Wobei alles nicht so einfach sei, immerhin könne man für den Schaden nicht die Schweizer Modeketten selbst verantwortlich machen. Der Fall gehe vermutlich viel weiter. In Fernost gäbe es Messen auf denen europäischen Großeinkäufer Designs angeboten werden. Eine Prüfung ob diese rechtens ist bleibe häufig aus, so Gladt.

Ob die Pullis auch noch wo anders in Umlauf sind, kann nicht ausgeschlossen werden. Man gehe aber davon aus, dass das Kleidungsstück im großen Stil produziert wurde. Von 10.000 Stück ist die Rede.


Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(cru)

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ori am 18.03.2018 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ori

    So kann man natürlich auch berühmt werden;) finde es jetzt nicht sooo dramatisch schön genug zu sein auf einem Pullover gedruckt zu sein...und wenn man nicht in der Öffentlichkeit sein möchte sollte man eben keine Bilder von sich posten...das weiss mittlerweile hoffentlich jedes Kind..

    einklappen einklappen
  • Spaltpilz am 18.03.2018 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Pullover

    Wenn Fotos nicht gekennzeichnet sind,kann man kein Urheberrecht in Anspruch nehmen,zumal ja Fotos oft geteilt werden!Als bestes Beispiel dient ja auch die königliche Familie,deren Outfit auch massenweise gekauft wird und Niemand zahlt deshalb der Frau von Prinz William Tantiemen

    einklappen einklappen
  • Christian am 18.03.2018 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigmacherei?

    Selber schuld, wenn man glaubt man ist so schön und die ganze Welt will mich sehen. Jetzt möchte man ein üppiges Honorar von der Schweitzer Import- Firma, anstatt vom Produzenten in China. Das ist dem ORF sogar einen Beitrag wert, über viel wichtigere Sachen wird nicht berichtet!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Tiara am 19.03.2018 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Einzelfall

    Die Bilder die man auf Facebook hochlädt (auch wenn privat) gehören von diesen Augenblick an Facebook. Diese verkaufen sie weiter - normalerweise an Werbeunternehmen, die sie analysieren (Welches Getränk hält man, was hat man an, wie alt ist die Person, wo hält sie sich auf, wieviele Menschen sind ab Bild, etc) Wie das rechtlich jedoch mit dem Gesicht aussieht, weiß ich nicht. Annett es sollte niemand glauben, dass die Bilder auf Facebook sicher sind. Ganz im Gegenteil.

  • Logisch, oder? am 19.03.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fotodiebstahl

    Das Bild hätte man ganz einfach mit einem Model oder einfach mit einer Mitarbeiterin der Pulloverfirma nachstellen können (wenn das Foto schon so toll ist). Geistiges und visuelles Eigentum zu stehlen ist kein Kavaliersdelikt, noch dazu wenn man Kohle daraus macht.

  • Ursl am 18.03.2018 23:28 Report Diesen Beitrag melden

    Unverhofft kommt doch oft...

    Ach ich wär froh, als Model auf einem Pullover zu sein! Wie cool ist das denn? Ja ok, man hätte die Dame fragen müssen! Urheberrechtlich quasi, stimmt schon! Ein Model bekommt ja schließlich auch Geld dafür... Sobald ich aber ein Foto ins Internet stelle, gilt es natürlich auch als gefährdet...

  • Christian am 18.03.2018 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigmacherei?

    Selber schuld, wenn man glaubt man ist so schön und die ganze Welt will mich sehen. Jetzt möchte man ein üppiges Honorar von der Schweitzer Import- Firma, anstatt vom Produzenten in China. Das ist dem ORF sogar einen Beitrag wert, über viel wichtigere Sachen wird nicht berichtet!

  • Dodo2340 am 18.03.2018 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Freude

    Der Schock und die Empörung würden sich bei mir schnell in Freude verwandeln, denn eine größere finanzielle Entschädigung ist da allemal drin.