Skandal in Salzburg

06. April 2019 16:19; Akt: 06.04.2019 16:20 Print

Hier kommt der Bräutigam auf Hochzeit in Schubhaft

Helle Aufregung in Salzburg: Auf seiner Hochzeit wurde ein Mann noch vor dem Ja-Wort in Schubhaft genommen. Das Ministerium erklärt sich jetzt.

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Ein Video aus Salzburg zeigt unfassbare Szenen aus dem Salzburger Schloss Mirabell. Hier hätte gerade eine Traumhochzeit zwischen dem 32-jährigen Bräutigam aus Gambia und seiner österreichischen Braut Susanne B. stattfinden sollen. Doch das Video der Schwester der Braut zeigt einen Albtraum: "Bitte lasst und heiraten", fleht die Braut im Hochzeitskleid.

Am Gang vor dem Marmorsaal im Schloss stehen Menschen dicht aneinander, diskutieren und gestikulieren heftig. Der Grund: Hier sind Polizeibeamte dazugekommen, die eine Festnahmeanordnung des Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) vollziehen. Sie nehmen den Gambier noch vor dem Ja-Wort – drei Minuten später hätte es ausgesprochen werden sollen – in Schubhaft, es hilft kein Betteln und kein Flehen.

"An Politiker, Freunde, Medien. Wir dürfen nicht wegschauen! Lassen wir diese Familie nicht alleine"

Abgespielt haben sich die Szenen am Freitag. Auf Facebook versuchten Verwandte, Bekannte und Freunbde der Braut, noch etwas an der Lage zu ändern. Über das Netzwerk wurde ein Anwalt für den Gambier gesucht, während der Gambier in ein Anhaltezentrum gebracht wurde. Der Anwalt wurde schließlich am Samstag gefunden, der Bräutigam mittlerweile schon nach Wien verlegt.

"An Politiker, Freunde, Medien. Wir dürfen nicht wegschauen! Lassen wir diese Familie nicht alleine", heißt es auf Facebook mit dem Aufruf, die Videoaufnahme und die Informationen größtmöglich zu teilen. Nach dem Wirbel nimmt nun das Bundesministerium für Inneres Stellung. Wie andere Medien fälschlicherweise berichteten, handelt es sich beim Bräutigam nicht um einen Asylwerber, so das Ministerium.

"Ihm muss klar gewesen sein, dass auch eine Eheschließung an seinem unsicheren Aufenthaltsstatus mit all seinen Konsequenzen nichts ändert"

"Die Festnahme wurde auf Basis der vorhandenen rechtlichen Grundlagen durchgeführt und die verhängte Schubhaft dient der Umsetzung einer rechtsstaatlichen Entscheidung. Es wird eine Überstellung nach Italien erfolgen – und nicht nach Gambia", so das Ministerium. Der Betroffene sei in den vergangenen beiden Jahren "bereits mehrfach aufgrund der Zuständigkeit Italiens laut Dublin-Verordnung nach Italien überstellt worden".

Trotzdem sei er wiederholt illegal nach Österreich eingereist. "Nachdem das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl vom neuerlichen illegalen Aufenthalt Kenntnis erlangte, wurde der Fremde im Zuge einer Einvernahme erneut aufgefordert, seiner Ausreiseverpflichtung nachzukommen", so die Erklärung.

"Allen Beteiligten war also der mehr als unsichere Aufenthalt des Gambiers in Österreich bewusst. Trotz zahlreicher Aufforderungen seitens des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl zeigte der Fremde keinerlei Kooperationsbereitschaft und kam seiner Verpflichtung zur Mitwirkung nicht nach. Ihm muss klar gewesen sein, dass auch eine Eheschließung an seinem unsicheren Aufenthaltsstatus mit all seinen Konsequenzen nichts ändert", bilanziert das Innenministerium.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz Thai am 06.04.2019 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    denn mehrfach gegen das Gesetz verstoßen bedeutet halt Konsequenzen.

  • Christian am 06.04.2019 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal ???

    Ein Skandal wäre es gewesen wen geltendes Recht nicht umgesetzt werden würde ! Das Gesetz hat immer und ohne Ausnahme für jeden zu gelten !...und sei es nur eine Sekunde vor der Ablauffrist !

  • Ösi Dösi am 06.04.2019 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsstaat

    Gesetz ist Gesetz. Oder gilt es in unseren Land nicht mehr, oder nur für uns?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Schani am 08.04.2019 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    An alle die

    meinten es sein Herzlos usw. Neueste meldung: Die Braut ist verheiratet, mit einem anderem Mann seit einigen Jahren. Und was sagt Ihr jetzt dazu?

  • Thomas Heftberger am 07.04.2019 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Sieht nach einer echten

    Liebes-Hochzeit aus, die rein gar nichts mit seinem Aufenthaltsstatus zu tun hat, hab ich recht?

  • Christine am 07.04.2019 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Menschlichkeit

    Was die Behörden getan haben, ist einfach unmenschlich. Ich lese hier nur boshafte Kommentare. Mißgunst, Haß, Kleingeist, blinder Rassismus und kein bißchen Menschlichkeit, kein Funken HERZ. Erschreckend ! Gottessegen gibt es dafür gewiss nicht. Der ist nur den Liebenden vorbehalten. Und die sind hier nicht vorhanden.

    • Appenzeller am 07.04.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Aber das der Mann illegal im Land war ist dann wieder ok? Er ist selbst schuld. Er hat es ja gewusst, deshalb wollte man ja auch heiraten, um der Ausweisung zuvorzukommen. Die einzigen, die einen Fehler gemacht haben, ist das Brautpaar. Haben sie gedacht, sie stehen über dem Gesetz.

    • Dodo2340 am 08.04.2019 20:51 Report Diesen Beitrag melden

      Braut ist noch verheiratet

      Dass die Frau noch - mit einem Nigerianer! - verheiratet ist, stört Sie nicht?

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  • Vorname + Nachname am 07.04.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Rechte für ....?

    Ich habe die Braut sich beschweren gehört. Es scheint bereits selbstverständlich zu sein, dass Gesetze nur mehr für jene gelten, die sich dran halten. Die anderen finden es überhaupt nicht seltsam, dass es für sie Sonderrechte geben muss. Ein großer Teil dieser neuen Generation besteht aus Forderungen und Verantwortungslosigkeit. "Ich will, du zahlst die Zeche."

  • Kannitverstan am 07.04.2019 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwirrend

    Mir erschließt sich die Grundlage der Heirat nicht. Ohne gültigen Papieren mit Aufenthaltsrecht kann man in Österreich eine Heirat erreichen?

    • Dodo2340 am 08.04.2019 20:53 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ohne Scheidungsurkunde

      Normalerweise kann man auch nicht ohne Scheidungsurkunde heiraten, und dennoch hat man erst nach der geplatzten Hochzeit mitbekommen, dass die Braut mit einem Nigerianer verheiratet ist.

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