In Türkei in Haft

31. Oktober 2018 11:47; Akt: 31.10.2018 14:36 Print

Zirngast: "Wir werden angeschrien, bedroht"

Der österreichische Autor und Journalist Max Zirngast (29) sitzt in der Türkei in Haft. In seinem ersten Brief aus dem Gefängnis schildert er, wie es ihm geht.

Der österreichische Autor Max Zirngast sitzt in Ankara in Untersuchungshaft. (Bild: picturedesk.com)

Der österreichische Autor Max Zirngast sitzt in Ankara in Untersuchungshaft. (Bild: picturedesk.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die türkische Anti-Terror-Polizei hat den Journalisten Max Zirngast aus der Steiermark am 11. September verhaftet. Seitdem sitzt er in einem türkischen Gefängnis. Lesen Sie hier mehr über die Hintergründe.

Was ihm genau vorgeworfen wird, ist unklar. Anklageschrift gibt es noch keine, alles deutet aber darauf hin, dass er aufgrund seiner politischen Ansichten festgenommen wurde. Die "Free Max Zirngast Solidaritätskampagne" kämpft seitdem öffentlichkeitswirksam für seine Freilassung.

+++ Lesen Sie hier alles zum Thema "Max Zirngast in Türkei inhaftiert" +++

Erster Brief aus der Haft

In einem ersten langen Brief schildert Zirngast nun wie es ihm in der Haft geht. Er beschreibt, wann er aufsteht, ins Freie darf, Duschen muss. Auch die strengen Bedingungen, zu denen er Schreibzeug, Obst und Gemüse oder Bücher kaufen (bzw. leihen) darf, werden erläutert.

Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Was er schon in einer früheren Botschaft betonte, schwingt auch in seinem langen Brief mit. Zirngast nutzt die Zeit, um viel zu lesen und zu schreiben. Seine politischen Ansichten haben sich nicht geändert.

Wärter bedrohten ihn
Fast könnte man denken, es ist alles nicht so schlimm. Doch dann schildert der Südsteirer, dass er auch schikaniert wird. Als er in seinen derzeitigen Gefängnistrakt (Sincan 2) kam, hätten ihn die Wächter schon am ersten Tag grundlos angeschrien. "Wir wurden bedroht: 'Macht keine Faxen, sonst...'", schreibt Zirngast.

Dabei sei das doch gar nicht seine Absicht. Bei seinen Unterstützern bedankt er sich in dem Brief mehrmals und schließt mit: "Noch einmal großen Dank und viele Grüße an alle. Passt sehr gut auf euch auf, ich umarme euch."

Den gesamten Brief können Sie hier nachlesen.

Fotos: Erdogan zu Besuch in Deutschland

Erdogan-Besuch in Deutschland

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reini am 31.10.2018 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wird er halt lernen müssen dass

    man sich in der Türkei anders verhalten muss als in Österreich, wo man ja alles und jeden beschimpfen darf. Solang man nur auf die "nichtlinken" hinhaut.

  • myopinion am 31.10.2018 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gefängnis Brief

    Würde man in Österreich einen türkischen Staatsbürger so behandeln, würden wir uns wieder "freundliche Dinge" von Erdogan und seinem Außenminister anhören dürfen..... Aber in der Türkei darf man offenbar unschuldige Menschen einsperren, sie anschreien, ihnen drohen etc. Sehr merkwürdiges Rechtssystem in der Türkei.

    einklappen einklappen
  • Guziwuzi am 31.10.2018 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld kein Mitleid

    Ich würde halt als Östrreicher nicht in die Türkei reisen!! Und wenn doch auf keinen Fall dort die " Pappn aufreißen"

Die neuesten Leser-Kommentare

  • He He am 26.11.2018 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Zweierlei Maß?

    Warum hört man in diesem Fall nichts von den Herren Kurz, Strache, Kickl, Wilimsky & Co? Was unternimmt das AM um den österreichischen Journalisten frei zu bekommen? Ist man froh diesen als korrekt und sachlich bekannten Redakteur los zu sein? Hat er einen Fehler gemacht? Vermutlich ... er heult nicht im Chor mit den Wölfen im Schafspelz!

  • Zizibe am 31.10.2018 23:10 Report Diesen Beitrag melden

    Linksradikale

    Den Linksradikalen kann sich der Erdogan ruhig behalten, der geht hier niemandem ab.

  • Altwien am 31.10.2018 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst schuld, kein Mitleid!

    Ich hab mit niemanden Mitleid, der in eines dieser Steinzeit-Länder reißt!

  • Lucifer am 31.10.2018 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Ähhmmm einfach nicht hinfahren... Und die eseltreiber in Europa auf den weg Richtung Bosporus schicken...

  • Rand am 31.10.2018 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Jeder selber Schuld der in die Türkei fährt.