Täter amtsbekannt

06. Februar 2019 16:17; Akt: 07.02.2019 06:38 Print

Mann stürmt Sozialamt und sticht Beamten tot

Ein laut Polizeiangaben türkischer Staatsangehöriger (34) erstach am Mittwoch einen Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn.

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Der mutmaßliche Täter war am Mittwoch mit einem Messer bewaffnet gegen 15.15 Uhr in die Sozialabteilung der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn eingedrungen. Dort attackierte er einen Mitarbeiter mit einem Messer. Der Beamte brach zusammen, der 34-jährige in Lustenau wohnhafte Verdächtige flüchtete vom Tatort.

Während die Einsatzkräfte um das Leben des Mannes kämpften, wurde der Flüchtige bei einer Großfahndung um 15.45 Uhr von einer Polizeistreife im Bereich des Kulturhauses in Dornbirn festgenommen. Wie die Polizei bekannt gab, konnte das Leben des Opfers nicht gerettet werden. Der Mann starb an seinen schweren Verletzungen. Der genaue Hergang der Tat und ein Motiv sind noch nicht bekannt.

Verdächtiger war mehrmals am Tatort

"Wir wissen, dass der Täter am Nachmittag bereits mehrmals in der Bezirkshauptmannschaft vorsprechen war. Dabei dürfte es verbale Auseinandersetzungen gegeben haben. Im Zuge einer dieser Auseinandersetzungen ist es dann zu einem tätlichen Übergriff gekommen, der Täter hat das Opfer tödlich mit einem Messer verletzt und ist anschließend geflüchtet", so Susanne Dilp von der Vorarlberger Polizei.

Auch Dilp bestätigt, dass es sich beim mutmaßlichen Täter um einen 34 Jahren alten Mann, der "der Polizei bekannt" sei, handelt. Das Motiv sei unklar, die Polizei werde sofort mit den Einvernahmen beginnen. Die Polizeisprecherin geht davon aus, dass die Tat einen Zusammenhang mit den mehrmaligen Besuchen des Mannes in der Bezirkshauptmannschaft habe.

Landeshauptmann bricht Reise ab

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) bricht aufgrund des tragischen Vorfalls seinen Aufenthalt in Brüssel ab und kehrt vorzeitig nach Vorarlberg zurück. Wallner hatte in Brüssel an einer Ausschusssitzung teilgenommen. Am Donnerstag will der Landeshauptmann in Vorarlberg eine Stellungnahme zum Vorfall abgeben.

"Wir können es nicht fassen, was da passiert ist. Unsere Gedanken und Anteilnahme sind in diesen Stunden in erster Linie bei der Familie des Opfers", so Wallner laut "ORF". Demnach sollen die Sicherheitsmaßnahmen auf Bezirkshauptmannschaften überprüft werden. Der mutmaßliche Täter soll sich bei dem Angriff auch selbst verletzt haben, wie es später am Abend hieß. Die Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft wurden von Kriseninterventionsteams betreut.

Polizei gibt Details bekannt

Ebenfalls noch am Mittwochabend gab die Vorarlberger Polizei weitere Details zum Angriff bekannt. Beim Verdächtigen handelt es sich um einen arbeitslosen 34-jährigen türkischen Staatsangehörigen. Er wurde 1985 in Vorarlberg geboren und beging hier zahlreiche kriminelle Delikte, so die Polizei.

Ende 2009 wurde ein rechtskräftiges Aufenthaltsverbot gegen ihn erlassen, aufgrund dessen er 2010 das Bundesgebiet verließ. Heuer, 2019, kam er illegal nach Österreich zurück und stellte am 7. Jänner 2019 einen Asylantrag. Der Beschuldigte ist derzeit beim Landeskriminalamt in Haft, das auch die weiteren Ermittlungen gemeinsam mit der Polizeiinspektion Dornbirn führen wird.

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(rfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Penelope am 06.02.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Toll, nicht?

    Und wir Frauen dürfen in Wien am Praterstern keinen Pfefferspray mehr tragen... danke SPÖ!

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  • Auchnemeinung am 06.02.2019 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Messer

    Kann mich nicht erinnern, dass es am Sozialamt schon einen derartigen Vorfall in Österreich gegeben hat. Wird Zeit, dass die Beamten auf Ämtern, sich so wie in Deutschland teilweise schon der Fall, hinter sicheren Glaswänden, zur Amtshandlung begeben.

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  • Suszanna am 06.02.2019 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    Mann niedergestochen....... Der Polizei bekannt.... Ich glaub man muss nicht raten woher der Täter kommt. Star Anwälte werden sich schon die Hände reiben und ein Gschichtl ausdenken .Was nehmen wir diesmal ... "Traumatisiert" ..... vielleicht "Er hat Stimmen gehört " ... Bin gespannt. Mein Beileid den Hinterbliebenen.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Lili am 07.02.2019 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Beamte - nichts zu tun und überbezahlt?

    Das sind übrigens die Beamten (VB) über die sonst in den Foren immer so hergezogen wird. Mir kann jemand mir tut diese Tätigkeit beneiden oder annehmen dass man zumindest in diesem Fachbereich untätig herum sitzen kann. Schrecklicher Vorfall, mein Beileid den Angehörigen.

  • Michi am 07.02.2019 06:16 Report Diesen Beitrag melden

    Asylantrag

    Wie kann jemand der ein Aufenthaltsverbot hat einen Asylantrag stellen?

    • Hans am 07.02.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

      Asylantrag

      Anträge dürfen Sie stellen, so viele Sie möchten. Ob dem dann stattgegeben wird ist eine andere Sache.

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  • Andreas F am 07.02.2019 05:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte

    Es ist eh schon alles tausend mal gesagt, Politiker bitte endlich handeln!

  • Fritz L. am 07.02.2019 00:57 Report Diesen Beitrag melden

    Weit haben wir es gebracht...

    Hat mal wieder jemand sein Leben eingebüßt, "nur" weil er seiner Arbeit nachging und nicht so agierte, wie es sich ein bereits amtsbekannter Messerheld auf freiem Fuss vorstellte. Entweder bin ich taub, aber von irgendwelchen überklugen Blockieren und überdrüberguten Klugis hör ich wieder mal keine Meldung. Auch für die "braven" Do-Demostranten sicher kein Thema wert. - Der Familie mein aufrichtiges Beileid.

  • manola am 07.02.2019 00:26 Report Diesen Beitrag melden

    Was noch ?

    Was muss noch passieren dass endlich Taten folgen wie Haft, Abschiebung , Erhöhung des Strafmaßes usw. man ist scheinbar nirgends mehr sicher aber große Debatten führen . Kann es echt nimmer hören .