Wie im Thriller

02. April 2019 05:30; Akt: 03.04.2019 16:59 Print

Arzt-Sohn (32) in Wien zerstückelt

von C. Oistric/A. Duric - Szilvia P. soll ihren Freund erstochen, zerstückelt und in einem Koffer nach Ungarn geschickt haben, wo sie ihn mit Salzsäure übergoss.

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Exakt 36 Tage lang litten die Verwandten von Jonas M.* Höllenqualen. So lange schon konnte die international verzweigte Arztfamilie ihren Spross nicht mehr erreichen – er hob das Telefon nie ab, antwortete auf keine WhatsApp-Nachrichten und war auch via Facebook-Messenger nicht zu erreichen.

Am Montag dann die niederschmetternde Nachricht: Der 32-jährige Mann ist tot – und wurde in seiner Wiener Wohnung offenbar brutal getötet. Unter dringendem Tatverdacht steht seine Freundin Szilvia P.

Die Ungarin (27), die im Herbst mit Jonas M.* zusammengekommen war, lebte mit ihm unweit des Gürtels. Dort dürften die beiden bei einem Frühstück am 24. Februar fürchterlich in Streit geraten sein. In Rage soll Szilvia P. ein Küchenmesser geschnappt und zugestochen haben. Jonas M. starb, die junge Frau dürfte einen blutigen Ausweg gewählt haben. Denn wie "Heute" erfuhr, waren Kopf, Hände und Beine vom Rumpf des Opfers abgetrennt worden.

Leichenteile mit Mietwagen nach Ungarn transportiert

Szilvia P. soll die zerteilte Leiche dann in einen Koffer gepackt und die schaurige Fracht mittels Carsharing-Dienst nach Ungarn geschafft haben.

Zurück in der Heimat vertraute sie sich ihrer Mutter Andrea an. Schnell war ein Plan gefasst: Die 51-Jährige ging in den Baumarkt und kaufte zehn Liter Salzsäure. Mit dieser (wohl viel zu geringen Menge) versuchten die beiden Frauen dann, Jonas M. aufzulösen – und scheiterten. Also packten sie den rudimentär zersetzten Leichnam in mehrere Müllsäcke und deponierten diese in einem Bewässerungskanal in Jászalsószentgyörgy – 350 Kilometer von Wien entfernt.

Der Job schlug ihnen offenbar nicht auf den Magen: Nach getaner Arbeit vergönnten sich Mutter und Tochter einen Burger, den sie mit heim nach Jászladány nahmen. Dort lebte die mutmaßliche Killerin – es gilt die Unschuldsvermutung – noch knapp einen Monat lang in Freiheit. Erst dann machten 15-Jährige bei einem Radausflug den entsetzlichen Fund. Sie schlugen Alarm, da eine Hand aus den Säcken ragte, in denen sich auch Handtücher eines Wiener Hotels befanden.

Familie von totem Arztsohn: "Wir sind am Boden zerstört!"

Jonas M.* – er hatte ein auffälliges Skorpion-Tattoo – war dank Europol rasch identifiziert. Szilvia und Andrea P. wurden überführt, da sich der Verkäufer der Salzsäure den Ermittlern anvertraute. "Ja, ich habe das Verbrechen in Wien begangen", gestand Szilvia P. "Ich habe die Leiche dann in mehreren Koffern nach Ungarn transportiert und mit Hilfe meiner Mutter versteckt."

Arzt-Sohn in Wien zerstückelt: TV-Sender stellt Bluttat nach

Bei einer auf Video festgehaltenen Tatrekonstruktion zeigte die Verdächtige mittlerweile, wie sie zustach. Die Familie des Toten sagte am Montag zu "Heute": "Wir sind am Boden zerstört und möchten so schnell wie möglich nach Wien reisen, um Antworten zu bekommen."

*Name von der Redaktion geändert

Mehr lesen: Alle Artikel zum Säure-Mord in Wien finden Sie hier >>>

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl Fensterstock am 02.04.2019 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Was stimmt jetzt...

    Komisch, in der Krone steht, der Mann war tunesischer Gastarbeiter und hat die Frau oft geschlagen. Jonas ist nicht so wirklich ein typisch tunesischer Vorname. Außerdem ist es unerheblich, ob er Arztsohn oder der Sohn von einem Straßenkehrer ist.

  • Thomas Steurer am 02.04.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder ein Mord

    Wozu in den Headlines "Arzt-Sohn" ? Weiters wird mit keinem Wort die Staatsbürgerschaft des Ermordeten, nämlich Tunesien, erwähnt. Weiters soll er gegen die Ungarn öfters gewalttätig geworden sein. Das rechtfertigt natürlich die Tat in keiner Weise, aber die Berichterstattung sollte objektiver erfolgen.

  • Censorship am 02.04.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Erneute Frage, auch wenn man zensiert...

    Was ist der Grund dafür, dass man nicht müde wird zu betonen, dass dies ein Sohn von Ärzten ist? Ist sein Leben mehr wert, als das eines Kindes von Arbeitern?? Die Titelhörigkeit in Österreich erreicht zuweilen peinliche Formen....

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 02.04.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Erneute Frage, auch wenn man zensiert...

    Was ist der Grund dafür, dass man nicht müde wird zu betonen, dass dies ein Sohn von Ärzten ist? Ist sein Leben mehr wert, als das eines Kindes von Arbeitern?? Die Titelhörigkeit in Österreich erreicht zuweilen peinliche Formen....

  • Beobachter am 02.04.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Fremdländler unter sich...nichts Wichtiges also.

  • Ehklar am 02.04.2019 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Nicht gerade das perfekte Verbrechen! Aber wenns in Wien war, wird es maximal Notwehrüberschreitung wegen Trauma sein

  • Insider am 02.04.2019 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewehrt

    Der Tunesier war des öfteren gewalttätig gegenüber seiner ungarischen Freundin. Es war Notwehr.

    • Verena Rappl am 02.04.2019 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Insider

      Seit wann zerstückelt man die Leiche, wenn es Notwehr war?

    • Tommy am 02.04.2019 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      Setzen!

      Note 5 - Setzen! Notwehr. Bitte ließ mal nach was Notwehr ist und wie lange Notwehr als Notwehr gilt. Bitte danke. Kurz erklärt: Hätte der Tunesier sie angegriffen und sie hätte 1-2x zugestochen BIS DER ANGREIFER ABLÄSST, solange ist es Notwehr. Ist der Angreifer verwundet und kann nicht mehr angreifen, man macht aber trotzdem weiter, ist es keine Notwehr mehr, sondern eine Attacke!

    • Bob Dobalina am 02.04.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Notwehrüberschreitung

      Korrekt, und nur zur Ergänzung: "Notwehrüberschreitung" ist der Terminus technicus dafür.

    einklappen einklappen
  • Thomas Steurer am 02.04.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder ein Mord

    Wozu in den Headlines "Arzt-Sohn" ? Weiters wird mit keinem Wort die Staatsbürgerschaft des Ermordeten, nämlich Tunesien, erwähnt. Weiters soll er gegen die Ungarn öfters gewalttätig geworden sein. Das rechtfertigt natürlich die Tat in keiner Weise, aber die Berichterstattung sollte objektiver erfolgen.