Killer zeigt keine Reue

15. Mai 2018 12:41; Akt: 15.05.2018 17:52 Print

Robert K.: "Mutter tut mir leid, Hadishat nicht"

Völlig emotionslos hat Robert K. den brutalen Mord an der kleinen Hadishat gestanden. Der 16-Jährige zeigt nur wenig Mitgefühl und bereut seine Tat nicht.

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Robert K.: das Gutachten ist da. Er muss wohl für sehr lange Zeit in den Maßnahmen-Häfn nach Göllersdorf (NÖ). Robert K. soll das Mädchen in der elterlichen Wohnung ermordet haben. Er will am Freitag eine "allgemeine Wut" verspürt haben: Hadishat war nach seinen Angaben einfach Ihr Tod schockte ganz Wien: Die erst sieben Jahre alte Hadishat wurde am Samstag (12. Mai) Ihre Leiche wurde am Samstag (12. Mai) in einer Wohnhausanlage in der Heiligenstädter Straße in einem Mistkübel entdeckt. Das Mädchen wurde Freitagabend als vermisst gemeldet, nachdem es beim Spielen am Nachmittag plötzlich verschwunden war. Fieberhaft suchten auch Freunde und Verwandte nach dem Kind: Auch auf Facebook wurde ein Suchaufruf gestartet. Wie die Polizei mitteilte, wurde daraufhin von der Polizei im Bereich der Wohnhausanlage und Umgebung eine Suchaktion gestartet. Im Zuge dieser Suchaktion machten Polizisten am Samstagmorgen schließlich die schreckliche Entdeckung. Gegen 8.30 Uhr fanden die Beamten den Leichnam des vermissten Mädchens. Die kleine Hadishat mit tschetschenischen Wurzeln wurde in Plastik gewickelt und ihre Leiche im Restmüll entsorgt. Laut Obduktion wurde das Mädchen durch einen Messerstich getötet. Noch am Samstag musste die Mutter ihre Siebenjährige identifizieren. Bei der Obduktion wurden keine Anzeichen auf ein Sexualdelikt festgestellt, so Polizeisprecherin Irina Steirer. "Ich weiß nicht, wie ich weiterleben soll", klagte die verzweifelte Mutter, Zarema G., "Welche Bestie hat mir das angetan? Denn ein Mensch, der nur etwas Herz hat, kann so etwas nicht machen. Sie war so ein liebes Mädchen - unser Sonnenschein." "Ich kann einfach nicht fassen, was passiert ist. Ich will nicht glauben, dass meine süße Hadishat nicht mehr bei der Tür hereinkommen wird." "Hadish hat niemandem etwas getan. Warum bringt jemand ein unschuldiges Kind um und entsorgt es wie ein Stück Abfall?", so Mama Zarema und äußert einen schrecklichen Verdacht. "Es war bestimmt jemand aus diesem Hof - das spüre ich", hatte sie vermutet und sollte offenbar recht behalten ... In der Nacht auf Dienstag wurde ein Nachbar wegen dringenden Tatverdachts verhaftet. Im Bild: Die versiegelte Wohnungstür des Tatverdächtigen. Der Nachbar soll in einer ersten Einvernahme die Tat ohne jegliche Emotionen gestanden haben.

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Selbst hartgesottene Ermittler, die schon mit einigen Mordfällen zu tun hatten, ging der Anblick der toten Hadishat in dem Plastiksack nahe. Nur mehr ihre kleinen Füße ragten aus dem Sack heraus, als ihn ein Mitarbeiter der MA 48 in einem Müllcontainer fand.

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Der Polizei war schnell klar, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelt. Offensichtlich wurde dem Mädchen mit äußester Brutalität in den Hals gestochen, an ihrem Kopf und Hals entdeckten die Ermittler massive Schnittverletzungen und Gewalteinwirkungen.

Seit dem Fund der toten Hadishat liefen die Ermittlungen nach ihrem Mörder auf Hochtouren. Zahlreiche Personen im Gemeindebau in Wien-Döbling wurden befragt, sowohl Erwachsene als auch Kinder.

Mordfall Hadishat: Mädchenleiche in Döbling gefunden

Hunde schlugen vor Wohnung an

Zur Unterstützung setzte die Polizei auch ausgebildete Diensthunde ein, die schnell eine Spur witterten. Vor einer Wohnung, die sich ganz in der Nähe der Familie von Hadishat befindet, schlugen die Hunde an. Offenbar waren vor der Tür Blutspuren verwischt worden.



Als die Polizei an der Tür klopfte, bat sie der 16-Jährige in die Wohnung hinein. Innerhalb kürzester Zeit bemerkten die Beamten dann, dass den jungen Tschetschene offenbar etwas bedrückte. Zudem konnten in der Wohnung, darunter auch im Badezimmer, Blutspuren sichergestellt werden, die auf die Aufmerksamkeit der Ermittler stießen.

Zwar gab Robert K. in einer ersten Befragung an, sich in der Schule mit dem Messer geschnitten zu haben, doch offenbar waren die gefundenen Blutspuren so gravierend, dass die Geschichte des 16-Jährigen nicht stimmen konnte.

Im Badezimmer erstochen

Der Musterschüler eines Gymnasiums bat daraufhin die Beamten, dass seine Eltern die Wohnung verlassen, dann gestand er die Tat zur Gänze und schilderte den Tatverlauf: Er habe Hadishat im Badezimmer mit einem Küchenmesser getötet. Dabei ging er mit einer solch einer Brutalität vor, dass er der 7-Jährigen fast den Kopf abtrennte.

Er musste sein Opfer auch nicht in die Wohnung locken, denn er kannte Hadishat bereits. Sie kam öfters zu Besuch und auch die Familien kannten sich gut. Immer wieder kam das Mädchen vorbei und spielte mit den anderen Kindern. Am Tag des Verbrechens kam Hadishat erneut vorbei und aß gerade ein Eis.

Killer wollte Spuren verwischen

Nach der Tat packte er die Leiche des Mädchens in einen Plastiksack und warf ihn auf den Müll. Anschließend versuchte er alle Spuren in der Wohnung zu verwischen. Doch das gelang dem jungen Mann nicht.

Video: Die Ermittler am Tatort kurz nach dem Leichenfund


Video: heute.at

In seiner Einvernahme legte er ein umfassendes Geständnis ab. Laut Polizei ohne jegliche Emotionen. K. gibt sich herzlos und kalt. Auf die Frage, ob ihm die Tat nicht leid tue sagte er laut Ermittlern: "Die Mutter schon, Hadishat nicht". Dabei ließ er offen, welche Mutter er meinte - seine eigene oder die des Opfers.

Während er weiterhin keinerlei Emotionen zeigt, sind seine Eltern völlig fassungslos. Seine Mutter brach nach der Festnahme zusammen und musste betreut werden. Auch sein Vater und der jüngere Bruder stehen völlig unter Schock.

Einvernahme geht weiter

Für K. gilt die Unschuldsvermutung. Er befindet sich derzeit noch auf einer Polizeiinspektion und wird weiter befragt. Am Mittwoch soll er dann einem Richter vorgeführt werden. Dieser wird dann entscheiden, ob der 16-Jährige in Untersuchungshaft kommt.

Alle Artikel zum Kindermord in Döbling:

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    • Anonym am 15.05.2018 08:06 Report Diesen Beitrag melden

      Unfassbar

      Familienstreit hin und her! Was kann eine 7-Jährige dafür?! Der Mann muss mehr als krank sein! Wie bringt man es überhaupt ums Herz, ein unschuldiges Mädchen das noch ihr ganzes Leben vor sich hatte wegen so einem Schwachsinn zu töten? Kein Grund der Welt würde diese Tat entschuldigen.

    • Dodo2340 am 15.05.2018 08:18 Report Diesen Beitrag melden

      Täter aus der Nachbarschaft

      Keine Überraschung, dass der Täter aus der Nachbarschaft stammt. Wer hätte das tote Mädchen sonst dort in die Mülltonne gegeben?

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    • Salzamt am 15.05.2018 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Herr

      das wirklich Schlimme an der ganzen Sache ist dass ein junges unschuldiges Mäderl ihr Leben lassen musste für den Wahnsinn ihrers Umfeldes... da kommt Hass und absolutes Unverständnis in jedem hoch und ich hoffe auch dass unsere Richter dafür die richtige Antwort geben... leider ist es für das Mäderl zu spät..

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    Die neuesten Leser-Kommentare

    • Matthias am 22.05.2018 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      Unfassbar

      Mein Beileid möchte ich der Familie aussprechen.

    • nessii am 16.05.2018 22:19 Report Diesen Beitrag melden

      so arm

      echt traurig mann die mutter tut mir so leid.das ist echt nicht leicht

    • Olly am 16.05.2018 15:45 Report Diesen Beitrag melden

      ...über Ungereimtheiten

      ...ebenso gibt der Vater des Täters zwar Interviews im tschetschenischen TV, nicht aber hier, aber das komischte ist das die Mutter des Opfers erzählt das die Mutter des Täters am WE bei ihr war und sie "ausgehört" hat, da ist sie sicher weill sie sehr nervös reagiert hat. Ebenso erklärt der Opferanwalt das die Familie der Kleinen keinen Gedanken an Rache verschwendet, gleichzeitig aber ersucht die Familie des Täters um Polizeischutz weill sie Angst vor Blutrache haben, Paralell- bzw. Gegengesellschaft lässt grüssen, was da ans Tageslicht kommt wenn so etwas passiert zeigt einiges auf.

    • olga.chraska@chello.at am 16.05.2018 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Tatwaffe in Mist

      Etwas aus Krimis: Pistole in Müllcontainer geworfen: man weiß den abholenden Mistwagen, weiß wo der den Mist abgeladen hat, man hat Spuren, die entsprechende Polizeihunde verfolgen können. Entgeht denen nicht so bald was, wenn man das will. Lange warten ist sicher nicht richtig. Muß auch nicht die Waffe im Mist sein. Wird aber sicher nicht sehr weit vom Tatort sein. Kann wo sein, wo keiner das annimmt. Komplicen?

    • Heeeuo am 16.05.2018 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      Sowas verdient lebenslanger haft

      Wenn man mit 16 Jahren sowas macht als kind noch sag ich...., wie würde er bitte erzogen, höchstwahrscheinlich auf Gewalt, sowas sollte lebenslang im haft bleiben, warum sollte man bitte ein kleines Mädchen umbringen.... Und