Sein erschütterndes Geständnis

09. März 2018 05:33; Akt: 02.07.2018 18:56 Print

Erstes Foto: Das ist der Praterstern-Angreifer

von C. Oistric & M. Hofer - Nach stundenlangen Verhören hat der Amok-Angreifer ein Geständnis abgelegt. Seine Aussage macht sprachlos: Er stach aus Wut über sein verpfuschtes Leben auf eine wildfremde Familie ein.

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Auf der Praterstraße hat am Mittwoch (7. März) ein vorerst Unbekannter eine dreiköpfige Familie nieder und flüchtete anschließend. Die Bluttat ereignete sich an einem Abgang zur U-Bahnstation Nestroyplatz. Eines der Opfer, ein 17 Jahre altes Mädchen, konnte sich schwer verletzt in ein nahes Asia-Restaurant retten. Sie und ihre Eltern (Vater 67, Mutter 56 Jahre alt) wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei sowie die Spezialeinheit WEGA suchten nach dem flüchtigen Mann. Eine knappe halbe Stunde später wurde ein 20-Jähriger auf dem nahen Praterstern ebenfalls mit einem Messer attackiert. Kurz darauf konnte ein 23-jähriger Afghane als Tatverdächtiger festgenommen werden. Lange Zeit war unklar, ob es sich bei dem Verdächtigen auch um den Täter aus der Praterstraße handelt. Der junge Mann wurde am Donnerstag einvernommen und zeigte sich gegenüber der Polizei geständig beide Taten begangen zu haben. Er selbst gab an, dass er in einer schlechten, aggressiven Stimmung war, auf seine gesamte Lebenssituation wütend war. Deshalb habe die Familie angegriffen. Am Praterstern habe er schließlich einen Bekannten, den 20-Jährigen, angegriffen, weil er diesen für seine vergangene Drogensucht verantwortlich macht. Berichte, wonach die Tat politisch motiviert gewesen sein soll, wurden durch die Aussage des Verdächtigen widerlegt. Die Nachfrage, ob die Tat auch politisch motiviert war, habe der 23-Jährige eindeutig verneint, so die Polizei am Donnerstag. In der Nacht auf Donnerstag konnten drei der vier Opfer von den Ärzten stabilisiert werden: Die beiden Frauen (56 und 17), sowie ... ... der verletzte Mann am Praterstern (20) befinden sich nicht mehr in Lebensgefahr. Der Gesundheitszustand des Mannes (67) ist nach wie vor kritisch.

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Es hätte wirklich jeden treffen können! Im Dauerverhör mit der Kripo brach Jafar S. gestern zusammen. Weil er wegen seiner gesamten Lebenssituation wütend war, drehte der Afghane (23) am Mittwoch in der Wiener Leopoldstadt durch: "Ich hatte einen furchtbaren Tag und war einfach in einer schlechten, aggressiven Stimmung", sagte er Polizei-Oberst Gerhard Haimeder.

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Motiv für den Amok-Angriff auf seine wehrlosen Opfer gibt es keines - er kannte die Familie nicht einmal. Vater, Mutter und Tochter waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Als die drei die Praterstraße entlangschlenderten, stürmte der Afghane los und stach wie von Sinnen auf die Österreicher ein. Dann flüchtete Jafar S. vom Tatort unweit der U1-Station Nestroyplatz, ärgerte sich aber dermaßen über einen Augenzeugen, dass er sich selbst an der Hand verletzte und blutend in Richtung Praterstern lief.

Kein Terror-Hintergrund

Dort wurde ein Landsmann von Jafar S. das nächste Ziel seiner Wahnsinnswut. "Zulat war schuld an meiner früheren Drogensucht, deshalb stach ich zu", gab Jafar S. zu Protokoll. Vom zweiten Schauplatz konnte er nicht entkommen.
Polizisten stellten den Flüchtenden, der zwei neu gekaufte Messer eingesteckt hatte, und führten ihn ab.

Gerüchte über einen möglichen terroristischen Hintergrund des Amoklaufs wischte der Mann im Verhörzimmer vom Tisch: "Ich hatte keine politischen Motive." Jafar S. handelte aus purem Zorn über sein verpfuschtes Leben. Andere mussten dafür büßen. Heute wird er in die Justizanstalt Josefstadt überstellt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maximilian am 09.03.2018 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ungarn

    Der Ungar hatte recht: Lasst Budapest nicht zu Wien werden.

  • Kfir am 09.03.2018 06:46 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Gilt die Unschuldsvermutung auch für jemanden, der die Tat eingesteht?

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  • Wastl am 09.03.2018 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und warum

    ist in Balken über seinem Gesicht

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Eli fix am 09.03.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ungarischer Minister

    Interessant, dass jemand von Aussen genau das ausspricht, was sehr viele WienerInnen zur Entwicklung in Wien denken.

  • Southpaw am 09.03.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Weil das sonst untergeht:

    Der Gute hat doch etwas gebrüllt haben die Augenzeugen ausgesagt. Was hat er denn gebrüllt? Naaaaaa? Errät es wer? Kein Hintergrund, von wegen...Hahaha

    • SockenRambo am 09.03.2018 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Southpaw

      Ausländische Medien haben es berichtet!! Man muss es nur googeln...

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  • Alex am 09.03.2018 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Terror

    Der ist sicher älter als 23 Jahre. Und es war ein Terroranschlag, zwar nicht politisch, aber das ist Terror. Am besten Wien verlassen.

    • Jacqueline am 09.03.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      Na ja

      Terror ist es in jeder Hinsicht, so wie ein Lebewesen gequält wird! Aber wien verlassen?? Und dann?

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  • Arni /Steirer am 09.03.2018 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Pension

    Rot "Grün 70 Jahre haben wir ein relativ sicheres Leben nun würde ich nicht einmal für eine Geschenkte Wohnung in Wien Leben wohlen. Also neue Regierung auf was Warten bitte Umsetzung der Wahlversprechen!!!

  • SockenRambo am 09.03.2018 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SO schaut es aus

    Jedem muss eines klar sein, Österreich hatte VOR 2015 schon überfüllte Gefängnisse, Österreich ist ein Land, wo nur ein Linker eine Entscheidung eines anderen Politikers öffentlich anprangern muss, egal wie gut und richtig die Idee war, und schon zieht jeder vor den Gutis den Schweif ein! Denkt ernsthaft wer, da stellt sich einer hin und fordert 2 neue zusätzliche Gefängnisse für mindestens 10.000 Straftäter? Nein da werden Kriminelle besser auf freien Fuß gesetzt, taucht er unter, umso besser.. spart man sich die lästige Hauptverhandlung...