Mord in Favoriten

20. September 2017 19:00; Akt: 20.09.2017 20:17 Print

Schwester erstochen: Nun Familie im Visier der Polizei

von Clemens Oistric - War das Blutverbrechen an Bakhti S. eiskalt geplant? Ihr Bruder kaufte die Waffe unlängst auf einem Flohmarkt und trug bei der Tat Handschuhe.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

„Sie war frech, da habe ich die Kontrolle über mich verloren“, sagt Hikmatullah S. (18) in den Einvernahmen der Kripo über die entsetzliche Bluttat an seiner Schwester.

Schülerin war daheim ausgezogen

Bakhti (14) musste sterben, weil sie von ihrer Familie in ein Krisenzentrum geflüchtet war. „Das hat mir wehgetan.“
Der 18-jährige Afghane habe seine Schwester am Montag gegen 8.00 Uhr früh "zufällig bei der U1-Station Reumannplatz getroffen" und wollte sie zur Heimkehr bewegen. Die Aussprache im Innenhof eines Wohnhauses in Wien-Favoriten eskalierte allerdings blutig. "Weil sie mir überhaupt keinen Respekt entgegenbrachte und sich nicht mit unseren Eltern versöhnen wollte."

War Verbrechen geplant?

Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass der Tod der Poly-Schülerin eiskalt geplant gewesen sein könnte: Hikmatullah S. trug bei der Tat Handschuhe. „Er sagt, dass er die ganze Nacht unterwegs war und es schon sehr kalt war“, so seine Anwältin Astrid Wagner. Das Messer, mit dem er seine Schwester in Wien-Favoriten tötete, hatte er vor einigen Wochen auf einem Flohmarkt erstanden, vergraben und erst kurz vor dem Verbrechen wieder aus dem Versteck geholt. Warum er es bei dem Treffen mit seiner Schwester bei sich trug? "Er sagte mir, dass er es zu seinem Schutz bei sich trug, weil er nächtens oft alleine in der Stadt unterwegs war und seinen ganzen Besitz stets am Leib trug", erläutert Rechtsanwältin Astrid Wagner.

Vater sagte Polizei-Befragung ab

Ob seine Familie – teilweise seit 2009 in Wien, alle arbeitslos – etwas damit zu tun hat? Unklar. Der ältere Bruder (21) von Hikmatullah S. wurde bereits von der Polizei einvernommen, der Vater sagte die Befragung ab – wegen Kopfschmerzen. "Er ist chronisch krank", so Wagner.

Familie steht fest zu Sohn

Laut der Familie steht die Familie weiterhin fest zu Hikmatullah. "Aber vor allem die Mutter ist völlig am Boden zerstört und weint sehr viel", sagt Wagner. Ihr 18-jähriger Mandant sitzt mittlerweile in einer Drei-Mann-Zelle in der Wiener-Josefstadt ein und hat Probleme mit der Verständigung: "Er klagt darüber, dass er sich mit den beiden Iranern, mit denen er eingesperrt ist, nicht unterhalten kann."

Hikmatullah S. lernte erst in Wien lesen

Warum der mutmaßliche Killer in Österreich keiner Beschäftigung nachgegangen ist? "Er hat erst in Wien lesen und schreiben gelernt, wollte Bauarbeiter werden, hat aber keinen Job gefunden", so seine Anwältin im Gespräch mit "Heute".

Laut „Kronen Zeitung“ soll Bakhti S. bereits im Juni in Graz Anzeige erstattet haben, weil sie von Vater und Bruder geschlagen wurde. Das Mädchen war schon damals von zuhause ausgerissen.
Sein Bruder tingelte in den letzten Monaten durch Österreich, schlüpfte in diversen Bundesländern bei Freunden und Bekannten unter und beging immer wieder kleinere Diebstähle. Zuletzt hatte er auch eine Anklage wegen Betrugs und gefährlicher Drohung am Hals.

Für Hikmatullah S. und seine Familie gilt die Unschuldsvermutung.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Protti am 20.09.2017 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fr.

    Was haben wir eigentlich für Gesetze? Der ist ja schon mit unseren Gesetzten in Konflikt geraten.Gehoert doch schon längst abgeschoben(lebenslang)., er sollte in seiner Heimat das Gefängnis kennenlernen,denn hierbei uns glaubt er ja in einem Sternehotel zu sein.

    einklappen einklappen
  • Wolfgang Rohrschacher am 20.09.2017 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre interessant

    Ob die Anwältin auch nur ein Wort glaubt würde mich interessieren. Auch ob sie Pflichtverteidigerin oder die Wahl des Täters oder deren Familie war und ob sie vor der Verhaftung schon Kontakt hatte. Mein Beileid dem Vater wegen seiner Kopfschmerzen. Ironie aus.

    einklappen einklappen
  • Rudi am 20.09.2017 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    "Er klagt darüber"

    Er klagt darüber? Er klagt!!?!?! Und Gehör findet er auch noch? Bitte wo sind wir hier? Das darf ja alles nicht mehr wahr sein!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Isabella am 15.10.2017 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende aktuelle Info

    Ich habe heute gehört das hier schon viel aufgedeckt wurde. Der Täter soll über 25 sein. Die Kinder der Familie sollen teilweise keine eigenen Kinder sein. Leider kam dann die Wahl näher und die Medien haben die Veröffentlichungen eingedämmt. Wie bei der letzten Wahl leider auch bereits miterlebt.

  • wienerhans am 21.09.2017 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    besser: anwalt für opfer !

    wie wär's mit einer anwaltschaft für das opfer ? "Weil sie mir überhaupt keinen Respekt entgegenbrachte und sich nicht mit unseren Eltern versöhnen wollte." - das schreit doch zum himmel !

    • Johann Müller am 28.09.2017 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      Oberbayer

      Das Opfer lebt nicht mehr, weshalb ihm eine anwaltliche Vertretung nichts mehr bringen würde. Lebende Opfer eines Verbrechens haben die Möglichkeit eines Rechtsbeistandes und der Nebenklage im Strafverfahren gegen den / die Täter.

    einklappen einklappen
  • szusi am 21.09.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    aremes armes mädchen

    die ärmste person an dieser story ist die schwester. sie wollte aus dieser éhrenwerten famile ausbrechen u fand in österreich keine "sichere" hilfe. was musste die nur durchmachen?! die gesamte familie gehört in jenes land abgeschoben, wo ihre vorstellung einer ehrenwerten familie geduldet wird- .

    • Maria Steiner am 21.09.2017 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      Steuergeld

      Ich als Steuerzahlerin bin nicht einverstanden damit, dass meine Steuergelder für solche Menschen ausgegeben werden, also ab mit der gesamten Familie dorthin wo sie her kommt. Sie haben Österreich nicht verdient und schon gar nicht unser aller Steuergeld.

    einklappen einklappen
  • Seitenblick am 21.09.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Klare Linie des Volkes

    Wir benötigen noch ein paar hundertausend dieser smarten Barbaren. Jedem sein 20 Zentimeter langes Messer. Das ist eine spezielle Bereicherung der öst. Kultur und hat bis dato gefehlt zum glücklich sein. Auch könnte man für jeden Einwanderer mit einer Kalaschnikov als Begrüßungsgeschenk aufwarten, sofern er dieses putzige Knallerbserl nicht schon hat. Ausweisen nach 12 Jahren lebenslanger Haft. SPÖ ÖVP, gehts noch? Was treibt ihr so im Parlament den lieben langen Tag? Hoffe ich hab das schön gesagt sodass es die Legislative auch versteht.

  • Vota am 21.09.2017 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    LEBENSLANG!

    Er wollte Bauarbeiter werden? So schaut er aus... Für Kosmetika und Styling war Geld genug da. Und er hat seine Laufbahn ja schon gewählt. Sonst wäre er nicht wegen Betrugs vorbestraft. Zufällig um 8 Uhr am Reumannplatz? Glaube kaum dass der vor 10 Uhr überhaupt das Bett verlässt... Ausser zum morden... Handschuhe weils kalt war. Natürlich... Und die Eltern stehen auch noch zu ihm... Messer vergraben damit ihn keiner damit vorher sieht... Ich bin kurz vorm explodieren vor WUT! Feigling, soll zu seiner Tat stehen! Wo ist die Ehre jetzt? Hatte er wohl NIE! Mädchen morden kann er, sonst nichts!