Für den Bezirksvorsteher der Inneren Stadt ist ein gänzliches Verbot der Fiaker-Kutschen "denkbar". Zunächst allerdings eine schrittweise Reduktion.
Die Bezirksvorstehung der Inneren Stadt hat sich an das Rathaus gewandt und fordert eine Reduktion der Stellplatzkarten für Fiakerkutschen im ersten Bezirk. Auch ein völliges Aus für die Fiaker sei denkbar, heißt es in einem Papier, das der APA vorliegt.
Der Petitionsausschuss muss sich nun mit einem Fiakerverbot beschäftigen.
Die Forderung wird mit mehreren Gründen untermauert: Einerseits wegen der finanziellen Belastung. Fuhrwerke und Hufe würden jährlich einen Schaden von 750.000 Euro anrichten, den die Stadt nur teilweise übernimmt. In diesem Zusammenhang will man die Sinnhaftigkeit von sogenannten Gummihufen testen.
Andererseits würden Handel und Gastronomie durch die Exkremente der Pferde "regelmäßig beeinträchtigt", was sich auch nach Einführung der "Pooh-Bags" nicht geändert habe.
Auch Martina Pluda von VIER PFOTEN kann die Bedenken des Bezirksvorstehers "nur unterstreichen". Auch viele Bewohner des ersten Bezirkes würden diese Meinung teilen und sähen das Geld, das in Reparaturen gesteckt wird, woanders besser eingesetzt.
Bezirksvorsteher Marcus Figl (ÖVP) will, dass die Fiakerunternehmen stärker in die Pflicht genommen werden. "Es ist nicht einzusehen, warum der Bezirk diese Branche mit derart hohen Summen fördert", heißt es in der Stellungnahme.
Sie sollen sich etwa finanziell an den notwendigen Straßenreparaturen beteiligen und auch für die Säuberung der Pferde-Exkremente aufkommen.
Erster Schritt sollte laut Bezirksvorstehung sein, die 116 Platzkarten zu reduzieren. Bis auf Null sei "vorstellbar", wenn die erhobenen Forderungen nicht erfüllt werden. Dieses langsame Auslaufen der Konzessionsvergaben würde das Ende der Fiaker bedeuten.
Bezirksvorsteher Figl (ÖVP) lehnt übrigens auch Kickls berittene Polizei ab. Auch diese Pferde würden ähnliche Probleme für Fahrbahnen bedeuten und ebenfalls Exkremente hinterlassen.
Figl meint mit alldem freilich nur den ersten Bezirk. Die Faiker könnten in anderen Gebieten, etwa dort, wo es mehr Grünraum gibt, im Einsatz sein.
Auch von VIER PFOTEN hört man seit Jahren die Forderung, Fiaker nur in Grünanlagen einzusetzen.
In einer ersten Reaktion vom Tierschutzverein "Vier Pfoten" lässt Kampagnenleiterin Martina Pluda wissen, dass man die Bedenken der Bezirksvorstehung, was die hohen Kosten des Fiakerbetriebs betrifft, nur unterstreichen könne. Das habe auch eine Straßenbefragung von Innenstadt-Bewohner ergeben. Der Tenor der Innenstädter demnach: "Das Geld für die Reparaturen könnte wesentlich sinnvoller eingesetzt werden", so der Verein.
"Wir sagen ganz klar: Fiaker raus aus der Innenstadt. Und seit unserer Straßenbefragung wissen wir: Auch Bewohner des 1. Bezirks sind unserer Meinung. Das Stadtzentrum ist ein völlig unnötiger Stress für die Tiere, die Unfallgefahr ist enorm und der Fiakerbetrieb ein viel zu hoher Kostenfaktor für den Bezirk", fasst Pluda zusammen.
(red)