Walk: Pionierinnen

08. März 2019 08:00; Akt: 07.03.2019 18:05 Print

Gratis-Führung: Frauen machen Stadt

Stadtforscherin Cornelia Dlabaja (37) bringt Sie am Frauentag zu den Orten der weiblichen Pionierinnen in Wien.

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Wo protestierten Frauen für ihre Rechte in Wien? An welchen Orten wurde die Geschichte von Frauen geschrieben und wo wird sie gerade geschrieben?

Stadtspaziergang zu den Spuren Frauenvorbilder

Pünktlich zum Anlass des internationalen Frauentag bietet die Stadtforscherin Cornelia Dlabaja (37) eine etwas andere „weibliche Stadtführung“, aber für "Jedermann" an. Rund eine Stunde hat sie Orte der Frauen gefunden - vom Ring, zur Uni bis zum Ybbenplatz - und begibt sich mit jedem der will auf eine Spurensuche der Pionierinnen aus Wien.

Treffpunkt: Haupteingang Burgtheater um 15.30.

Der Walk beginnt mit Frauen, die für das Frauenwahlrecht gekämpft hat, wie zum Beispiel Adelheid Popp. Wo am Ring kämpfte Adelheid Popp für die Frauenwahlrechte? Sie zählte ja zu den ersten Frauen, die nach der Einführung des Frauenwahlrechts vor fast genau 100 Jahren ins Parlament einzogen. Eine historische Figur der österreichischen Geschichte.

Schulreformerin Eugenie Schwarzwald betrieb zum Beispiel im ehemaligen Café Herrenhof, aber mit Eingang Wallnerstraße, ein Mädchen-Lycée - zu einer Zeit, als Schülerinnen der Besuch von Gymnasien verwehrt blieb. Sie konnte von den bekannten Schriftstellern und Künstlern, die sich im Café Herrenhof im selben Haus trafen, einige als Lehrer gewinnen, darunter Oskar Kokoschka, Adolf Loos und Arnold Schönberg.

Weiter geht der Spaziergang auf den Arkadenhof der Universität Wien.

Die erste Studentin gab es im Jahr 1897/98 an der Philosophischen Fakultät. Mit 154 Denkmälern würdigt die Universität Wien herausragende Persönlichkeiten im Arkadenhof. Darunter befindet sich jedoch nur eine einzige Ehrentafel für eine Frau, jene für die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach.
Erst das 650-Jahr-Jubiläum wurde zum Anlass genommen, dies zu ändern. Ab Juli 2016 wurden von drei KünstlerInnen Denkmäler für sieben Wissenschafterinnen realisiert.
Berta Karlik, die österreichische Physikerin oder die Skulptur der österreichischen Sozialwissenschaftlerin Marie Jahoda kann man dort betrachten.

Grande Finale am Ybbenplatz (Ottakring)

Höhepunkt und Grande Finale des Female Walks in Wien findet am Ybbenplatz statt: Graffitis des ersten weiblichen Street Art Festivals befinden sich dort. Die französische Künstlerin Zabou hat hier drei Frauen porträtiert. Die mexikanische Künstlerin Villana, das amerikanische Model Yara Shahidi und die Sängerin Björk. Sie reichen sich die Hände.

Cornelia Dlabaja (37) nennt sich selbst Stadtforscherin. Sie forscht an der Universität Wien, ist am Institut für Europäische Ethnologie tätig, sowie als Lektorin am Institut für Soziologie der TU Wien. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit städtischem Wandel, öffentlichem Raum, dem Recht auf Stadt, sowie Frauen- und Geschlechterforschung.

Ihr aktuelles Projekt „Gender Atlas“ gleicht einer digitalen Landkarte, die Standorte von Pionierinnen – also Frauen, die innovativ und aktiv etwas verändert oder entwickelt haben - sichtbar machen. Weibliche Vorbilder und das Wissen um ihre Leistungen sind für junge Frauen und Mädchen essentiell, meint die Wissenschaftlerin und Mutter zweier Kindern.

Jeder kann einen Janes Walk machen, jeder kann daran teilnehmen

Die Initiative Jane’s Walk sind kostenlose, lokal organisierte Spaziergänge durch die Stadt Wien. Menschen erkunden zusammen, sprechen über Stadtteile. Jeder kann teilnehmen, jeder kann eine Grätzltour organisieren und ein Thema anbieten.

Die „Stadtgespräche im Gehen“ greifen die Idee der urbanen Autorin und Aktivistin Jane Jacobs auf, dass Bürgerinnen und Bürger selbst bei der Gestaltung ihrer Umgebung aktiv werden und am Stadtentwicklungsprozessen teilhaben sollen. Das bedeutet auch an die Grenzen einer Stadt gehen, über Hindernisse hinwegsehen und den Menschen als wichtigsten Teil der Stadt aktivieren.

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