Nach Pilotprojekt:

13. November 2018 06:30; Akt: 12.11.2018 17:24 Print

Immer mehr Schulen wollen eine Schulstraße

Nach den guten Erfahrungen mit dem Pilotprojekt Schulstraße in Wien-Leopoldstadt zeigen immer mehr Schulen Interesse.

Nach dem positiven Abschluss des Pilotprojekts wollen immer mehr Wiener Schulen eine

Nach dem positiven Abschluss des Pilotprojekts wollen immer mehr Wiener Schulen eine "Schulstraße". (Bild: Helmut Graf)

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Zwischen 10. September und 2. November lief in der Vereinsgasse (Leopoldstadt) der Pilotversuch "Schulstraße". Danach wurden die Erfahrungen ausgewertet, nun liegt die Evaluierung vor. Wichtigste Erkenntnis: Das Ziel, durch die Sicherheit der Kinder durch das temporäre Fahrverbot zu erhöhen, sei erreicht worden.

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Vor der Volksschule galt an Schultagen zwischen 7.45 und 8.15 Uhr ein Fahrverbot für Autos, Motorräder und andere Kraftfahrzeuge. Das erklärte Ziel war, gefährliche Verkehrssituationen zu entschärfen. Der Pilotversuch wurde von Verkehrsexperten begleitet und evaluiert.

"Das temporäre Fahrverbot vor der Schule hat eindeutig für mehr Sicherheit für die Kinder gesorgt", so Fußgängerbeauftragte Petra Jens, die den Pilotversuch initiiert hat. Das Verkehrsaufkommen vor der Schule sei gesunken, der Eltern-Bringverkehr stark zurückgegangen. Sowohl vor der Schule, als auch im umliegenden Grätzl.

"Wesentlich weniger Kinder sind mit dem Auto zur Schule gebracht worden und stattdessen mit dem Roller, dem Fahrrad oder zu Fuß gekommen", zieht Jens Bilanz.

Pilotprojekt wird zur fixen Einrichtung

Schon während des Pilotprojekts sprach sich die Bezirkschefin der Leopoldstadt Uschi Lichtenegger (Grüne) für die Umwandlung in eine dauerhafte Maßnahme aus – nun ist diese fix. Künftig gilt in der Vereinsgasse an Schultagen zwischen 7.45 und 8.15 Uhr ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge. Zusätzlich zu den Fahrverbot-Schildern, die auf die "Schulstraße" aufmerksam machen, wird der Straßenabschnitt während des Fahrverbots abgesperrt.

"Alle Eltern wünschen sich die Schulstraße", betont Lichtenegger und ergänzt: "Die Schulstraße wurde von Kindern, Eltern, Schulleitung und Anrainern positiv aufgenommen."

Große Interesse - kommt schon bald die Ausweitung?

Nicht nur in der Leopoldstadt sorgte die "Schulstraße" für positive Reaktionen. Andere Wiener Schulen wollen dem Beispiel der Vereinsgasse folgen. Mehr als zwanzig Anfragen von Schulleitungen und Elternvereinen zur Einrichtung einer "Schulstraße" seien bei der Stadt bereits eingegangen. Die Umsetzungsmöglichkeiten werden derzeit geprüft. Interessierte Schul-, Eltern- oder Bezirksvertreter können sich an die Mobilitätsagentur Wien wenden.

Anfragen zum Pilotversuch kamen auch aus Städten wie Krakau, Berlin und Montreal, die sich am Wiener Modell orientieren, um selbst Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zu setzen.

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(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sochal am 13.11.2018 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweischneidiges Schwert

    Grundsätzlich keine schlechte Idee, wobei man den Aspekt des Strassenverkehrs nicht ausser acht lassen sollte. Aktuell lernen und üben die Kinder schon im frühen Alter einen Zebrastreifen zu überqueren, an der Ampel zu warten etc... das fällt dann großteils weg. Fazit: Schulbereich wird sicherer, wobei der umgang mit der Stvo vernachlässigt wird.

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  • Miteinander am 13.11.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    In einer idealen Welt, sollten alle Verkehrsteilnehmer groß und klein ihren Platz haben. Leider funktioniert gerade vor Kindergärten und Schulen das eher nicht. Tempo 30 wird oft konsequent ignoriert (und wir reden nicht von 33 km/h....), Zebrastreifen ebenfalls, oft halt auch von Eltern, die ihre eigenen Sprösslinge abgeben wollen. Das wird dann oft so unübersichtlich, dass Kinder sehr wenige Chancen haben, hier sicher zur Schule zu kommen. Und auch, wenn es 9 Mal gut gegangen ist, es geht um das 1 Ma, wo es schief geht, dieses Risiko gilt es zu minimieren.

  • Susanne am 13.11.2018 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Vor Schulen mehr Kontrollen

    DAS würde helfen - ich fahre immer die erlaubte Geschwindigkeit, und bei 30 vor einer Schule ist ein Unfall so gut wie ausgeschlossen. Also, anstatt um Mitternacht auf einer dreispurigen Landstraße mit 70er Begrenzung abzucashen, sollten die Kapazitäten für Kontrollen vor Schulen in der früh und am frühen Nachmittag verwendet werden.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Toiferl am 13.11.2018 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu dumm...

    Ist ja klar, das eine von der Stadt finanzierte Fußgängerbeauftragte und eine grüne Bezirksvorsteherin dafür sind!!! Den motorisierten Individualverkehr wieder blockieren und Staus im Umfeld der Schule (auch auf Kosten der Umwelt) produzieren! Nur das die Eigenverantwortung der Kinder dabei rasch verloren geht und diese vergessen, das andere Straßen nicht gesperrt sind, haben die Damen nicht bedacht!!!

  • Susanne am 13.11.2018 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Vor Schulen mehr Kontrollen

    DAS würde helfen - ich fahre immer die erlaubte Geschwindigkeit, und bei 30 vor einer Schule ist ein Unfall so gut wie ausgeschlossen. Also, anstatt um Mitternacht auf einer dreispurigen Landstraße mit 70er Begrenzung abzucashen, sollten die Kapazitäten für Kontrollen vor Schulen in der früh und am frühen Nachmittag verwendet werden.

  • Miteinander am 13.11.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    In einer idealen Welt, sollten alle Verkehrsteilnehmer groß und klein ihren Platz haben. Leider funktioniert gerade vor Kindergärten und Schulen das eher nicht. Tempo 30 wird oft konsequent ignoriert (und wir reden nicht von 33 km/h....), Zebrastreifen ebenfalls, oft halt auch von Eltern, die ihre eigenen Sprösslinge abgeben wollen. Das wird dann oft so unübersichtlich, dass Kinder sehr wenige Chancen haben, hier sicher zur Schule zu kommen. Und auch, wenn es 9 Mal gut gegangen ist, es geht um das 1 Ma, wo es schief geht, dieses Risiko gilt es zu minimieren.

  • Sochal am 13.11.2018 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweischneidiges Schwert

    Grundsätzlich keine schlechte Idee, wobei man den Aspekt des Strassenverkehrs nicht ausser acht lassen sollte. Aktuell lernen und üben die Kinder schon im frühen Alter einen Zebrastreifen zu überqueren, an der Ampel zu warten etc... das fällt dann großteils weg. Fazit: Schulbereich wird sicherer, wobei der umgang mit der Stvo vernachlässigt wird.

    • wolf198 am 13.11.2018 07:09 Report Diesen Beitrag melden

      Zu faul zum gehen

      Das Problem sind jene Eltern die Ihr Kind aussteigen lassen und warten bis das Kind in der Schule drinnen ist bzw. erst dann aussteigen lassen wenn die Schule offen ist. Somit stehen viele in zweiter ja sogar dritter Spur und damit wird es unübersichtlich und gefährlich. Das gleiche gilt auch fürs abholen. Das Ganze am besten direkt vor dem Eingang. Da können noch so viele Parkplätze frei sein. Nur keinen Meter gehen!

    • Trinchen am 13.11.2018 07:19 Report Diesen Beitrag melden

      Nein, nicht

      zwangsläufig. Denn wenn die Kinder, statt mit dem Auto, nun zu Fuß oder mit dem Roller kommen, müssen sie lernen, sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen. Das fällt weg, wenn sie mit dem Auto gebracht werden

    • Pussy am 13.11.2018 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @wolf198

      Wenn Eltern berufstätig sind und die Kinder bei der Schule absetzten und weiterfahren in die Arbeit ist es okay , aber viele Mütter fahren nur die Kinder in die Schule lassen sie auf der Fahrerseite aussteigen und fahren dann zum Treffpunkt wo sie mit anderen Mütter Kaffee trinken und die meisten sind zu faul zu Fuß zu gehen und das macht vor den Schulen das Chaos aus

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