"Pro-Fiaker-Kultur"

07. August 2018 05:15; Akt: 06.08.2018 19:39 Print

Initiative will Fiaker als Wahrzeichen schützen

Eine neue Initiative setzt sich für die Tradition der Fiaker-Kultur in Wien ein. "Fiaker gehören einfach zu Wien", so Initiator Werner Kaizar.

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Parteiübergreifende Initiative "Pro-Fiaker-Kultur" in Wien: Nationalrat und SPÖ-Simmering-Vorsitzender Harald Troch, der Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ), Initiator Werner Kaizar (im Bild mit Hund Ascot), FPÖ-Klubchef Johann Gudenus und Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ). Am Kutsch-Bock links: Hietzings Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christian Gerzabek (ÖVP) und FPÖ-Gemeinderat Gerald Ebinger "Pro-Fiaker-Kultur"-Initiator Werner Kaizar mit Dalmatiner Ascot vor dem Fiaker: "Wir wollen ein Grundbekenntnis der Stadt Wien zur Fiakerkultur, damit ein Überleben der Pferde und der Unternehmer gesichert wird." Fiaker-Fahrt vor dem Rathaus: Am Kutschbock sitzt Hietzings Bezirkschef-Stellvertreter Christian Gerzabek (ÖVP), selbst Fiaker, hinten: FPÖ-Klubchef Johann Gudenus (vorne links), hinten Nationalrat und SPÖ-Simmering-Vorsitzender Harald Troch, der Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ, rechts), und Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ, rechts vorne). Fiaker-Fahrt vor dem Rathaus: Am Kutschbock sitzt Hietzings Bezirkschef-Stellvertreter Christian Gerzabek (ÖVP), selbst Fiaker, hinten: FPÖ-Klubchef Johann Gudenus (vorne links), hinten Nationalrat und SPÖ-Simmering-Vorsitzender Harald Troch, der Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ, rechts), und Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ, rechts vorne). Fiaker-Fahrt vor dem Rathaus: Am Kutschbock sitzt Hietzings Bezirkschef-Stellvertreter Christian Gerzabek (ÖVP), selbst Fiaker, hinten: FPÖ-Klubchef Johann Gudenus (vorne links), hinten Nationalrat und SPÖ-Simmering-Vorsitzender Harald Troch, der Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ, rechts), und Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ, rechts vorne). Auf gehts! Fiaker und Hietzings Bezirksvorsteherin-Stellvertreter (ÖVP) Christian Gerzabek führt seine Lipizzaner Arkan (links) und Jimmy gekonnt am Rathaus vorbei. Hietzings Bezirksvorsteherin-Stellvertreter (ÖVP) Christian Gerzabek (inks) mit FPÖ-Klubchef Johann Gudenus am Kutschbock Eine Fahrt bis vors Rathaus mit FPÖ-Klubchef Johann Gudenus (links), dem Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ, hinten rechts) und Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ) Hietzings Bezirksvorsteherin-Stellvertreter (ÖVP) Christian Gerzabek dreht mit FPÖ-Klubchef Johann Gudenus (rechts) eine Runde. Hietzings Bezirksvorsteherin-Stellvertreter (ÖVP) Christian Gerzabek mit seinen Pferden Arkan (links) und Jimmy "Pro-Fiaker-Kultur"-Initiator Werner Kaizar betont: "Wir wollen, dass sich alle an einen Tisch setzen. Fiaker gehören zu dieser Stadt wie der Stephansdom." Hietzings Bezirksvorsteherin-Stellvertreter (ÖVP) Christian Gerzabek ist seit vier Jahren auch Fiaker: "Die Fiaker-Kultur ist eine wichtige Tradition in Wien." Gerade bei sommerlichen Temperaturen von mehr als 30 Grad sei es wichtig, darauf hinzuweisen: "Wir leiden mehr unter der Hitze als die Pferde."

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Ein Fiaker mit zwei Lipizzanern fährt vor dem Rathaus vor. Geht es nach der neuen Initiative "Pro-Fiaker-Kultur", könnte dieses Bild bald jeden Tag zu sehen sein. Denn: Die Initiative wünscht sich einen Tränkplatz samt Sonnensegel für Fiaker beim Wiener Rathaus. "Wir wollen ein Grundbekenntnis der Stadt zur Fiaker-Kultur", stellt Initiator Werner Kaizar klar. Die Fiaker-Pferde und die zu ihnen gehörenden Unternehmer "gehören zur Tradition unserer Stadt wie der Stephansdom", sagt Kaizar.

"Wien wäre ohne Fiaker nicht Wien"

"Die Tradition soll weiter aufrechterhalten werden", so Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ), ein Unterstützer der Initiative. Immerhin sind in Simmering viele Fiakerbetriebe zu Hause. Stadler stellt klar: "Wien wäre ohne Fiaker nicht Wien. Und die Fiaker wären ohne Wien nur Kutscher."

Die Initiative fordert, dass die Stadt eine Arbeitsgruppe einrichtet: "Tierärzte, Experten, Fiakervertreter und Experten im Bereich der Gewerbeordnung sollen mit an Bord sein", wünscht sich Kaizar. Auch Dompfarrer Toni Faber soll mitreden – da er ja, mit den Fiakern vor Ort am Stephansplatz, auch von der Thematik betroffen ist. Kaizar kann sich auch vorstellen, dass Tierschützer mit am Tisch sitzen, "wenn es Pferde-Experten sind. Wir sind offen für alle."

Initiator Kaizar: "Nimmt man Fiaker-Pferden den Job weg, nimmt man ihnen das Leben"

Zur Diskussion um eine mögliche Abschaffung der Fiaker sagt Initiator Kaizar: "Wenn man den 350 Fiaker-Pferden in Wien den Job wegnimmt, nimmt man ihnen das Leben."

Fix ist: Über die Parteigrenzen hinweg sind Unterstützer an Bord. FPÖ-Klubchef Johann Gudenus ist mit dabei, außerdem sind der Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ), Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ), SPÖ-Simmering-Vorsitzender Harald Troch und FPÖ-Gemeinderat Gerald Ebinger mit dabei.
Nicht zu vergessen: Hietzings Bezirksvorsteherin-Vize Christian Gerzabek (ÖVP). Er lenkte seine Lipizzaner Arkan und Jimmy bei der Präsentation der Initiative gekonnt vors Rathaus. "Das ist eine wichtige Tradition für Wien", sagt Gerzabek. Und: Gerade jetzt, wo wegen der sommerlichen Temperaturen hitzig über die Fiaker-Pferde diskutiert wird, sei es wichtig, zu sagen: "Wir leiden viel mehr unter der Hitze als die Pferde", so Gerzabek, der als "Spätberufener" vor vier Jahren den Fiakerschein gemacht hat.

Gudenus: "Fiaker gehören als Wahrzeichen zu Wien"

Für FPÖ-Klubchef Johann Gudenus ist klar: "Die Fiaker gehören als Wahrzeichen zu Wien. Für Touristen sind sie ein Bezugspunkt, sie geben einen Eindruck des alten Wien wieder." Und: "Es geht darum, die Fiaker als Wahrzeichen zu schützen. Die Politik soll sich darum kümmern."

Forderung: Eigenes "Fiaker"-Gütesiegel

Auch der Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ) plädiert dafür, dass man "sachlich an die Sache herangeht". Eine "Versachlichung" wünscht sich auch der Simmeringer SPÖ-Vorsitzende Harald Troch, der sich für ein "Miteinander von Mensch und Tier in der Großstadt" ausspricht. Und: "Es geht um hunderte Arbeitsplätze, etwa auch von Stallburschen und Co. Daran hängen Existenzen." Die Tiere würden "sonst beim Fleischhacker" enden, ist Troch überzeugt.

Weitere Forderungen der Initiative "Pro-Fiaker-Kultur": Ein eigenes Gütesiegel soll eingeführt werden, "um all jene zu kennzeichnen, die ihre Pferde ordentlich halten". Damit sollen jene, die die Regeln nicht einhalten, keinen Platz mehr haben. Außerdem fordert die Initiative die Aufnahme ins immaterielle Unesco-Weltkulturerbe und eine "Entrümpelung der Gewerbeordnung".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • derBeobachter am 07.08.2018 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache mitten im Bild

    Das Titelfoto ist der Hammer - würde man nicht lesen, dass es um Fiaker geht nimmt man an, dass es um eine Gruppe von Personen geht, die sich mal wieder viel zu wichtig nehmen - so ernst, dass es viel wichtiger erscheint, sich im Vordergrund zu präsentieren und den Fiaker (es geht doch um die Fiaker, oder?) irgendwo im Hintergrund unwichtig erscheinen lassen...

  • Lionhunter am 07.08.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Geduldete Tierquälerei für den Tourismus

    Der Fiaker ist ebenso eine Wiener Tradition wie das "Bäckerschupfen" das wurde aber abgeschafft. Schade eigentlich aber man ist ja Humanist. Der Fiaker ist in Wien nur nach Tourismuszweck - die Tarife sind entsprechend - gut soll es sein. Dass die armen "Viecher" aber elendslange bei Temperaturen jenseits der 30 Grad stehen müssen - ist eine Zumutung. Was ein Herr Toni Faber mitreden muss ist mir ein Rätsel - ausser ein Seitenblicke-Team wäre vorort. Daher Sonnensegel. ausreichend Wasser und Hitzefrei wenn der Stephansplatz 30 Grad erreicht.

  • Claudia am 07.08.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Als Wienerin dagegen!

    Pferde sind Steppentiere; Pferde sind aber auch Fluchttiere! Ich verstehe die Sorge der Fiaker, ihren Job zu verlieren. 350 Menschen und Fiakerpferde - auch diese müssen irgendwann in Pension gehen; und dann sollte man einfach damit aufhören. Fiaker-Kultur gehört nicht zu Wien wie der Stephansdom. Zeiten ändern sich - vielleicht sollte man darüber mal nachdenken. Ich bin jedenfalls als Wienerin gegen diese Initiative.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Herr am 08.08.2018 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Rudi

    An die Tiere denkt da überhaupt keiner reine Tierqälerei Wien steht im Sommer auch ohne Fiaker

  • Genosse Leichtsinn am 08.08.2018 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Traurige SPÖ

    Gudenus beschimpft jeden Tag die Stadt SPÖ als Urheber der Islamisierung Wien, spricht über die große jüdische Verschwörung des Soros und sieht in BGM Michael Ludwig dir Ursache allen Übels. Und Ludwigs eigene Parteigenossen unterstützen ihn noch? Ein trauriges Bild gibt die SPÖ so ab

  • Lionhunter am 07.08.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Geduldete Tierquälerei für den Tourismus

    Der Fiaker ist ebenso eine Wiener Tradition wie das "Bäckerschupfen" das wurde aber abgeschafft. Schade eigentlich aber man ist ja Humanist. Der Fiaker ist in Wien nur nach Tourismuszweck - die Tarife sind entsprechend - gut soll es sein. Dass die armen "Viecher" aber elendslange bei Temperaturen jenseits der 30 Grad stehen müssen - ist eine Zumutung. Was ein Herr Toni Faber mitreden muss ist mir ein Rätsel - ausser ein Seitenblicke-Team wäre vorort. Daher Sonnensegel. ausreichend Wasser und Hitzefrei wenn der Stephansplatz 30 Grad erreicht.

  • Claudia am 07.08.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Als Wienerin dagegen!

    Pferde sind Steppentiere; Pferde sind aber auch Fluchttiere! Ich verstehe die Sorge der Fiaker, ihren Job zu verlieren. 350 Menschen und Fiakerpferde - auch diese müssen irgendwann in Pension gehen; und dann sollte man einfach damit aufhören. Fiaker-Kultur gehört nicht zu Wien wie der Stephansdom. Zeiten ändern sich - vielleicht sollte man darüber mal nachdenken. Ich bin jedenfalls als Wienerin gegen diese Initiative.

    • Andrea am 07.08.2018 16:02 Report Diesen Beitrag melden

      Tolle Art von Tierliebe!

      Wollen Sie also lieber die Tiere ans Messer liefern, weil sie nicht mehr gebraucht werden? Auch die nicht pensionsreifen Pferde? Eine tolle Tierfreundin sind Sie!

    • Bruno Kreisky am 07.08.2018 23:46 Report Diesen Beitrag melden

      Sie sind sicher selbst Fiaker, oder?

      Das heißt Pferde für immer quälen? Oder wie meinen sie das? Außerdem sterben die Fiakerpferde doch keinen natürlichen tot, die werden billig gekauft, ausgequetscht bis zum geht nicht mehr und dann verkauft, weil der erhalt zu billig ist. und wer kauft dann das ausgemergelte pferd: nur mehr der schlachter. die fiaker sind keine Tierfreunde, sondern einfach nur Tierschinder.

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  • derBeobachter am 07.08.2018 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache mitten im Bild

    Das Titelfoto ist der Hammer - würde man nicht lesen, dass es um Fiaker geht nimmt man an, dass es um eine Gruppe von Personen geht, die sich mal wieder viel zu wichtig nehmen - so ernst, dass es viel wichtiger erscheint, sich im Vordergrund zu präsentieren und den Fiaker (es geht doch um die Fiaker, oder?) irgendwo im Hintergrund unwichtig erscheinen lassen...