Für "Schutzring"

15. März 2018 15:55; Akt: 29.03.2018 15:09 Print

KAV-Direktor: "95.000 Euro wurden bezahlt"

von Gerda Mackerle - Großzügig: Der Krankenanstaltenverbund zahlte 95.000 Euro an "Bewusstseinsforscher" Christoph Fasching – für die "Immobilien-Optimierung" des KH Nord.

Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger und KAV-Direktor Herwig Wetzlinger bei einem Rundgang durch das KH Nord. (Bild: Sabine Hertel)

Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger und KAV-Direktor Herwig Wetzlinger bei einem Rundgang durch das KH Nord. (Bild: Sabine Hertel)

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Unter keinem guten Stern steht das Großprojekt Krankenhaus Nord. Um die Energie zu verbessern, wurde vom Krankenanstaltenverbund (KAV) der "Bewusstseinsforscher" Christoph Fasching engagiert – für die "energetische Reinigung", wie die "Krone" berichtet. Der Esoteriker legte einen "Schutzring" um das KH Nord, so das Protokoll, das "Heute" vorliegt.

KAV-Direktor: "Hätte Auftrag nicht genehmigt"

Der KAV reagierte schnell, zog die Programmleiterin, die den Auftrag erteilt hat, am Donnerstag ab. Nun wird der Auftrag zur "energetischen Reinigung" von der Innenrevision überprüft.



"Heute" fragte bei KAV-Direktor Herwig Wetzlinger nach. "Der Auftrag wurde im November 2017 erteilt." Jetzt überprüfe die Disziplinarkommission und die Innenrevision. "Für mich stellt eine derartige Vorgehensweise einen erheblichen Vertrauensverlust dar, denn eine Zweckmäßigkeit solcher Aufträge ist für mich absolut nicht erkennbar", sagte der KAV-Direktor.

Klar ist: "95.000 Euro wurden bezahlt", so Wetzlinger. Nun sei es notwendig, dass eine "Überprüfung der Leistungsdokumentation" erfolgt. Man müsse nach dem "Eintreten des Erfolgs" fragen. Der KAV-Direktor gibt zu, dass eine solche "schwierig" sein könnte. Wetzlinger sagt auch: "Hätte man mir den Auftrag vorgelegt, hätte ich ihn nicht genehmigt" – weil für ihn "keine Zweckmäßigkeit erkennbar" sei. Dazu kam es allerdings nicht. Denn: Der Auftrag wurde als Direktvergabe vergeben. Das geht, weil er unter einem Wert von 100.000 Euro lag.

Die zuständige Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) forderte am Donnerstag: "Es ist selbstverständlich, dass man da Konsequenzen ziehen muss."

FPÖ: "Verhöhnung der Steuerzahler"

Für FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus ist klar: "Das ist nur die Spitze des Eisbergs beim rot-grünen KH-Nord-Skandal." Und: "Das ist eine Verhöhnung der Steuerzahler. Ich fordere politische Konsequenzen von SPÖ-Stadträtin Sandra Frauenberger. Sie stiehlt sich aus der Verantwortung." Gudenus will bei einer Untersuchungskommission für "lückenlose Aufklärung" sorgen.

Opposition: "Esoterik" auf Steuerzahlerkosten

Auch ÖVP-Wien-Klubobmann Manfred Juraczka fordert: "Es ist zu prüfen, ob Esoterik auf Steuerzahlerkosten nicht im höchsten Maße strafrechtlich relevant ist." Neos-Gesundheitssprecher Stefan Gara ist verärgert: "Da bekommt ein Unternehmensberater per Direktvergabe 95.000 Euro für eine dreimonatige Tätigkeit, deren Sinn durchaus auch in Frage gestellt werden könnte. Die genauen Leistungen und Stundenaufzeichnungen lassen sich nicht nachvollziehen. Ab 100.000 Euro müssen Aufträge öffentlich ausgeschrieben werden – das ist sich ja noch gerade ausgegangen."

95.000 Euro für "Beseitigen negativer Einflüsse"

Auf "Heute"-Nachfrage wollte Bewusstseinsforscher Christoph Fasching keine konkrete Auskunft zu seiner Arbeit im KH Nord geben, nur soviel: Er wurde "als Unternehmensberater" engagiert, unterlieg daher der Verschwiegenheitspflicht.

In dem fünfseitigen "Protokoll zur Immobilien-Optimierung der Grundstücke und Gebäude des Krankenhaus Nord", das "Heute" vorliegt, ist davon die Rede, dass "wir die Grundlagen des Gebäudes und aller zum gesamten Areal des KH Nord gehörenden Grundstücke bestmöglich optimiert" haben. "Zahlreiche negative Einflüsse, die auf alle Menschen starken Einfluss haben, welche sich dort aktuell und in Zukunft aufhalten", seien "vollständig beseitigt." Die Voraussetzungen, "unter denen das Projekt hier gestartet wurde", seien "alles andere als optimal" gewesen.

In dem Protokoll wird ausgeführt, dass "auf dem Areal so unvorstellbar viele und teils entsetzliche Ereignisse gespeichert gewesen" seien, die "ein gutes Leben und Arbeiten unmöglich gemacht haben"  – darunter die "Geschehnisse des vergangenen Kriegs".

Ziel: "Energie", die "möglichst schnell gesund werden lässt"

Was der "Bewusstseinforscher" gemacht hat? "Neben dem Ziel des Erhalts von Gesundheit haben wir dafür gesorgt, dass kranke Menschen in eine Energie gestellt werden, die sie möglichst schnell wieder vollständig gesund werden lässt", heißt es im Protokoll. Im Gebäude gebe es eine "verankerte Quelle der Liebe", welche den "Verfall deutlich verlangsamt".

"Schutzring" um die Gebäude des KH Nord

Auch das, was der "Bewusstseinsforscher" erreicht hat, wird in dem Protokoll berichtet. Es sei ein "Schutzring um die Gebäude" gelegt worden, "der verhindert, dass negative Energien des Umfelds Einfluss auf das Haus und die Menschen darin nehmen".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Egon am 15.03.2018 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Untersuchungsausschuss

    UA und sofort in den hÄfen! Das ist meiner Meinung nach am Rande der .......

  • Franz Absberg am 15.03.2018 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit liegt in den Sternen

    Kein Wunder, dass die Mehrkosten beim Bau des KH Nord schon mehr als 8oo Millionen betragen, wenn die Bauüberwachung mittels Pendel und Glaskugel erfolgt

  • Helmut Dirk am 15.03.2018 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    "Beseitigen negativer Einflüsse", da hätte er einige Entscheidungsträger umgehend entfernen müssen, das wäre nämlich viel mehr wert und hätte dazu noch viel Geld erspart. Ich sehe da nur rot.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • manfred goigitzer am 18.03.2018 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Reinigunstechnik

    Ich hoffe Sie haben auch Reinigungsmittel verwendet nicht nur Wasser wegen kosten

  • Ich am 16.03.2018 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ich

    Gibt mir 500 ich mache gehe 3 mal herum

  • Franz Speck am 16.03.2018 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Aber halt leider legal

    Ist ja alles erlaubt: Kartenlegen, aus der Hand lesen, Horoskope für Geld erstellen. All das ist legal und das ist ein Problem. Der Hokuspokus sollte per Gesetz verboten werden. Zumindest dann, wenn man dafür bezahlen muss. Für mich ist das Betrug.

  • Necla am 16.03.2018 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Warum alle regen auf?

    Finde ich gut dass der Esoteriker das Krankenhaus hat gereinigt vor bösen Geister aus Vergangenheit. Und hat Schutzring gelegt damit Patienten keine schlechten Einflüsse.

  • Free am 16.03.2018 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    ORF Radio Wien: Goebel Astro Spezial

    ORF Radio Wien macht am 21. März genauso diesen miesen Betrug. Goebel Astro Spezial mit den Sternen in den Frühling. Ist krankhafte Denkweise, ist gewerbsmäißger Betrug und ist unter der Diagnose: Schizophrenie bekannt!